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Landrat Frank Scherer (2. v. r.) machte sich ein Bild der neuen Asylbewerberunterkunft

Landrat Frank Scherer hat heute das renovierte Flüchtlingswohnheim des Kreises in der Geroldsecker Vorstadt in Lahr besucht. Dort fand gleichzeitig ein Sommer- und Einweihungsfest statt, an dem die Bewohner, aber auch Nachbarn, Vertreter der Stadtverwaltung und der Institutionen, die den Sozialdienst des Migrationsamts bei der Betreuung unterstützen, sowie viele Ehrenamtliche teilnahmen.

Die Asylbewerberzahlen steigen seit einigen Jahren bundesweit stark an. „Nach den neuesten Prognosen kommen damit rund 1.000 Menschen für die Ortenau jährlich neu hinzu“, erklärte der Landrat. „Zusammen mit den bereits hier wohnenden Asylbewerbern und Flüchtlingen stellen wir uns auf fast 2.000 Menschen ein, die wir gut unterbringen wollen. Ich möchte niemanden in Containern oder Turnhallen unterbringen müssen, deshalb sind wir noch immer verstärkt auf der Suche nach größeren Wohneinheiten für 30 bis 70 Personen.“ Vorhanden seien momentan Plätze für rund 1.000 Personen, die zu 85 Prozent ausgelastet sind. Neubauten seien konkret in Oberkirch und Friesenheim geplant. „Diese reichen jedoch nicht aus, deshalb setzen wir weiterhin auf die zugesagte Unterstützung der Städten und Gemeinden im Kreis.“ Die Neuausrichtung des Unterbringungskonzepts für Flüchtlinge, das vorsieht, in einwohnerstarken Kommunen feste Plätze in größeren Objekten für die vorläufige Unterbringung einzurichten, haben die Mitglieder des Verwaltungsausschusses in ihrer Sitzung am 1. April dieses Jahres mit großer Mehrheit befürwortet. Die Unterbringungskapazität soll demnach 0,4 Prozent der jeweiligen Bevölkerungszahl ausmachen.

Während des Rundgangs betonte Scherer, sich für eine sinnvolle Novellierung des Asylbewerberleistungsgesetzes einzusetzen. Der bisherige Entwurf sei nicht weitreichend genug, so Scherer, und würde zu großen Ausgabensteigerungen in den Kreishaushalten führen.

Beim Einweihungsfest konnten sich die Besucher die nun bezugsfertigen Zimmer ansehen. Das Café International bot Kaffee und Kuchen an. Lehrerin Andrea Welz vom Max-Planck-Gymnasiums organisierte mit den Schülerinnen und Schülern ihrer Ethik-Klasse Kinderschminken und weitere Spielangebote für Kinder. Die Mitarbeiter des Migrationsamts boten Führungen an und beantworteten die Fragen der Besucher.

Einige ehrenamtlich tätige Bürger aus Lahr, die den hauptamtlichen Sozialdienst des Migrationsamtes bei der Betreuung der Lahrer Asylbewerber unterstützen, freuten sich über die neu renovierten Sozialräume, in denen Sprachkurse, Nachhilfe oder Bewerbertraining abgehalten werden können.

Landrat Scherer zeigte sich von der Sanierung überzeugt: „Die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, können sich hier, wenn vielleicht auch nicht daheim, so doch wenigstens wohl fühlen und optimal integriert werden.“

Die beiden Gebäude in der Geroldsecker Vorstadt in Lahr dienen dem Landkreis zur vorläufigen Unterbringung von Asylbewerbern. Diese verbringen dort maximal 24 Monate, bevor sie im Rahmen der Anschlussunterbringung auf die Gemeinden verteilt werden oder nach erfolgreichem Abschluss des Asylverfahrens schon vorher ausziehen dürfen. Im Moment sind dort 77 Asylbewerber und sieben Spätaussiedler aus 15 verschiedenen Nationen untergebracht.

Der Ortenaukreis hat die ehemaligen Angestelltenhotels der kanadischen Streitkräfte in der Geroldsecker Vorstadt 73 und 81, die schon seit 2005 als Asylbewerberheime genutzt werden, grundlegend renoviert. „Wir haben dabei die Vorgaben des neuen Flüchtlingsaufnahmegesetzes beachtet und die durchschnittliche Zimmergröße von 4,5 auf 7 Quadratmeter erhöht. Das führt dazu, dass wir statt bisher 156 Personen nur noch 109 Personen unterbringen können“, so Alexandra Roth, Migrationsamtsleiterin des Ortenaukreises.

Nach Rückgabe durch die Stadt Lahr, die das Gebäude Geroldsecker Vorstadt 81 zwischendurch als Wohnheim für Wohnsitzlose nutzte, wurden im Oktober 2013 die Fenster ausgetauscht, das Dach saniert, neue Böden verlegt, Wände abgerissen, Sanitärräume erneuert, die Innenräume und die Fassade gestrichen und eine zentrale Satelliten-Anlage eingebaut.

„Die Arbeiten sind dank dem Einsatz der beteiligten Handwerkerfirmen gut vorangekommen, bereits im Frühjahr 2014 war das Gebäude bezugsfertig,“ berichtet Rainer Stapf, Bauleiter beim Gebäudemanagement des Ortenaukreises. „Die Bewohner der Geroldsecker Vorstadt 73 zogen in das Haus Nummer 81 um und die Renovierungsarbeiten konnten dann dort weitergehen. Nach nur rund viermonatiger Bauzeit haben wir die Arbeiten auch hier fristgerecht abgeschlossen.“