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Der Ortenaukreis nimmt nicht an dem vom Wirtschaft- und Kultusministerium konzipierten Schulversuch zur Erprobung einer Neugestaltung des Übergangsbereichs Schule–Beruf zum Beginn des Schuljahres 2014/15 teil. Dies hat der Kultur- und Bildungsausschuss des Ortenaukreises in seiner heutigen Sitzung einstimmig beschlossen.Am 4. November 2013 hat das Land Baden-Württemberg gemeinsam mit der Wirtschaft, den Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit ein Eckpunktepapier zur Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf in Baden-Württemberg verabschiedet. Ziel der Neugestaltung der Ausbildungsvorbereitung, die an den beruflichen Schulen die bisherige Vorqualifizierung Arbeit und Beruf (VAB) und das Berufseinstiegsjahr (BEJ) ersetzen soll, ist es, durch einen erhöhten Praktikumsanteil mehr Schulabgängern als bisher den direkten Einstieg in Ausbildung und Beruf zu ermöglichen. Der gemeinsame Unterricht für beide Schülergruppen erfordert aufgrund unterschiedlichen Förderbedarfs und unterschiedlicher Bildungsziele jedoch neue Unterrichtsformen mit einer verstärkten individuellen Lehr- und Lernkultur. Zur regionalen Koordinierung und Steuerung soll ein regionales Übergangsmanagement aufgebaut werden, das direkt beim jeweiligen Landkreis angesiedelt werden soll.Die Neukonzeption zur Ausbildungsvorbereitung dual (AV dual) soll in wenigen ausgewählten Modellregionen ab dem Schuljahr 2014/2015 erprobt werden. Der Ortenaukreis war als mögliche Modellregion ausgewählt worden.Der Kultur- und Bildungsausschuss begrüßt jegliche Verbesserung in der Vorbereitung auf eine duale Berufsausbildung und spricht sich grundsätzlich dafür aus, dass der Ortenaukreis als Schulträger an Veränderungen auch aktiv mitwirkt. Er weist allerdings darauf hin, dass solche Veränderungsprozesse gut vorbereitet sein müssen, wenn sie erfolgreich sein sollen.Keine der insgesamt sieben von der Neugestaltung betroffenen beruflichen Schulen des Kreises hat sich für eine Teilnahme am Schulversuch ausgesprochen. Hauptkritikpunkte seitens der Kreisschulen sind die entstehenden inhomogeneren Klassen, die einen zielgruppendifferenzierten Unterricht erfordern, auf den die Lehrkräfte pädagogisch und didaktisch noch nicht vorbereitet sind. Außerdem ist nach Auffassung der Schulen die organisatorische Vorbereitung sowie die Vermittlung der für den Schulversuch erforderlichen Kompetenzen bis zum Herbst nicht gewährleistet. Die Lehrkräfte sowie die vom Kreis zur Schülerbetreuung ergänzend eingesetzten Jugendberufshelfer erzielen im Übrigen bisher aufgrund ihres hohen Engagements in den derzeitigen Ausbildungsangeboten VAB und BEJ ausgezeichnete Vermittlungsergebnisse und können bereits jetzt hierfür ausreichende Praktikumsplätze für die Schüler akquirieren.Der Kultur- und Bildungsausschuss kritisiert die Kurzfristigkeit und den zeitlichen Druck des Landesdie mangelhafte Einbeziehung der Schulen und der Schulträgerdie fehlende Information und Qualifizierung der Lehrkräftedie vorgesehene Finanzierung des Übergangsmanagements und die vom Kreis hierfür zu tragenden zusätzlichen Kosten in Höhe von rund 80.000 bis 100.000 Euro jährlich sowie die zeitliche Befristung der Kostenbeteiligung des Landes, zumal es sich dabei um eine Landesaufgabe handelt. Der Start eines Modellversuchs im Ortenaukreis bereits ab September 2014 macht nach Auffassung des Gremiums keinen Sinn, da die erforderlichen Strukturen und Rahmenbedingungen bis dahin nicht so kurzfristig geschaffen werden können und die Neukonzeption darüber hinaus von den beruflichen Schulen im Kreis nicht mitgetragen wird. An einer Beteiligung des Ortenaukreises zu einem späteren, besser vorbereiteten Zeitpunkt und nach Anpassungen des Landes, zeigt sich der Kultur- und Bildungsausschuss grundsätzlich interessiert.