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Der Ortenaukreis beabsichtigt eine Neuausrichtung seines Unterbringungskonzepts für Flüchtlinge. Anlass dafür sind erhöhte Zugangszahlen und geänderte gesetzliche Regelungen. Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses befürworten das Ziel der Kreisverwaltung, in einwohnerstarken Kommunen feste Plätze in größeren Objekten für die vorläufige Unterbringung vorzusehen. Die Unterbringungskapazität soll 0,4 Prozent der jeweiligen Bevölkerungszahl ausmachen.„Aus zwei Gründen sind wir zukünftig verstärkt auf die Unterstützung der größeren Kommunen des Kreises angewiesen“, erklärt Michael Loritz,der für die Flüchtlingsunterbringung zuständige Dezernent beim Landratsamt Ortenaukreis: „Erstens werden die Flüchtlingszahlen weiter steigen. Wir gehen von einer jährlichen Anzahl von rund 850 Personen aus, die wir neu aufnehmen und für maximal 24 Monate vorläufig unterbringen müssen. Zweitens schreibt das neue Flüchtlingsaufnahmegesetz eine Erhöhung des Platzangebots auf durchschnittlich sieben Quadratmeter pro Person ab 2016 vor. Wir brauchen also zwischen 1402 und 1870 Plätze, je nach dem, wie lange die Flüchtlinge in der vorläufigen Unterbringung bleiben.“Berechnet auf der Basis von 4,5 Quadratmetern pro Person stehen aktuell 973 Plätze (Stand 31. März 2014) zur Verfügung. 747 Plätze wären es, legt man die 7-Quadratmeter-Regelung zugrunde. „Wir müssen also dringend die Platzzahl erhöhen“, betont Loritz. „Nach dem Gesetz dürfen wir von den kreiseigenen Kommunen verlangen, dass sie bei der Beschaffung geeigneter Grundstücke und Gebäuden mitwirken.“„Wir möchten unsere Gemeinden möglichst ausgeglichen belasten“, teilt Landrat Frank Scherer mit. Dezernent Loritz erläutert: „Kleine Gemeinden sind durch die Anschlussunterbringung schon sehr gefordert. Außerdem hat sich herausgestellt, dass für die vorläufige Unterbringung Wohnheime mit bis zu 100 Plätzen vorteilhafter sind als einzelne Wohnungen. Die Flüchtlinge sind aktuell auf 15 verschiedene Städte und Gemeinden verteilt. Die Kolleginnen und Kollegen, die die Flüchtlinge in der vorläufigen Unterbringung betreuen, müssen lange Fahrten zwischen den Unterkünften in Kauf nehmen, viel Arbeitszeit bleibt wortwörtlich auf der Strecke. Die Anzahl der notwendigen Kontakte etwa zu Meldebehörden, Schulen, Kindergärten, Ärzten und Vermietern ist durch die vielen Standorte enorm hoch.“Hinzu komme, so Loritz, dass auch der Aufwand für die Gewinnung von ehrenamtlichen Betreuern und die Organisation von Angeboten wie Sprachkurse, Lesewelt und Nachhilfe sowie für Verwaltungsaufgaben wie Winterdienst, Mietverträge, Nebenkostenabrechnungen sehr groß sei. „Wir möchten deshalb die Flüchtlinge in größeren Objekten in Gemeinden ab 9.000 Einwohnern unterbringen, die auch über die entsprechende Infrastruktur verfügen. Als Richtschnur für die in diesen Gemeinden vorläufig unterzubringende Flüchtlingszahl halten wir 0,4 Prozent der Einwohnerzahl für angemessen“, erklärt Loritz.Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses des Ortenaukreises befürworteten in ihrer heutigen Sitzung das Unterbringungskonzept der Kreisverwaltung mit großer Mehrheit.