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Delegation aus Vidin zu Besuch in der Ortenau

Auf Einladung von Landrat Frank Scherer besuchte eine von Gouverneur Krastyo Spasov angeführte Delegation der bulgarischen Partnerregion Vidin vom 26. bis 29. Mai 2014 zum dritten Mal den Ortenaukreis. Mitglieder der Delegation waren Bürgermeister, Unternehmer und hochrangige Vertreter der Regionalverwaltung. Seit 20. Juni 2013 ist Krastyo Spasov Gouverneur der Region Vidin und damit Nachfolger von Tsvetan Asenov. Für Spasov, der bereits von 2005 bis 2009 als Gouverneur der Region Vidin vorstand, war es der erste Besuch in der Ortenau.

„Ich freue mich, dass die bulgarische Delegation meiner Einladung gefolgt ist. Gouverneur Spasov ist ein erfahrener Politiker und gemeinsam werden wir die Projekte, die bereits erfolgreich gestartet sind, wie das Qualifizierungsprogramm Ortenau-Vidin, fortführen und neue Kooperationsmöglichkeiten ausloten“, sagte Landrat Frank Scherer.

Im Mittelpunkt des Besuchsprogramms standen gemeinsame Themen wie berufliche Bildung, Tourismus, Wirtschaft und eine mögliche weitere Zusammenarbeit etwa im Bereich der Verwaltungskompetenz.

Am Montagnachmittag stellte Scherer im Beisein von Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano der bulgarischen Delegation die Arbeit des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau im Euro-Institut im Kompetenzzentrum Kehl vor. „Mit dem Infobest Kehl-Straßburg, dem Euro-Institut und dem Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau als Gebietskörperschaft verfügen wir im Ortenaukreis über europäische Institutionen mit viel Erfahrung, von der die Region Vidin profitieren kann. Wir wollen zeigen, was in einer langen Partnerschaft alles möglich ist und welche grenzüberschreitenden Optionen es gibt.“

Wie der Ortenaukreis liegt auch die Region Vidin im Nordwesten Bulgariens an einer europäischen Grenze (Rumänien und Serbien). Die im vergangenen Jahr eröffnete „Neue Europa-Brücke", eine von der EU geförderte, hochmoderne und fast zwei Kilometer lange Brücke mit vier Fahrspuren und einer Eisenbahnstrecke, verbindet das bulgarische Vidin und das rumänische Calafat. „Daraus ergeben sich ganz neue Kooperationsmodelle und Möglichkeiten zwischen Rumänien und Bulgarien“, erklärte Gouverneur Spasov am Montagnachmittag im Euro-Institut im Kompetenzzentrum Kehl. „Wir sind noch nicht soweit wie der Ortenaukreis, aber wir sehen viele Möglichkeiten mit Calafat, deswegen möchten wir die grenzüberschreitenden Erfahrungen, die im Ortenaukreis gemacht wurden, nutzen“, so Spasov.

Eine engere Zusammenarbeit der Regionalverwaltung Vidin mit dem Euro-Institut in Kehl im Rahmen des durch das Staatsministerium Baden-Württemberg initiierten „DANTE 4 PA“-Projekts sei „gut vorstellbar“, so Georg Walter, Direktor des Euro-Instituts. „DANTE 4 PA“ steht für die Entwicklung und Durchführung berufsbegleitender Trainingsmodule, ausgerichtet auf die Bedürfnisse regionaler und lokaler Verwaltungsexperten. „Die Region Vidin hatte bereits früh Bereitschaft signalisiert, die Trainingsansätze zu testen und so die regionalen Bedarfe zu konkretisieren“, so Walter.

Am Dienstag führte das Begegnungsprogramm die Besucher in die Montagestätten jener Ortenauer Weltfirma, die bereits das Metrosystem der bulgarischen Hauptstadt Sofia erfolgreich erweiterte: die Herrenknecht Ag in Schwanau.
Am Nachmittag stellte Dr. Maria Hehn, Leiterin des Forstlichen Ausbildungszentrums Mattenhof in Gengenbach, Ausbildungsberuf Forstwirt vor. Von der praktischen Holzernte über alle Aspekte der Waldpflege bis hin zur kompetenten Erledigung von Naturschutz-, Landschaftspflege- und Biotoppflegearbeiten, werden im Mattenhof gelehrt und gelernt.

Großes Interesse zeigten die Besucher aus Bulgarien auch an der anschließenden Besichtigung des Holznasslagerplatzes der Waldservice Ortenau eG. „Einen vergleichbaren Dienstleistungsbetrieb wie die Waldservice, der inzwischen 25 Städte und Gemeinden neben dem Kreis und den acht Forstbetriebsgemeinschaften angehören, gibt es in Vidin nicht“, informierte Landrat Scherer. „Im Bereich der Holzvermarktung und Forstwirtschaft wollen wir deshalb im engen Austausch bleiben.“

Ein besonderes Gastgeschenk bekam Vanyo Kostin, Bürgermeister der Gemeinde Chuprene in Vidin, von Ohlsbachs Bürgermeister Bernd Bruder im Beisein von Landrat Frank Scherer und Vidins Gouverneur Krastyo Spasov übergeben übergeben: Ein Tanklöschfahrzeug, Typ „TLF 16“ von Magirus-Deutz. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein voll funktionstüchtiges Modell älteren Baujahrs, das noch diesen Sommer von Feuerwehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr Ohlsbach nach Vidin überführt werden soll. Der Kontakt mit der Gemeinde Chuprene kam über Landrat Scherer zustande. „Die Gemeinde Ohlsbach und seine Feuerwehr freuen sich, dass wir mit der Übergabe unseres Tanklöschfahrzeugs, das technisch noch intakt, aber nicht mehr unseren Feuerwehrstandards entspricht, eine sinnvolle Weiterverwendung gefunden haben. Unsere bulgarischen Freunde aus Chuprene haben mit der Aussicht auf dieses Fahrzeug eine Freiwillige Feuerwehr aufgestellt und das Fahrzeug wird ihnen noch sicherlich viele Jahre gute Dienste leisten“, so Bürgermeister Bruder.

Auf dem Thema Tourismus lag der Schwerpunkt am dritten Tag des Besuchs. Inhaber Ulrich Müller stellte den bulgarischen Besuchern das Konzept der Marktscheune in Berghaupten mit dem Verkauf regionaler Produkte und dem Betrieb eines Bauerncafés vor. Dort konnten sich die Gäste beim Schwarzwälder Vesper direkt von Qualität und Geschmack der Ortenauer Produkte überzeugen.

Anschließend hieß Gengenbachs Bürgermeister Thorsten Erny die bulgarischen Besucher im Bürgersaal der Stadt willkommen. Lothar Kimmig, Geschäftsführer der Touristinformation, präsentierte das Tourismuskonzept der Stadt.

Abschluss des Begegnungsprogramms bildete ein Weinbergspaziergang mit anschließender Weinverkostung.