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Rund 15 Bürgerinnen und Bürger der LEADER-Bewerberregion Ortenau trafen sich gestern zum sechsten Themenabend in der Stadthalle am Nollen in Gengenbach. Sie diskutierten mögliche Handlungsfelder rund um die sozialen Veränderungen der Gesellschaft.

In ihrem Impulsvortrag stellte Michaela Wrobel vom Planungsbüro entra aus Winnweiler, das den LEADER-Bewerbungsprozess begleitet, mehrere Projektbeispiele rund um die Themen Ehrenamt und Gesundheit/Pflege vor. „Es ist sinnvoll schon heute die langfristigen Entwicklungen abzuschätzen und zu berücksichtigen, auch wenn sich aktuell der tatsächliche Bedarf noch nicht zeigt und die Versorgung insbesondere mit medizinischen und Pflegedienstleistungen vermeintlich noch gut ist“, so Wrobel.

Die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements wurde als ein wichtiges Handlungsfeld identifiziert. Ein zentraler Ansprechpartner werde benötigt, der alle Akteure miteinander vernetze und kontinuierlich informiere. „Er sollte neben der Organisation des Prozesses auch inhaltliche Impulse geben und grundsätzliche rechtliche Fragen klären können“, so die Teilnehmer. Ähnlich einer Ehrenamtsbörse sollte er auch Engagierte in der Region vermitteln können.

Vereine brauchen Beratung, wie sie ihre Strukturen an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen können, um insbesondere für Jugendliche attraktiver zu sein, wünschten die Mitglieder der Arbeitsgruppe. Die Menschen wollten und könnten sich nicht mehr bis zu dreimal die Woche in einen Verein einbringen, stellten sie fest. Daher müssten Anreize geschaffen oder der Vereinsbetrieb so umstrukturiert werden, dass der Verein den Ansprüchen der heutigen Generationen gerecht werde. Um trotz abnehmender Bevölkerungs- und Mitgliederzahl handlungsfähig zu bleiben, sollten Vereine stärker miteinander kooperieren.

Um Migranten besser zu integrieren, sollten sie nicht nur im Alltag und beim Deutschlernen unterstützt werden. Die deutsche Verwaltung und sonstigen Ansprechpartner sollten sich auch die Situation der Migranten bewusster machen. „Nur wenn ein umfassendes Verständnis dafür vorhanden ist, aus welchen Lebensumständen und mit welchen Traumata bepackt Migranten zu uns in die Region kommen, kann es besser gelingen, Handlungsmotive und persönliche Einzelbedürfnisse zu erfassen“, waren sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe einig. Sie schlugen runde Tische und Umfragen vor, die von einem zentralen Ansprechpartner in der jeweiligen Migrantengruppe organisiert werden. Darauf basierend könnten zielgruppengenaue und damit erfolgreiche Integrationsmaßnahmen angeboten werden.“

Um den öffentlichen Personennahverkehr insbesondere in den stark ländlich geprägten Räumen weiter zu entwickeln, wurden private Fahrdienste als Alternative und Ergänzung diskutiert. „Viele Autofahrer verlassen jeden Morgen allein in ihren Autos die Täler des Schwarzwalds und kehren spätnachmittags heim. Hier sind Anknüpfungspunkte, um mobilitätseingeschränkten Personen Fahrtangebote zu machen und durch organisierte Mitfahrten die Verkehrs- und Umweltbelastung zu senken“, so die Diskussionsteilnehmer. Um Projekte in diesem Handlungsfeld umsetzen zu können, müsse die Rechtslage für den Dienstleistenden klar sein, insbesondere wenn dieser ehrenamtlich tätig sei. Nach einer genauen Bedarfserhebung und einem koordinierten Zusammenbringen der Akteure könnten dann erste Strecken bedient werden.

Mit dem sechsten Themenabend wird der öffentliche Beteiligungsprozess zum Regionalen Entwicklungskonzept zunächst abgeschlossen. Das Büro entra erstellt in den kommenden Wochen den ersten Konzeptentwurf und entwickelt ihn gemeinsam mit regionalen Akteuren fachlich weiter. Im Rahmen einer Zukunftskonferenz Anfang September soll der ausgereifte Entwurf in einer öffentlichen Veranstaltung zur Diskussion gestellt werden. Dabei sollen die Schwerpunkte des Konzepts erläutert und einzelne Aspekte durch die Teilnehmer weiterentwickelt werden. Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der Ansprechpartner sind im Internet unter www.lag-ortenau.de zu finden.