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Rund 700 Einsätze verzeichnet die Bilanz der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst des Landratsamts Ortenaukreis bei den Unwettern im Juli. In ganzen Landstrichen und zum Teil über mehrere Gemeinden hinweg gab es im Ortenaukreis Erdrutsche, waren Straßen überflutet, Unterführungen vollgelaufen, und vor allem Keller standen unter Wasser. In der Integrierte Leitstelle Ortenau (Notruf 112) gingen zahllose Notrufe ein.„Wir haben die Integrierte Leitstelle, die regulär mit zwei Personen besetzt ist, personell verdreifacht, so dass wir auf alle Ereignisse reagieren konnten, auch wenn aufgrund der Vielzahl der Hilfsanfragen nicht jeder Anrufer sofort bedient werden konnte“, sagt Kreisbrandmeister Reinhard Kirr, Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz. „Für die Einsatzkräfte, insbesondere für die Feuerwehren, gab es sehr viel zu tun. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Polizei und Sanitätsdienste arbeiteten dabei sehr gut zusammen. Glücklicherweise kamen dabei keine Menschen zu Schaden, auch wenn die Sachschäden teilweise erheblich sind. Der finanzielle Schaden kann noch nicht beziffert werden.“

Die vier Tage mit folgereichen Unwettern waren der 7., 11., 21. und 22. Juli mit jeweils verschiedenen Schwerpunkten. Auch am gestrigen Tag, 28. Juli, versetzen Starkregen und schwere Gewitter die Einsatzkräfte im Ortenaukreis in erhöhte Alarmbereitschaft.

Am Montag, 7. Juli, wurden insbesondere das Einbachtal bei Hausach, Gutach und Haslach heimgesucht. Hier ging eine Vielzahl von Notrufen bei der Leitstelle ein, es kam zu 110 Einsätzen im Landkreis, davon allein rund 50 in Hausach. „Ein ausgelaufener Heizöltank war dabei der heikelste Einsatz“, so Kreisbrandmeister Kirr, der mit Dezernent Michael Loritz und dem alarmierten Krisenstab des Landratsamts in der Leitstelle die Einsätze koordinierte, während sein Stellvertreter Thomas Happersberger vor Ort war.

Das Renchtal, das Achertal und Lahr waren schwerpunktmäßig am Freitag, 11. Juli, von Gewitter und Starkregen betroffen. „Der Schwerpunkt lag im Raum Oberkirch mit 135 Einsätzen, außerdem mussten in dieser Zeit alleine in Oberkirch 4 Alarme von Brandmeldeanlagen bewältigt werden.

Die örtlichen Einsatzleitungen wurden von Kreisbrandmeister-Stellvertreter Michael Wegel in der Integrierten Leitstelle und Gerhard Stech vor Ort unterstützt.

„An diesem Abend und die ganze Nacht war die Integrierte Leitstelle an allen sechs Dispositionsplätzen und zwei weiteren Notabfrageplätzen voll besetzt“, so Kirr.

Am Montag, 21. Juli, wüteten die Unwetter schwerpunktmäßig im Zell a.H. und in der nördlichen Ortenau (Achern und Renchen). „In der Leitstelle gingen etliche Notrufe ein, die Einsatzkräfte mussten über 100 Mal ausrücken, verletzt wurde niemand“, berichtet Kirr, der selbst in der Integrierten Leitstelle im Einsatz war, während seine Stellvertreter Wegel und Stech vor Ort waren. „Für die Einsatzkräfte galt es vor allem, vollgelaufene Keller auszupumpen, durch Erdrutsche unpassierbare Straßen abzusichern sowie umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste zu beseitigen“, so Kirr.

Tags darauf, am Dienstag, 22. Juli, rückten die Feuerwehren wiederum zu rund 25 Einsatzstellen im Kreisgebiet wegen umgestürzter Bäume und vollgelaufenen Keller aus.

Am gestrigen Montag, 28. Juli, machten Starkregen und schwere Gewitter wiederum den Einsatz von Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk, Bergwacht und Sanitätsdiensten im ganzen Ortenaukreis notwendig. „Die Einsatzstellen waren über das ganze Kreisgebiet verteilt. Wiederum musste die Integrierte Leitstelle personell verstärkt werden, um die eingehenden Notrufe zeitnah abarbeiten zu können. Durch Hochwasser besonders betroffen war der gut belegte Campingplatz in Welschensteinach“, erklärt Kreisbrandmeister Kirr. „Ein weiterer mit dem Unwetter einhergehender zeitkritischer Einsatz war eine Personensuche in Kappelrodeck. Zwei 12- und 14-jährige Mädchen verirrten sich während des Unwetters im Wald, ein Mädchen hatte sich dabei leicht am Fuß verletzt. Da die beiden nicht genau wussten, wo sie sich befanden, war es für die Leitstelle und die Einsatzkräfte schwierig, das notwendige Suchgebiet einzugrenzen. Beide konnten glücklicherweise nach einer Stunde gefunden und völlig durchnässt dem Rettungsdienst übergeben werden“, so Kirr.

Im Hinblick auf die zunehmenden Sommer-Unwetter und extremen Wetterlagen rät der Kreisbrandmeister allen Bürgerinnen und Bürgern, selbst präventiv tätig zu werden, um zukünftig Schäden im eigenen Haus und Hof an bekannten kritischen und durch Hochwasser gefährdeten Stellen zu vermeiden. „Dies könne beispielsweise durch das Vorhalten von Tauchpumpen und gefüllten Sandsäcken geschehen“. Kirr empfiehlt zudem, die Rückschlagventile vorbeugend zu prüfen, beziehungsweise zu schließen und Kanaleinläufe von grobem Schmutz zu reinigen. „Eine solche Häufigkeit von Unwettern mit flächendeckenden Schadensereignissen in so direkter Folge hatten wir die letzten 20 Jahre nicht zu verzeichnen“, stellt Kirr abschließend fest.

Die Unwetter verursachten insgesamt 410 Einsätze im gesamten Landkreis, davon über 50 in Kappelrodeck. Hier wurde eine Straße völlig unterspült, aus einem im Wasser stehenden Auto mussten Personen befreit werden. 35 Einsätze gab es in Ottenhöfen, 20 in Appenweier und 35 in Lahr“, informiert Kirr. In Offenburg hatte die Feuerwehr über 40 Einsätze zu bewältigen, dabei kam es innerhalb von acht Minuten zu zwei Alarmen von Brandmeldeanlagen und einem im Wasser stehenden Fahrzeug mit darin eingeschlossenen Personen.