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Delegation aus der Partnerregion zu Gast in der Ortenau
Auf Einladung von Landrat Frank Scherer besuchte eine von Gouverneur Plamen Stefanov angeführte Delegation der bulgarischen Region Vidin vom 5. bis 8. September den Ortenaukreis. Im Mittelpunkt des Besuchsprogramms standen die gemeinsamen Themenfelder Tourismus, Weinwirtschaft und Erwerbsobstbau, Infrastrukturen und Abfallwirtschaft sowie Bildung. Ende April war Scherer einer Einladung von Stefanov in die Region Vidin gefolgt. Die ländlich geprägte Region Vidin liegt im Nordwesten Bulgariens an der Donau und gilt als Eingangstor des Landes zu Europa. Die Region hat eine Fläche von 3022 Quadratkilometern und rund 114.000 Einwohner.

„Gerade in den Bereichen Wirtschaft und Bildung weisen unsere Regionen viele interessante Berührungspunkte auf. Die gegenseitigen Besuche mit vielfältigen Begegnungen und Gesprächen haben gezeigt, dass es hier zahlreiche interessante Anknüpfungspunkte für eine beidseitig gewinnbringende Partnerschaft gibt", sagten Stefanov und Scherer heute auf einer Pressekonferenz zum Abschluss des Besuches.
Zu dem Kontakt war es gekommen, nachdem Landrat Frank Scherer im vergangenen Jahr im Auftrag der EU-Kommission in Bulgarien tätig war und über die engen Verbindungen der Regierungen Baden-Württembergs und Bulgariens.

Scherer: "Standortpolitik hat für mich auch im internationalen Kontext einen hohen Stellenwert. Denn unsere Wirtschaft gerade im Ortenaukreis ist längst europäischen und globalen Marktmechanismen ausgesetzt. Deshalb gilt es, die Ortenau bestmöglich auch im Ausland zu positionieren und dabei interessante Potentiale der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu nutzen."
Nach den gegenseitigen Besuchen und einer Analyse denkbarer Kooperationsfelder sind sich Stefanov und Scherer einig: „Wir wollen partnerschaftlich eng zusammenarbeiten und uns dabei insbesondere auf Wirtschaft und Bildung konzentrieren, weil hier beide Regionen voneinander profitieren können. Und dabei ist wichtig und gut: zwischen uns stimmt die Chemie!" Scherer und Stefanov haben vereinbart, eine enge Partnerschaft einzugehen und zu formalisieren, um vor allem auch Förderprogramme der EU nutzen zu können. Als Konsequenz aus den zahlreichen Kontakten mit Vertretern Ortenauer Unternehmern wird Gouverneur Stefanov zudem für das Frühjahr 2011 eine Wirtschaftsdelegation aus der Ortenau nach Vidin einladen. Scherer sagte zu, dass man dabei die begonnenen Kontakte ausbauen und die für beide Regionen interessanten Kooperationsfelder besonders berücksichtigen werde.
Auf dem dicht gedrängten Besuchsprogramm standen vor allem auch Stationen mit wirtschaftlichem Hintergrund: Nach ihrer Ankunft am Sonntag besuchte die bulgarische Delegation die Tankbaufirma Möschle in Ortenberg. Im Anschluss erläuterte der ehemalige Geschäftsführer Winfried Köninger im Weingut Schloss Ortenberg die Anbaumethoden und Strukturen der Weinwirtschaft in Baden.

Am Montag stellte ein erster Schwerpunkt des Besuchsprogramms der Erwerbsobstanbau dar. In Oberkirch machten sich die Besucher beim Obstgroßmarkt Mittelbaden e.G. mit den Strukturen einer der größten Erzeugergenossenschaften Deutschlands vertraut. In Achern lernten die Besucher dann mit der Firma Landgard Vetter Gruppe ein auf den Einkauf und den Vertrieb von frischem Obst und Gemüse spezialisiertes Unternehmen kennen. Besonders Fragen zur Qualitätssicherung, Ausbildung und Logistik standen dabei im Vordergrund.
Um das Thema Tourismus ging es am Montagnachmittag beim Besuch des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Besonderes Interesse zeigten die Besucher an den Initiativen des Naturparks zur Entwicklung innovativer Naturerlebnisangebote wie dem Luchs- oder Wildnispfad und der Regionalmarke „echt Schwarzwald".

Eine Reise in die Vergangenheit des Schwarzwaldes machten die Besucher aus Bulgarien am Dienstag beim Besuch des Schwarzwälder Freilichtmuseums Vogtsbauernhof in Gutach. Museumsleiterin Margit Langer und die Tourismusbeauftragte des Ortenaukreises, Sandra Bequier, stellten die Region und touristische Vermarktungsstrategien vor. Das Thema Daseinsvorsorge stand im Anschluss beim Besuch der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage des Zweckverbands Abfallbehandlung Kahlenberg im Mittelpunkt. Besonderes Interesse zeigten die Besucher an dem innovativen Verfahren der Anlage sowie an der Abfallwirschaftskonzeption des Ortenaukreises. Beim Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr (IGZ) informierten sich die Gäste dann über die erfolgreiche Konversion und die Vermarktung von ehemals militärisch genutzten Flächen als Gewerbeflächen. In Schwanau besuchte die Delegation anschließend das Tunnelbohrunternehmen Herrenknecht. Vorstandsvorsitzender Martin Herrenknecht stellte die weltweiten Aktivitäten des Unternehmens vor, das auch bereits in Bulgarien aktiv ist.
Am Abend trafen die Delegationsmitglieder mit Vertretern der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau (WRO) und Ortenauer Unternehmern aus dem Wirtschaftsbeirat der WRO zusammen.
Bei einem Arbeitstreffen am Mittwochmorgen im Landratsamt Ortenaukreis stand schließlich das Thema Bildung im Mittelpunkt. Die Gäste lernten das System der allgemeinbildenden Schulen in Deutschland und insbesondere das duale Berufsschulwesen im Ortenaukreis kennen. Professor Dr. Aribert Kopnarski, Osteuropabeauftragter der Hochschule Kehl, stellte zudem die Ausbildung an der Kehler Hochschule für Verwaltung und das System der dualen Hochschule vor.