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Zum fünften Themenabend der LEADER-Bewerberregion Ortenau kamen rund 20 Bürgerinnen und Bürger am Donnerstagabend in die Illenau nach Achern. Sie diskutierten mögliche Handlungsfelder rund um die Zusammenarbeit der Unternehmen, die Gewinnung von Fachkräften sowie Kooperationsansätze von Unternehmen mit Schulen für die 17 Gemeinden der Bewerberregion.

In seinem Impulsvortrag stellte Stefan Dietz vom Planungsbüro entra aus Winnweiler, das den LEADER-Bewerbungsprozess begleitet, zu Beginn die Frage, wie bewusst die Unternehmen der Region mit dem Thema Fachkräfte umgehen: „Durch das schrumpfende Angebot an qualifizierten Arbeitskräften können gerade die Unternehmen sich einen Vorteil am Markt verschaffen, die mit guten Führungsstrukturen und sehr guten Arbeitsbedingungen punkten können – diese Unternehmen haben kein Fachkräfteproblem. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das, sich durch enge Kooperation regional besser aufzustellen, um mit den Global Playern in diesem Feld mithalten zu können. LEADER bietet für unternehmerische Kooperationsprojekte einen guten Rahmen.“

Die gemeinsame Außendarstellung von Unternehmen in der Region war dann auch eins der zentralen Themen in der Diskussion der Teilnehmer. „Wenn gerade junge Leute in der Region gehalten werden sollen, dann müssen sie frühzeitig über das berufliche Alltagsleben und die Zukunftsperspektiven in den Unternehmen der Region informiert werden“, so die Forderung der Teilnehmer. Wichtig sei dabei auch, die mögliche persönliche Weiterentwicklung im jeweiligen Unternehmen aufzuzeigen. Deswegen sollten Kooperationen zwischen den Schulen und den Unternehmen deutlich verstärkt werden. „Wenn junge Menschen häufiger und regelmäßiger Praktika machen können, bekommen sie ein besseres Bild von den Jobs in der Region“, so die Forderung.

Die Teilnehmer diskutierten zukünftige Handlungsfelder und erarbeiteten erste Projektideen und Ansätze von Umsetzungsstrategien in kleinen Arbeitsgruppen. Die gemeinsame Darstellung der Unternehmen zur Steigerung ihres Bekanntheitsgrades wurde daher auch als ein wichtiges Handlungsfeld der Zukunft angesehen. Die offene Kommunikation der Unternehmen mit seinen Kunden war dabei ein wichtiger Aspekt.

Zur Bewältigung des Fachkräftemangels sollten Maßnahmen vor allem auf Berufsrückkehrerinnen abzielen. „Für diese Zielgruppe ist es nicht nur relevant, eine Kinderbetreuung zu organisieren, sondern auch unabhängige Weiterbildungen zur elektronischen Datenverarbeitung und den Möglichkeiten des Internets zu ermöglichen“, so die Teilnehmer. Als Ziel wünschte sich die Arbeitsgruppe ein umfassendes Handlungskonzept, das den Unternehmen der Region einen Werkzeugkoffer für unterschiedliche Maßnahmen an die Hand gibt. So könnten sie der bestehenden Problematik mit für das eigene Unternehmen passgenauen Instrumenten begegnen.

Wichtige nutzbare Potenziale werden dabei auch in der Zusammenarbeit mit dem Elsass gesehen. Neben gegenseitiger Intensivierung der Französischkenntnisse in der schulischen Ausbildung durch häufigere Austausche sollen auch Arbeitnehmer in den Genuss von Sprachkursen zur persönlichen Weiterbildung kommen. Für die Unternehmensleitung ist dagegen von maßgeblicher Bedeutung, besser über rechtliche und verwaltungstechnische Rahmenbedingungen in Frankreich und die Unterschiede in der Unternehmenskultur informiert zu werden. Nur dann könnten im globalen Blick die Vorteile einer gemeinsamen Europaregion effektiv genutzt werden.

Das Thema Beratung stand ebenfalls im Fokus eines Handlungsfelds. Hierbei geht es aus unternehmerischer Sicht vor allem um die Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts wie Verwaltung, EDV, Marketing. Hier werden einzeln abrufbare Serviceangebote gewünscht. „Zusätzlich müssen Beratungsangebote aber auch schon Jugendliche erreichen, die nicht nur hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft bedarfsgerecht informiert, sondern gleichzeitig auch stärker erfolgsorientiert gecoacht werden sollten“, wünschten sich die Teilnehmer.

Durch Clusterbildung könnten kleinere Unternehmen gemeinsam Fühlungsvorteile erzielen und sich stärker im Wettbewerb positionieren. Unternehmen einer Branche könnten sich etwa erfolgreicher vermarkten, wenn sie sich gemeinsam regional organisierten. Unternehmen einer Produktionskette könnten auch ihre Effizienz steigern und den Wünschen des Endverbrauchers besser entsprechen, wenn sie sich intensiv abstimmten. „In beiden Fällen wird ein Kümmerer benötigt, der den Entwicklungsprozess vorantreibt, Aufgaben verteilt und die Interessen aller Beteiligten in ein Gesamtinteresse integriert“, stellten die Teilnehmer fest.

Ein weiterer Themenabend unter dem Motto „Gemeinschaft und Zusammenhalt“ fand am Montag, 21. Juli, in Gengenbach statt. Die Ergebnisse aller sechs Themenabende werden in einem regionalen Entwicklungskonzept zusammengefasst, das Hauptbestandteil der Bewerbung als LEADER-Region sein wird. Alle Termine und Ergebnisse, weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der zuständigen Ansprechpartner sind im Internet unter www.lag-ortenau.de zu finden.