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Sie gaben den Startschuss für das MRE-Netzwerk Ortenau: Dr. Dieter Auer, Ortenau Klinikum, Dr. Michael Elgas, Ortenau Klinikum, Dr. Evelyn Kraus, Gesundheitsamt Ortenaukreis, Dr. Friederike Ley, Gesundheitsamt Karlsruhe, Gesundheitsdezernent Franz Seiser.

In Deutschland infizieren sich jährlich mehr als 500.000 Menschen in medizinischen Einrichtungen durch multiresistente Erreger (MRE), davon etwa 20.000 bis 40.000 mit tödlichem Ausgang. Multiresistente Erreger (MRE) sind Bakterien, die durch ihre Resistenz gegen Antibiotika die Therapie von Patienten erschweren. Der bekannteste Keim ist der Methicillinresistente Staphyloccocus aureus (MRSA). Für gesunde Menschen sind diese Keime unproblematisch. Bei der Krankenversorgung sowie in der Alten- und Langzeitpflege können sie jedoch schwerwiegende Probleme verursachen. Krankheitsverläufe oder die Verweildauer in einer Klinik können sich verlängern. Insbesondere für frisch operierte, chronisch Kranke und immungeschwächte Personen kann eine Infektion mit diesen Keimen ein hohes Risiko bedeuten.

Auch die Fachleute im Ortenaukreis wollen die Verbreitung von multiresistenten Erregern eindämmen und haben sich daher zu einem MRE-Netzwerk Ortenau zusammengeschlossen. Zur Auftaktveranstaltung des Netzwerks am 23. Juli im Landratsamt Ortenaukreis konnte Franz Seiser, Gesundheitsdezernent im Landratsamt Ortenaukreis, über 100 Gäste begrüßen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer nutzten die Gelegenheit, die Netzwerk-Arbeit kennenzulernen und sich fachlich auszutauschen.

Das MRE-Netzwerk Ortenau hat sich zur Aufgabe gemacht, die Patientensicherheit zu erhöhen und die öffentliche Gesundheit zu verbessern. „Wir wollen vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen, die an der Versorgung der Betroffenen beteiligt sind, ausbauen“, erklärte Dr. Evelyn Kraus, Zahnärztin im Gesundheitsamt des Landratsamts Ortenaukreis und Koordinatorin des Ortenauer Netzwerks. Daher zielen die Präventionsmaßnahmen insbesondere auf den Übergang zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Mit multiresistenten Erregern infizierte Patienten zu versorgen, betreffe und fordere nicht nur die Krankenhäuser, sondern alle Einrichtungen des Gesundheitswesens. Dies hätten die bisherigen Erfahrungen gezeigt, so Kraus weiter.

Unter Koordination des Gesundheitsamtes Ortenaukreis baut seit dem letzten Jahr eine Lenkungsgruppe die Netzwerkarbeit im Kreis auf. An dieser Gruppe beteiligen sich neben dem Gesundheitsamt des Landratsamts Ortenaukreis folgende Institutionen: Kliniken im Kreis, das Klinikum Ortenau, die Ärzteschaft im Ortenaukreis, die Arbeitsgemeinschaften Pflege im Ortenaukreis, die Transportdienste im Ortenaukreis, die Krankenkassen vertreten durch die AOK, Kliniken aus dem Reha-Bereich, Ambulante Pflegedienste und Alten- und Pflegeheime.

Erste Früchte zeigt die Arbeit des MRE-Netzwerks in einem für den ganzen Ortenaukreis geltenden sogenannten Überleitbogen, den die Lenkungsgruppe erstellt hat. Diesen Überleitbogen erhält ein betroffener Patient, wenn er eine Einrichtung verlässt, damit die anschließenden therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen ohne Unterbrechung weitergeführt werden können. Zwei Arbeitsgruppen beschäftigen sich zudem mit der Informationsweitergabe und mit Mindeststandards bei der Versorgung von MRE-Patienten.

Bei der Auftaktveranstaltung referierten Dr. Dieter Auer und Dr. Michael Elgas vom Klinikum Offenburg über den Wettstreit zwischen MRE-Keimen und Antibiotika und dessen Auswirkungen in der Therapie. Zudem berichtete Dr. Friederike Ley vom Gesundheitsamt Karlsruhe über die guten Erfahrungen der Netzwerkarbeit im Landkreis Karlsruhe.

Dem MRE-Netzwerk Ortenau gehören inzwischen 34 Institutionen an. Mitglied im Netzwerk kann jede Einrichtung werden, die an der Versorgung und Pflege von kranken Menschen mitwirkt. Beitrittserklärungen, Überleitbogen sowie weiterführende Informationen zu MRE und der Netzwerkarbeit gibt es auf der Webseite des Gesundheitsamtes. Das MRE-Netzwerk Ortenau ist ein Teil des Gesamtnetzwerks Baden-Württemberg, dem sich nahezu alle Landkreise angeschlossen haben.