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Die Kinder aus den Kindergärten »Sr. Giovanna« in Oberkirch und »Talblick« in Ödsbach mit den Erzieherinnen v. l.: Carina Welle, Ingrid Späth und Sina Mainzer sowie Landrat Frank Scherer (v. re.) und den Förstern Martin Schade (re.) und Walter Foß

Landrat Frank Scherer begrüßte heute zwei Gruppen aus den Kindergärten „Sr. Giovanna“ in Oberkirch und „Talblick“ in Ödsbach an der Ruine Schauenburg. Sie ließen sich von Förster Schade in die Geheimisse des Waldes einweihen. „Mit Staunen und Begeisterung lauschten sie den Stimmen des Waldes, und spielerisch haben sie erfahren, wie ein Baum zum Riese wird“, äußerte sich der Landrat erfreut über die waldpädagogische Exkursion.

Treffen dieser Art gehören zur Umweltbildungsarbeit des Amtes für Waldwirtschaft, um Kindern und Jugendlichen den Lern- und Erlebnisort Wald nahe zu bringen. Die Förster des Landratsamts Ortenaukreis lassen dabei Kinder über Gruppenspiele, Such- und Riechaktionen die Waldfunktion erleben und üben mit den Kindern spielerisch, fast unbemerkt, einen respektvollen Umgang mit der Natur ein. Mit über 40 Förstern bietet das Amt für Waldwirtschaft jährlich mehr als 200 Veranstaltungen dieser Art für Kindergärten, Schulen und auch für Erwachsene an.

„Bereits als fünfjähriges Kind kann man verstehen, wie ein Baum funktioniert und welche Tiere im Wald leben“, erklärt Walter Voß, Förster und Fachmann für Erlebnis- und Waldpädagogik beim Amt für Waldwirtschaft in Offenburg. Ziel der modernen Waldpädagogik sei es, bereits bei den „Kleinen“ die Grundlagen für ein Naturverständnis zu wecken. Die Zielgruppe für waldpädagogische Aktivitäten sind Kinder und - im Zeitalter der künstlichen Internetwelten - insbesondere auch Jugendliche. Kleine Experimente, Bodenprofile und Rollenspiele dienen beispielsweise dazu, mit Schülern im Klassenzimmer „Wald" auch über bodenchemische oder gesellschaftliche Fragen zu diskutieren. „Schützen durch Nützen wird so hautnah erlebbar gemacht“, so Voß weiter. „Da der Wald oft nur als Erholungsraum wahrgenommen wird, ist unser Umweltbildungskonzept mit den Bildungsinhalten der Schulen verknüpft. Schwerpunkte sind deshalb die verschiedenen Funktionen des Waldes.“

Um das Gelernte zu vertiefen und zu verfestigen, werden Schulklassen auch mit mehreren Lerngängen in den gleichen Waldort geführt. Das haben z. B. eine Ganztagesschule in Offenburg oder die Ortenauer Kinderakademien bereits gemacht. Das Amt für Waldwirtschaft hat im letzten Jahr über 4.000 Teilnehmer in den Erlebnisraum Wald gebracht. Die Ortenau hat von der Rheinebene bis zur Schwarzwaldhochstraße vielfältige Waldlandschaften und Lebensräume zu bieten, „ideale Frischluft-Klassenzimmer“, so Franz Kaiser, Sachgebietsleiter beim Amt für Waldwirtschaft. Die Inhalte der Lerngänge sind damit höchst unterschiedlich und werden an die Wünsche und Bildungspläne der Schulen angepasst. Die Ziele hat das Amt für Waldwirtschaft 2014 in einem neuen Arbeitspapier für Waldpädagogik festgeschrieben. Das Konzept entspricht den UN-Kriterien für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Das Amt für Waldwirtschaft ist Mitbegründer der mehrfach ausgezeichneten ‚Naturschule Ortenau‘, eines Bildungsnetzwerks für außerschulische Lernangebote. Im letzten Jahr haben fast 19.000 Teilnehmer die Veranstaltungen und Fortbildungen im Ortenaukreis besucht. In diesem Jahr hat die Naturschule Ortenau aus bundesweit 70 Bewerbungen den ‚Waldpädagogikpreis 2014 ‘für ein vorbildliches Netzwerk außerschulischer Lernorte erhalten.