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Am vergangenen Montagabend trafen sich rund 35 Bürgerinnen und Bürger der LEADER-Bewerberregion Ortenau zum vierten Themenabend in der Mummelseehalle in Seebach. Sie diskutierten mögliche Handlungsfelder rund um Nationalpark und Naturpark, Zukunft der Landwirtschaft und Potenziale der Erneuerbaren Energien für die 17 Gemeinden der Bewerberregion.

In ihrem Impulsvortrag stellte Anne-Marie Kilpert vom Planungsbüro entra aus Winnweiler, das den LEADER-Bewerbungsprozess begleitet, ein aus dem Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördertes Nationalparkprojekt aus Sachsen vor.

Als zentrales Thema kristallisierte sich dann aber die Offenhaltung der Landschaft durch die Landwirte heraus. „Unsere einzigartige Landschaft offen zu halten, wird immer schwerer“, so die Lagebestimmung der Teilnehmer. „Die landwirtschaftliche Nutzung insbesondere von Steillagen ist oft nicht mehr wirtschaftlich.“ Darüber hinaus fehle es häufig an Nachfolgern für landwirtschaftliche Betriebe: „Der ländliche Raum muss kontinuierliche Bevölkerungsverluste hinnehmen. Gerade für Jugendliche bieten größere Städte deutlich attraktivere Beschäftigungsperspektiven.“

Die Teilnehmer diskutierten zukünftige Handlungsfelder und erarbeiteten erste Projektideen und Ansätze von Umsetzungsstrategien in kleinen Arbeitsgruppen. Die stärkere und gezieltere Vermarktung von Produkten der Region wurde als ein wichtiges Handlungsfeld der Zukunft angesehen. Hierbei ging es vor allem darum, bereits erzielte Einzelerfolge auf die ganze Region zu übertragen, in der Bevölkerung das Bewusstsein um die Qualität regionaler Produkte zu verstärken und neue Produkte und Vermarktungsketten einzuführen.

Ebenfalls wichtig sei die Förderung von Junglandwirten. Hier hielten die Teilnehmer vor allem eine stärkere Vernetzung für notwendig. „Die Landwirte sollten sich besser gegenseitig informieren, um Potenziale der Zusammenarbeit frühzeitig zu erkennen“, wünschten sich die Teilnehmer. Im Bereich der landwirtschaftlichen Kooperation seien vor allem Maschinenringe und Genossenschaftslösungen gefragt, um die Landwirtschaft als zentrale Pflegerin der Kulturlandschaft zu stärken.

Die Grundlagen für eine positive Entwicklung müssten aber schon im Kindesalter gelegt werden. Passende Bildungsangebote könnten Kinder und Jugendliche für die Landwirtschaft und ihre Produkte sensibilisieren, Weiterbildungsangebote im Erwachsenenalter erhöhten das Verständnis für die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft in der Region.

Anne-Marie Jarry vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ortenaukreis e.V. verdeutlichte mit dem von ihr vorgestellten Projektbeispiel, dass die Offenhaltung der Landschaft auch durch gute Koordination mehrerer Einzelmaßnahmen unter großem Einsatz der Bevölkerung erreicht werden kann.

Ein strategisches Energiekonzept für die gesamte LEADER-Region Ortenau solle die Region beim Thema Energie weiterbringen, so die Teilnehmer. Darin sollen nicht nur die idealen Standorte für Windenergieanlagen gefunden, sondern auch die Potenziale der anderen Energieträger wie etwa Wasser und Holz analysiert werden. Die Bürger der Region sollen dann für den Bau von Anlagen zur Energieerzeugung gewonnen werden. Dabei gehe es nicht nur um die ideelle Unterstützung, sondern auch um Beteiligung an Genossenschaftskonstruktionen. Damit könne man nicht nur die eigene Region besser, günstiger und umweltverträglicher mit Energie versorgen, es brächte auch finanzielle Anreize.

Bis zum Ende des Monats folgen noch zwei weitere Themenabende mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung. Der nächste Themenabend „Starke Arbeitgeber“ findet am Donnerstag, 17. Juli, ab 18 Uhr im Festsaal der Illenau in Achern statt. Die Ergebnisse aller sechs Themenabende werden in einem regionalen Entwicklungskonzept zusammengefasst, das Hauptbestandteil der Bewerbung als LEADER-Region sein wird. Alle Termine und Ergebnisse, weitere relevante Informationen sowie die Kontaktdaten der zuständigen Ansprechpartner sind im Internet unter www.lag-ortenau.de zu finden.