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Bürgerkriege, Hungersnöte, Übergriffe – jedes Jahr fliehen Hunderttausende vor schweren Menschenrechtsverletzungen aus Krisengebieten – darunter auch immer mehr Minderjährige, die ohne ihre Eltern oder Angehörigen flüchten. Während die Zahl der Inobhutnahmen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Ortenaukreis in den Jahren 2002 bis 2010 zwischen vier und 21 Kindern und Jugendlichen schwankte, ist seit dem Jahr 2011 ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen. 2013 haben sich die Inobhutnahmen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht, insgesamt musste der Ortenaukreis 71 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut nehmen.„Seit Jahresbeginn 2014 hat unser Jugendamt bereits 36 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen, darunter auch Kinder im Alter von zwei und sechs Jahren, die auf der Flucht aus Syrien von ihren Eltern getrennt wurden“, informiert Landrat Frank Scherer. „Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Jugendhilfe im Ortenaukreis sind sehr besorgniserregend. Die Jugendhilfe hat weder das Instrumentarium noch verfügt sie über die notwendige Zahl von Plätzen in Einrichtungen und über die personellen Ressourcen, um auf die überproportionale Zunahme von Flüchtlingen unter 21 Jahren angemessen reagieren zu können“, mahnt Scherer, der Integrationsministerin Bilkay Öney bereits im August und Dezember 2013 auf die prekäre Situation aufmerksam machte und um Unterstützung bat. Der Landrat warb in den Schreiben an die Ministerin nachdrücklich dafür, dass bei der Neuregelung des Flüchtlingsaufnahmegesetzes eine geregelte Zuteilung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge erfolge, die alle Stadt- und Landkreise gleichermaßen berücksichtige.„Bedauerlicherweise wurde diese Anregung nicht umgesetzt, obwohl uns das Ministerium für Integration zugesagt hatte, unser Anliegen in die Überlegungen im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens einzubeziehen“, bemängelt der Landrat. Scherer fühlt sich mit der Problematik, von der auch andere Grenzlandkreise betroffen sind, alleine gelassen und wandte sich deshalb nun direkt an Ministerpräsident Winfried Kretschmann.„Insbesondere auch im Interesse der Kinder und Jugendlichen, die teilweise unter extremsten Bedingungen ihr Heimatland verlassen mussten und hier aufgegriffen werden, bitte ich Sie für eine landesweite Verteilungsregelung Sorge zu tragen und die maßgebenden Ministerien zu beauftragen, die hierfür erforderlichen Grundlagen rasch zu schaffen“, appelliert Scherer an den Ministerpräsidenten.