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Landrat Frank Scherer präsentierte heute gemeinsam mit Margareta Barth, Präsidentin der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden Württemberg (LUBW), den Bodenzustandsbericht des Ortenaukreises. Das 245-seitige Werk eröffnet auch Laien die komplexen Zusammenhänge rund um das Umweltmedium Boden. Verständliche Kommentare zur Bodenbildung und den Untersuchungsmethoden, Lichtbilder und Grafiken veranschaulichen die verschiedenen ökologischen Bodenfunktionen in der Ortenau. Zahlreiche Karten verorten die Untersuchungsdaten. Das umfangreiche Werk basiert auf der Zusammenarbeit des Landratsamtes mit der LUBW und dem Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) beim Regierungspräsidium Freiburg.„Der Bodenzustandsbericht des Ortenaukreises ist keine trockene Abhandlung, sondern ein umfassender Umweltbericht, in dem naturschutzrelevante Angelegenheiten ebenso berücksichtigt werden wie Belange aus dem Abfallrecht, dem Baurecht, der Bauleitplanung oder der Forst- und Landwirtschaft. Kommunen, Behörden, Planungsbüros und Nutzer von Böden können mit dem Bodenzustandsbericht jetzt auf ein fachlich fundiertes Planungs- und Arbeitsinstrument zurückgreifen, das insbesondere für die Städte und Gemeinden im Rahmen der Bauleitplanung wichtige Erkenntnisse liefert“, so Scherer bei der Vorstellung des Berichtes im Offenburger Landratsamt.Böden sind Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen mit ihren unterschiedlichen, und teilweise auch gegensätzlichen, Nutzungsansprüchen. Die Qualität des Bodens wird beeinträchtigt durch Flächenversiegelung, Schadstoff- und übermäßige Nährstoffeinträge, Erosion, Bodenverdichtung und Humusverluste. Margareta Barth, Präsidentin der LUBW, erläutert: „Der Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource. Die natürliche Bodenneubildung verläuft langsam und benötigt Jahrtausende. Bodenschädigungen treten oft schleichend auf und werden erst über einen langen Zeitraum sichtbar. Mit der umfangreichen Analyse seines Bodens beweist der Ortenaukreis Weitblick. Wir haben die zuständigen Behörden in der Ortenau gerne bei dieser umfassenden Aufgabe unterstützt. Der Bodenzustandsbericht ist eine solide Planungsgrundlage für die Zukunft des Kreises.“In einem gesonderten Planungsteil bietet der Bericht einen umfassenden Überblick über die für Fachplanungen verwendbaren Bodendaten und über ihre Auswertung. Hervorgehoben sind dabei Planungskarten für einen Teilbereich im nördlichen Kreisgebiet. „Bei der Suche nach geeigneten Standorten für naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen im Schutzgut Boden sind sie ein sehr hilfreiches Instrument“, erklärt Karl-Heinz Götzmann vom Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz.Der Ortenaukreis als flächengrößter Landkreis Baden-Württembergs umfasst Teile der Oberrheinebene, der Vorbergzone und des Schwarzwaldes. Die unterschiedlichen geologischen Verhältnisse haben zusammen mit Klima und der Geländemorphologie unterschiedlichste Bodentypen hervorgebracht. „Diese Böden dienen nicht nur Natur- und Kulturpflanzen als Standort, sondern erfüllen – je nach ihrer Beschaffenheit – im Wasser- und Stoffkreislauf der Landschaften auch wichtige Regelfunktionen“, so Götzmann. Letztere können anhand chemischer und physikalischer Kenngrößen quantifiziert und bewertet werden, worauf wiederum bei Fachplanungen unterschiedlichster Art zurückgegriffen werden kann.„Auch im Ortenaukreis waren und sind Böden schädlichen Einflüssen ausgesetzt“, informiert Bodenschutz-Experte Rainer Olschewski vom Landratsamt. Ein weiteres Kapitel des Bodenzustandsberichts widmet sich daher der Gefährdung der Böden und wie Schadstoffe in die Böden gelangen. Als ein Beispiel nennt Olschewski den mehr als 800 Jahre zurückreichenden Bergbau, der im Ortenaukreis zu Einträgen von Arsen und Schwermetallen in die Böden führte. „Aber auch gewerbliche und industrielle Emissionen, der sogenannte saure Regen sowie das hohe Niveau der Flächenversiegelung sind ausschlaggebend“, so Olschewski.„Die natürliche Ausstattung der Böden des Ortenaukreises bedingt eine erhebliche Varianz an ökologischen Standorteigenschaften. Neben hochwertigen Standorten für die landwirtschaftliche Nutzung liegen im Kreisgebiet auch Böden vor, die sich etwa aufgrund ihrer extremeren Eigenschaften besonders für angepasste, schützenswerte Vegetation eignen“, erklärt Olschewski.„Hinsichtlich des Flächenverbrauchs und der damit verbundenen naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung muss dem Bodenschutz mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Hier besteht auf Planungsebene ein Potenzial, dem bislang noch nicht die verdiente Aufmerksamkeit gewidmet wurde“, bilanziert der Bodenschutz-Experte. Mit dem Bodenzustandsbericht steht im Ortenaukreis nun ein umfangreiches Handbuch zur Verfügung.Dieses steht auf www.ortenaukreis.de unter dem Stichwort „Bodenzustandsbericht“ und auf folgender Internetseite der LUBW kostenfrei zum Herunterladen bereit: