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Rund 100 Langzeitarbeitslose der Perspektive 50plus in der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis (KOA) waren eingeladen

Bei einer bundesweit einzigartigen Veranstaltung des Projekts Perspektive 50plus der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis (KOA) im historischen Salmen in Offenburg waren am vergangenen Mittwoch, dem 18. Juni, Langzeitarbeitslose über 50 Jahre aufgerufen, ihre Erfahrungen, Ideen und Hoffnungen in Verbindung mit ihrer Lebenssituation vorzutragen und zu diskutieren. Unter dem Titel „50plus und arbeitslos – Was brauche ich und wünsche ich mir?“ sollten einmal nicht die Profis aus Politik und Verwaltung, sondern die Arbeitsuchenden selbst zu Wort kommen und die Problematik der Langzeitarbeitslosigkeit aus Ihrer Perspektive beleuchten. Rund 100 sogenannte erwerbsfähige Leistungsberechtige aus der ganzen Ortenau waren der Einladung gefolgt. Die Ergebnisse des Open Space-Workshops, einem Tagungsformat, das durch inhaltliche Offenheit gekennzeichnet ist, sollten Anregung für die zukünftige Projektarbeit der Perspektive 50plus sein.

Im Offenburger Salmen, wo sich einst in Zeiten der Badischen Revolution Bürger aktiv an der Gestaltung ihrer Lebensbedingungen beteiligten, begrüßte Christian Klemp, Projektleiter der Perspektive 50plus, die Anwesenden und zeigte sich erfreut über die rege Beteiligung an der Veranstaltung. Animiert durch den Moderator Thomas Uhlendahl aus Freiburg brachten die Veranstaltungsteilnehmer zahlreiche Themenwünsche ein, die während zwei Arbeitsphasen in 20 Kleingruppen diskutiert, formuliert und am Ende der Tagung im Plenum vorgestellt wurden.

Dabei äußerten sich die Teilnehmer kritisch zu Thermen wie der Arbeitgeberansprache, der Berücksichtigung gesundheitlicher Probleme bei der Stellenvermittlung und zu den Weiterbildungsangeboten des Jobcenters. Auch die Möglichkeiten der sozialen Eingliederung und die 1-Euro-Jobs wurden thematisiert. Überdies wurden Vorschläge gemacht, wie die Projektteilnehmer über 50 Jahre ihre beruflichen Erfahrungen an andere weitergeben und ihre Vorteile gegenüber Arbeitgebern noch besser kommuniziert werden könnten. Auch was die Informationsmöglichkeiten der Arbeitslosen selbst anbetrifft, gab es Anregungen, wie die regelmäßige Veröffentlichung eines Rundschreibens mit Informationen etwa zu gesetzlichen Neuerungen und Jobangeboten oder das Sammeln ausgedienter Firmen-PCs und deren Spende an Hartz IV-Empfänger.

„Um möglichst viele Arbeitslose wieder in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren, gehen wir neue Wege. Wir waren überzeugt, dass uns die Langzeitarbeitslosen als Experten ihrer eigenen Lebenssituation wichtige Impulse für unsere Arbeit geben können und sehen uns nach der Veranstaltung darin bestätigt“, so Projektleiter Christian Klemp. Nun sei es die Aufgabe der Perspektive 50plus, die eingebrachten Ideen weiterzuentwickeln und soweit möglich in die Tat umzusetzen.

Die Veranstaltung im Ortenaukreis war in diesem Rahmen der bundesweit erste Versuch, Arbeitsuchende aktiv an der Weiterentwicklung der Arbeit eines Jobcenters zu beteiligen. Der Ortenauer Open Space wird im Bundesprogramm Perspektive 50plus und im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vorgestellt und dient als Pilotprojekt für vergleichbare Veranstaltungen in anderen Regionen Deutschlands.