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Mit dem Sozialbericht 2011 präsentiert das Landratsamt Ortenaukreis Zahlen und Fakten über die wesentlichen Entwicklungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie der Arbeitsförderung im Ortenaukreis bis zum Ende des Jahres 2011.Grundsicherung für Arbeitssuchende Personen, die entweder keiner Beschäftigung nachgehen oder über ein zu geringes Einkommen verfügen, sind auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende angewiesen. Dem Bericht zufolge sank die Zahl der Haushalte im Ortenaukreis, die auf diese Leistungen angewiesen sind, von 8711 Ende 2009 auf 7850 Haushalte Ende 2011. Der Hilfebedarf hat sich demnach um rund 10 Prozent reduziert. "Allein 2011 sind 7198 Personen aus dem Leistungsbezug ausgeschieden, davon 3319 aufgrund von Aktivitäten der Mitarbeiter der Kommunalen Arbeitsförderung", berichtet Sozialdezernent Georg Benz. Um rund ein Drittel (32,9 Prozent) hat sich dabei die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren von 328 (Dez 2009) auf 220 (Dez 2011) reduziert. "Die positive wirtschaftliche Entwicklung hat zu einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt beigetragen. Das hat dazu geführt, dass sich die Zahl der Haushalte, die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende in Anspruch nehmen müssen, verringerte. Dementsprechend ist auch die finanzielle Belastung des Ortenaukreises in diesem Bereich von 20,4 Mio. Euro in 2009 auf 18,9 Mio. in 2011 gesunken", verkündet Landrat Frank Scherer.Anstieg der Leistungen in der Jugendhilfe Trotz der günstigen Wirtschaftslage hält der Anstieg der Sozialen Leistungen, insbesondere in der Jugendhilfe, weiterhin an. "Die Zunahme spiegelt dabei auch die gesellschaftliche Entwicklungen, wie etwa unzureichende Erziehungsfähigkeit von Eltern oder Elternteilen und Wertewandel, wider", erklärt Benz. Gegenüber 2009 ist der Nettoaufwand dabei um 11 Prozent gestiegen. "Der Ortenaukreis nimmt hierbei keine Sonderstellung ein, zumal er im Vergleich zu anderen Jugendhilfeträgern in Baden-Württemberg den fünftniedrigsten Aufwand je Jugendeinwohner vorweisen kann. Dies belegt, dass die Mittel wirtschaftlich eingesetzt werden", verdeutlicht Benz. Seit 2005 die gesetzlichen Regelungen für den Kinderschutz verschärft wurden, stieg die Zahl der Hilfefälle im Ortenaukreis von 2005 bis Ende 2011 in der der sozialpädagogischen Familienhilfe von 264 auf 423, in der Heimerziehung von 93 auf 152 und in der Vollzeitpflege in Familien von 293 aus 313. Der finanzielle Aufwand für den Kreis hat sich für die Heimerziehung und Vollzeitpflege um 3,46 Mio. Euro auf 9,52 Mio. Euro erhöht. Besonders beachtenswert sind die Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen mit seelischer Behinderung. Die Zahl der Hilfefälle hat von 2005 bis 2011 um 54 auf 113 zugenommen. "Die Gründe liegen zum einen in den verbesserten Diagnostikmöglichkeiten und zum anderen insbesondere in der zunehmenden Zahl von Schulbegleitungen", so Benz.Steigerung bei Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung Die Zahl der Menschen, die zur Sicherung des Lebensunterhalts Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in Anspruch nimmt, stieg bis Ende 2011 um 8,7 Prozent auf 2990 Personen. "Die Steigerung wird anhalten. Es wird mit jährlich bis zu 120 zusätzlichen Hilfefällen gerechnet", so Benz. Die Gründe sieht der Sozialdezernent dafür insbesondere im demografischen Wandel und der Rentenentwicklung. 30 Prozent der Leistungsempfänger erhalten parallel noch weitere Sozialleistungen, wie etwa Hilfe zur Pflege oder Eingliederungshilfe. Da der Bund die Kostenerstattung erhöht hat, betrug der Nettoaufwand des Landkreises 2011 noch 12,75 Mio. Euro gegenüber 13,43 Mio. Euro in 2009. "Es ist geplant, dass die Bundeserstattung stufenweise bis 2014 auf 100 Prozent ausgebaut wird, so dass der Ortenaukreis für diese Aufgabe kaum noch Kreismittel einsetzen muss", verkündet Benz.Hilfe zur Pflege Immer mehr Menschen sind aufgrund der demografischen Entwicklung und der statischen Leistungen der Pflegeversicherung auf ergänzende Hilfe zur Pflege angewiesen. Auf 1082 Personen ist die Anzahl im stationären Bereich (Pflegeheim) von 2009 bis 2011 gestiegen, was eine Zunahme von 3,4 Prozent bedeutet. Im gleichen Zeitraum hat sich die Empfängerzahl für häusliche Pflegeleistungen um 23,6 Prozent auf 272 erhöht. 13,7 Mio. Euro hat der Ortenaukreis 2011 für die stationäre Pflege aufgewendet, weitere 1,9 Mio. Euro für die ambulante Pflege. Die Steigerung gegenüber 2009 beträgt im stationären Bereich 8,7 Prozent und im ambulanten Bereich 18,8 Prozent. Für die nächsten Jahre rechnet Benz mit einer anhaltenden Entwicklung. Eingliederungshilfe Die Zahl der Personen, die in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (geistig, körperlich und mehrfach behindert) sowie in Reha-Werkstätten (psychisch Kranke) beschäftigt werden, nimmt zu. In den Werkstätten für Menschen mit Behinderung hat sich die Besucherzahl von 879 (2009) auf 895 (2011) um 1,8 Prozent erhöht. In den Reha-Werkstätten betrug die Zunahme 3 Prozent (375 Personen). Stationär und ambulant wurden bis Ende 2011 insgesamt 747 Menschen mit Behinderung über die Eingliederungshilfe mit Wohnangeboten versorgt. Ende 2009 waren es noch 691, somit ist eine Steigerung von 8,1 Prozent zu verzeichnen. 499 psychisch kranke Menschen waren Ende 2011 ambulant oder stationär untergebracht. Ende 2009 waren es noch 448 Personen, was eine Steigerung von 11,4 Prozent bedeutet. Durch diese Entwicklungen stieg der finanzielle Aufwand des Landkreises nach Abzug von Leistungen aus dem Finanzausgleich (FAG) von 2009 mit 42 Mio. Euro auf 43,7 Mio. Euro 2011 (Steigerung um 4 Prozent). "Diese Entwicklungen werden in den nächsten Jahren mindestens in den gleichen Größenordnungen anhalten", kündigt Benz an.Landrat Scherer betont: "Die Sozialverwaltung des Ortenaukreises wird auch in Zukunft nichts unversucht lassen, den Kostenentwicklungen entgegenzuwirken. Das geschieht bereits über unsere strategische Ausrichtung, durch dementsprechende Konzepte und mit Hilfe einer guten Steuerung. Gleichwohl steht der Ortenaukreis in der Verantwortung, seinen gesetzlichen Verpflichtungen uneingeschränkt nachzukommen. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Ausgleich und zum sozialen Frieden in unserer Region."Der Sozialbericht 2011 ist im Internet unter www.ortenaukreis.de (Bürgerservice/Publikationen) abrufbar.