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Die drei Preisträger des »Integrationspreis Ortenau«, der gemeinsam vom Landratsamt Ortenaukreis und der Sparkasse Offenburg/Ortenau erstmalig verliehen wurde.

Landrat Frank Scherer empfing heute über 100 neu eingebürgerte deutsche Staatsbürger im Großen Sitzungssaal des Landratsamts, die gemeinsam mit Vertretern aus Verwaltung, Kirche und Gesellschaft im Beisein ihrer Familien ihre Einbürgerung feierten. „Jede einzelne Einbürgerung steht für eine gelungene Integration in die Gesellschaft. Der deutsche Pass ermöglicht die volle politische Teilhabe. Ich freue mich, dass Menschen mit Migrationshintergrund von der Möglichkeit ihrer Einbürgerung tatsächlich Gebrauch machen und Verantwortung für unser Land und unsere Region übernehmen. Nutzen Sie Ihre neuen staatsbürgerlichen Rechte, gehen Sie beispielsweise wählen und helfen Sie mit, Ihr Land auch in Ihrem Sinne fortzuentwickeln“, sagte Scherer und gratulierte den neueingebürgerten Ortenauerinnen und Ortenauer zur deutschen Staatsbürgerschaft.

Ministerialdirektor Prof. Dr. Wolf-Dietrich Hammann vom Ministerium für Integration Baden-Württemberg verdeutlichte in seinem Grußwort, warum Baden-Württemberg sich über seine Neubürgerinnen und Neubürger freut: „Baden-Württemberg lebt und braucht Vielfalt: Die Menschen im Südwesten kommen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Als Hochtechnologiestandort sind wir auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Vielfalt sichert unsere Zukunftsfähigkeit. Mit der Einbürgerung zeigen Migrantinnen und Migranten, dass Baden-Württemberg ihre Heimat geworden ist. Die Einbürgerung ist mehr als ein reiner Verwaltungsakt. Deshalb freue ich mich, dass der Ortenaukreis ein Einbürgerungsfest feiert.“

Von den rund 420 Einbürgerungsanträgen, die zwischen Juli 2013 und April 2014 beim Landratsamt Ortenaukreis eingegangen waren, wurden 316 Anträge bewilligt. Die Eingebürgerten stammen aus der Türkei, dem Irak, Serbien, der ehemaligen Sowjetunion und zunehmend aus den Ländern der Europäischen Union. Gesellschaftlich bilden sie einen Querschnitt aus Facharbeitern, Akademikern und Selbstständigen.
Landrat Scherer lobte die gute „Willkommenskultur im Ortenaukreis, wo sich Kommunen, Verbände, Vereine, Kirchen und viele einzelne Bürger engagieren, um unsere Gesellschaft bunter und friedlicher zu gestalten“. Um dieses Engagement zu würdigen, wurde im Rahmen der Einbürgerungsfeier heute erstmalig der „Integrationspreis Ortenau“ verliehen, der gemeinsam vom Landratsamt Ortenaukreis und der Sparkasse Offenburg/Ortenau ausgerufen wurde. „Es gibt bereits zahlreiche Initiativen und Projekte, die sich die Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Ziel gesetzt und dies auch erfolgreich umgesetzt haben“, sagte Alexandra Roth, Migrationsamtsleiterin beim Landratsamt Ortenaukreis. „Dieses Engagement findet oft im Verborgenen statt. Der Integrationspreis würdigt den Einsatz nun öffentlich und soll damit auch zum Nachahmen anregen“, so Roth.

„Integrationspreis Ortenau“ - Preisträger
Aus über 15 eingereichten Integrationskonzepten wurden heute die drei besten mit einem Preisgeld von insgesamt 3000 Euro honoriert.

Platz eins ging an das Projekt „Tandem“ der Initiatorinnen Monika Huber und Monika Schmitt-Beck vom Frauenforum Achern. Bei „Tandem“ wird die Sprachförderung und Integration von Kindern mit Migrationshintergrund unterstützt, indem deutschsprachige Familien Kinder aus anderen Ländern zu sich nach Hause einladen. Beim Basteln, Spielen, Lesen, Kochen oder Erledigen der Hausaufgaben verbessern die Kinder ihre Sprachkenntnisse und werden mit den hiesigen Lebensgewohnheiten vertraut. Das Projekt ist derzeit in Achern verortet und soll sich über die gesamte Ortenau hinweg ausbreiteten

Als zweiter Preisträger wurde das Projekt „Interreligiöser Dialog und Integration im Kinzigtal: Einander hören – einander verstehen“ der Türkisch-Islamischen Gemeinde Haslach ausgezeichnet. Merican Durmus, Dialogbeaufragte der Stadt Zell a. H. und Hans-Michael Uhl, evangelischer Pfarrer und Religionslehrer aus Hausach nahmen den Preis stellvertretend für die weiteren Partner im Kinzigtal wie der Freundeskreis des Robert-Gerwig-Gymnasiums, die evangelische Kirchengemeinde Haslach, Gemeinde Haslach sowie die beteiligten Schulen entgegen. Gespräche in und mit Schulklassen in unterschiedlichen Schulen im Kinzigtal und Kooperationen im Konfirmandenunterricht ermöglichen ein vertieftes Kennenlernen von Religion und Kultur der Partner und bieten Plattformen für persönliche Kontakte und gemeinsames Handeln für eine breite Öffentlichkeit im Kinzigtal. „Nur durch Verständnis für die jeweiligen anderen Sitten und Gebräuche vorhanden kann Respekt und Toleranz erwachsen und Freundschaften entstehen“, so die Initiatoren.

Das Projekt „Willkommenskultur in Oberkirch“ des ehrenamtlichen Vereins „PAuLA“ in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Oberkirch wurde mit dem dritten Preis gewürdigt. Eva Woelki und Bürgermeister Christoph Lipps nahmen den Preis entgegen und wiesen auf die unterschiedlichen Maßnahmen hin, die das Unterstützernetzwerk für Flüchtlinge und Asylbewerber in Oberkirch bereithält.

Neben Musikstücken von Adriano de Santis wurde die Feier künstlerisch umrahmt durch Aufführungen des Theater-, Sprach- und Poesieprojektes „Weltentheater“ und Tanzeinlagen des „Kindersonntagsstudio Albersbösch“.