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Wasserrahmenrichtlinie

Ziel der im Jahr 2000 in Kraft getretenen EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist es bis 2015 den „guten Zustand“ der Gewässer zu erreichen.

Dies beinhaltet die Herstellung eines guten ökologischen und chemischen Zustands der oberirdischen Gewässer und die Schaffung eines guten chemischen und quantitativen Zustands des Grundwassers.

Das Regierungspräsidium Freiburg hat als zuständige Flussgebietsbehörde für den Ortenaukreis in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde beim Landratsamt ein Maßnahmenkonzept erarbeitet.

Defizite bestehen vor allem bei der Durchgängigkeit der Gewässer für Fische und Kleinstlebewesen, bei der Mindestwassermenge in Ausleitungsstrecken von Wasserkraftanlagen und bei der Gewässerstruktur. An allen größeren Ortenauer Flüssen – Acher, Rench, Kinzig, Schutter und Elz - wurden Vorrangstrecken für Durchgängigkeit, Mindestwasser und Gewässerstruktur ausgewiesen, an denen die erforderlichen Maßnahmen vorrangig umzusetzen sind (siehe Karte).

Als Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit ist z.B. der Bau von Fischtreppen oder rauen Rampen an Wanderungshindernissen wie Wehren oder Abstürzen erforderlich. Außerdem ist in vielen Ausleitungsstrecken von Wasserkraftanlagen eine Erhöhung der Mindestabflussmengen nötig, um eine Fischwanderung zu ermöglichen bzw. das Fließgewässer als Lebensraum zurückzugewinnen. Insgesamt sind im Ortenaukreis in Bezug auf Durchgängigkeit und Mindestwasser an den Vorrangstrecken 130 Maßnahmen umzusetzen. Hinzu kommen Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur, um die Lebensraumqualität der Fliessgewässer zu verbessern. Beispielsweise können durch die Renaturierung von Uferzonen wieder Laichplätze für Fische geschaffen werden.

Für die beiden in der Karte grün markierten Bereiche haben die bisherigen Untersuchungen eine unzureichende Wasserqualität der Fliessgewässer ergeben. Dies betrifft das Gebiet Schutter-Unditz und das Gebiet Acher-Acherner Mühlbach.

Die Grundwasserqualität ist im Gebiet Ortenau-Ried (rot markierte Fläche in der Karte) beeinträchtigt. Hier wurde mehrfach eine erhöhte Nitratkonzentration festgestellt. Absehbar ist, dass für Verbesserungen die Mitwirkung der Landwirte erforderlich wird, da diese Belastungen überwiegend durch den Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft verursacht werden.

Im Bereich der Fließgewässer gibt es für die Kommunen Zuschussmöglichkeiten, z.B. aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER). Private Kraftwerksbetreiber können über die erhöhte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Gelder erhalten. Außerdem gibt es seit April 2013 nach den Fördergrundsätzen kleine Wasserkraft die Möglichkeit Fördergelder für ökologische oder technische Modernisierungsmaßnahmen zu erhalten.

Der Zeitplan der WRRL sieht vor, dass die Maßnahmen an den Vorrangstrecken bis Ende 2012 umgesetzt werden. Im Anschluss soll in einer Monitoringphase bis Ende 2015 der gute Zustand der Gewässer nachgewiesen werden.

Die fristgerechte wasserrechtliche Umsetzung der sehr umfangreichen Maßnahmen ist Aufgabe der Unteren Wasserbehörde beim Landratsamt.

Nähere Informationen zu diesem Thema unter:

Allgemeine Informationen zur Wasserrahmenrichtlinie
Wasserrahmenrichtlinie im Regierungsbezirk Freiburg
Fördergrundsätze Kleine Wasserkraft