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Schulgebäude aus den sechziger Jahren erstrahlt in neuem Glanz

Nach rund 10 Monaten Bauzeit hat der Ortenaukreis die Sanierungsarbeiten an der Astrid Lindgren-Schule in Willstätt-Hesselhurst abgeschlossen. In die Sanierung der Schule für Geistigbehinderte investierte der Kreis rund 1,5 Millionen Euro. Willstätts Bürgermeister Marco Steffens und Landrat Frank Scherer überzeugten sich gestern vom neuen Glanz des in den sechziger Jahren erbauten Schulgebäudes.

Für die energetische Sanierung des Schulgebäudes hatte der Kreistag des Ortenaukreises im Doppelhaushalt 2013/2014 zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Damit erhielt das Gebäude eine komplett neue Außenhülle. Außerdem wurde der Brandschutz an die heutigen Anforderungen angepasst. Verglasungen und Ausgänge aus jedem Aufenthaltsraum werden die Sicht nach draußen und den Zugang ins Grüne verbessern. Neue sog. Lüftungsflügel werden im Sommer durch die Abkühlung in der Nacht ohne weitere technische Hilfsmittel für angenehme Temperaturen sorgen. Durch einen neuen Aufzug sind die oberen Räume zukünftig barrierefrei erreichbar. Auch der Eingangsbereich wurde neu gestaltet.

„Der Endenergiebedarf der Schule reduziert sich durch die Sanierung um etwa ein Viertel. Weil wir auch noch die alte Ölheizung durch eine Pelletheizung ersetzt haben, verringert sich der Kohlendioxid-Ausstoß um mehr als das Siebenfache. Darauf sind wir stolz, bringt es uns doch unserem CO2-Einsparziel ein großes Stück näher und entlastet auf Dauer das Energiekostenbudget“, freut sich Landrat Frank Scherer. „Daneben ist diese Investition aber auch ein Bekenntnis zu unseren Sonderschulen und zum Standort Willstätt-Hesselhurst. Viele Eltern erleben, dass die Sonderschule den Bedürfnissen ihrer Kinder optimal gerecht wird. Deshalb muss unser differenziertes Sonderschulsystem unbedingt erhalten bleiben – mit einer weitgehenden Wahlfreiheit und einer intensiven, verantwortungsvollen Beratung der Eltern“.

„Unsere Aufgabe war“, so Architekt Jürgen Caruso aus Hohberg, „trotz einer Dämmung von außen den Stil des Gebäudes mit seiner typischen Stahlbetonskelettstruktur der sechziger Jahre zu erhalten. Außerdem brauchten wir ein Konzept, das eine Sanierung im laufenden Betrieb zuließ.“

„Das Zusammenspiel von Sanierung und Schulbetrieb war eine große Herausforderung, die aber durch die hervorragende Kommunikation und Organisation aller Beteiligten gut gemeistert wurde“, ergänzt die Schulleiterin Brigitte Pertl-Wulf. „Die Baustelle war für unsere Schüler faszinierend und erschreckend zugleich. Sie haben die Arbeiten oft interessiert beobachtet. Für lärmempfindliche Kinder mussten manches Mal die Bauarbeiten unterbrochen werden, was bei den Arbeitern jedoch stets ein Lächeln und nie Ärger ausgelöst hat!“

Die Astrid Lindgren-Schule ist eine von insgesamt vier Schulen für Geistigbehinderte im Ortenaukreis. Seit 1973 hat die kreiseigene Sonderschule ihren Sitz in Willstätt-Hesselhurst. Als Ganztagsschule werden hier Kinder ab dem 6. Lebensjahr in der Grundstufe (Klasse 1 bis 4), der Hauptstufe (Klasse 5 bis 9) und der Berufsschulstufe (Klasse 10 bis 12) unterrichtet.

Aktuell besuchen insgesamt 70 Schülerinnen und Schüler aus dem Einzugsbereich des ehemaligen Landkreises Kehl die Astrid Lindgren-Schule. Von den insgesamt elf Klassen werden vier Klassen als Außenklassen in Kooperation mit allgemeinbildenden Schulen in der näheren Umgebung geführt. Solche Kooperationen bestehen mit der Grundschule Leutesheim, der Werkrealschule Bodersweier, der Moscherosch-Werkrealschule Willstätt sowie mit den Beruflichen Schulen Kehl. Hier findet sowohl gemeinsamer Unterricht mit den Regelschülern als auch getrennter Unterricht im eigenen Klassenzimmer statt. Insgesamt besuchen 33 Schülerinnen und Schüler (47 Prozent) den inklusiven Unterricht in den Außenklassen. Daneben bietet die Kreisschule den Schülern auch eine Reittherapie, Sportmöglichkeiten wie etwa Bogenschießen sowie Betreuung der Kinder an vier Nachmittagen in der Woche.

Neben der Astrid Lindgren-Schule betreibt der Ortenaukreis in Haslach, Offenburg und Lahr drei weitere Schulen für Geistigbehinderte. Mehr als 300 geistig behinderte Kinder und Jugendliche aus der gesamten Ortenau besuchen diese Sonderschulen.