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Die kommunalen Kläranlagen im Ortenaukreis können 56 Prozent ihres gesamten Stromverbrauchs selbst aus Klärgas erzeugen. Dies teilt das Landratsamt Ortenaukreis anlässlich des Weltwassertags am 22. März, der in diesem Jahr unter dem Motto "Wasser und Energie" steht, mit.„Kommunale Kläranlagen tragen durch die Abwasserreinigung wesentlich zur Verbesserung der Qualität unserer Gewässer bei, benötigen dafür jedoch Energie“, erklärt Sarah Engels, Sachgebietsleiterin im Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz beim Landratsamt Ortenaukreis. Obwohl im Ortenaukreis 100 Prozent des auf kommunalen Kläranlagen anfallenden Klärschlamms zur Klärgasgewinnung und Stromerzeugung genutzt wird, machen die Kläranlagen ein Fünftel des kommunalen Stromverbrauchs aus. Sie sind damit die größten kommunalen Stromverbraucher. Die Betreiber untersuchen daher weitere Einspar- und Energiegewinnungspotenziale, um in einer „energieintelligenten“ Kläranlage eine optimale Energieeffizienz zu erreichen.Im Ortenaukreis gibt es 23 kommunale Kläranlagen. Davon besitzen 17 größere Kläranlagen einen sogenannten Faulturm, wo sie den Schlamm vergären können. Die sechs kleineren Kläranlagen mit weniger als 10.000 angeschlossenen Einwohnern bringen ihren Klärschlamm zu benachbarten größeren Kläranlagen im Ortenaukreis, wo dieser dann in deren Faulturm weiterbehandelt wird. In den Faulbehältern entsteht unter Luftausschluss Klärgas, welches Methangas als energetisch wichtige Komponente enthält. Das gewonnene Gas wird in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird dann direkt auf der Kläranlage beispielsweise für Pumpen und die Belüftung des Belebungsbeckens verwendet. Mit der erzeugten Wärme werden der Faulbehälter und das Betriebsgebäude beheizt.Im vergangenen Jahr konnten auf den 17 Kläranlagen insgesamt über elf Millionen Kilowattstunden Strom produziert werden. Der Ortenaukreis nimmt damit eine Spitzenposition in Baden-Württemberg ein. Die produzierte Eigenstrommenge reichte 2013 aus, um 56 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aller kommunalen Kläranlagen im Ortenaukreis zu decken.„Eine Besonderheit der Ortenau sind die zahlreichen Brennereien in der Region. Die dort anfallenden Rückstände, die sogenannten Brennschlempen, werden in den Faultürmen der Kläranlagen mit vergoren und tragen zu der hohen Stromausbeute bei“, ergänzt Engels.Durch Steigerung der Energieeffizienz einzelner Anlagenteile, verbesserter Mess- und Regeltechnik, optimierter Pumpensteuerung, Isolationsmaßnahmen und die Modernisierung vorhandener Blockheizkraftwerke kann zukünftig der Gesamtstromverbrauch gesenkt und der Eigenstromanteil noch weiter erhöht werden. Für die Erstellung eines Gutachtens zur energetischen Optimierung einer Kläranlage haben die Kommunen nach der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft die Möglichkeit, eine 50-prozentige Förderung vom Land zu erhalten.