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Der Landschaftserhaltungsverband Ortenaukreis (LEV) wird sich finanziell und organisatorisch neu ausrichten. Ein entsprechendes Konzept zur Weiterentwicklung des LEV hat der Kreistag des Ortenaukreises in seiner heutigen Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. „Der Ortenaukreis räumt der Erhaltung der Kulturlandschaft und der Entwicklung im ländlichen Raum eine hohe Priorität ein“, erklärte Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises und Vorsitzender des LEV.„Das Land finanziert alle LEVs nach einheitlichem Muster. Das bedeutet, dass der LEV Ortenaukreis mit der gegebenen Personalkapazität den geforderten sehr großen Aufgabenumfang nicht leisten kann. Wiederholte Interventionen haben kein Ergebnis gebracht. Deshalbmuss der Kreis Haushaltsmittel einsetzen, um eine adäquate Personalausstattung sicherzustellen“, so Scherer weiter. Nach dem Kreistagsbeschluss werden ab 2015 jährlich 80.000 Euro Kreismittel an den LEV fließen. Zusätzlich werden sich 55.000 Euro Sachmittel- und Personalkosten, die bisher von den Mitgliedsgemeinden getragen wurden, hälftig auf Kreis und Mitgliedsgemeinden verteilen. „Mit der vom Kreistag beschlossenen Weiterentwicklung halbieren sich die kommunalen Mitgliedsbeiträge und wir können dringend benötigtes Personal aufstocken, um die an uns gestellten Aufgaben bewältigen zu können“, fasst Geschäftsführerin Regina Ostermann die geplanten Neuerungen ab 2015 zusammen.Die elf Natura 2000-Managementpläne im gesamten Ortenaukreis in den nächsten zehn Jahren zügig umzusetzen, ist eine der Hauptaufgaben, die das Land Baden-Württemberg dem LEV übertragen hat. Dafür finanziert es eineinhalb Personalstellen beim LEV und eine Natura-Beauftragtenstelle beim Amt für Umweltschutz, „eine völlig unzureichende personelle Ausstattung in Anbetracht der Fläche des Kreises“, so Ostermann. Landrat, LEV-Vorstände und Kreisverwaltung haben sich bisher vergeblich bei der Landesregierung für eine personelle Aufstockung eingesetzt. Ziel der Natura 2000-Managementpläne ist es, für den Naturschutz wichtige Flächen zu erhalten und zu entwickeln. Hierfür kann der Landwirt einen vertraglich geregelten finanziellen Ausgleich erhalten. Der LEV berät die Landwirte, während die Kreisbehörden die Verträge abschließen und sich um die Fördermittel kümmern. Das Landratsamt sieht in den Abschlüssen von Pflegeverträgen eine Stärkung des Standortes Ortenau, weil dadurch Fördermittel in landwirtschaftliche Betriebe des Ortenaukreises fließen.In der Vergangenheit kritisierten sowohl die Ortenauer Gemeinden als auch die zuständigen Landesbehörden immer wieder die Handhabe dieser vom Land übertragenen Aufgabe. Die Situation spitzte sich im Dezember 2013 mit der Austrittserklärung der Mitglieder Nordrach, Schuttertal und Steinach zu. Auslöser sei nicht etwa Unzufriedenheit mit der Arbeit des Vereins gewesen, sondern aus der Gründungsgeschichte hervorgegangene strukturelle Unstimmigkeiten.Das Land fordert vom LEV eine Kreis weite Umsetzung der Managementpläne, was bisher entsprechend der Satzung nur in Mitgliedsgemeinden übernommen wurde. Die Kommunen bemängeln, dass sie Landesaufgaben mit überdurchschnittlich hohen Beiträgen mitfinanzieren. Im Ortenaukreis tragen heute 18 der 51 Gemeinden die Kosten für die Solidargemeinschaft. Der LEV Ortenaukreis wurde im Dezember 2010 auf Initiative von neun Kinzigtäler Gemeinden und dem Unterausschusses Gesamtstrategie Ländlicher Raum gegründet, um für die Offenhaltung der Landschaft zu sorgen.„Wir freuen uns, mit der Entscheidung des Kreistags ein solides Fundament für unsere Arbeit zu bekommen, und wünschen uns, mit dem Beitritt weiterer Gemeinden noch wirkungsvoller tätig werden zu können “, erklärt Anne-Marie Jarry, LEV-Teamkollegin von Ostermann. Am 24. April 2014 müssen die Mitglieder des Vereins das Konzept noch verabschieden.