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Es gehört traditionell zum Neujahrsempfang des Ortenaukreises, dass Landrat Frank Scherer die Feierlichkeit jedes Jahr einem neuen Thema widmet. Dieses Mal stand der Empfang unter dem Motto „Die Ortenau – grenzenlos europäisch“. Rund 500 Gäste aus Politik, Gesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und grenzüberschreitender Zusammenarbeit waren der Einladung des Landrats gefolgt, der zur Zeit auch Präsident des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau ist.Der diesjährige Ehrengast Peter Friedrich, Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten des Landes Baden-Württemberg, fokussierte in seiner Festrede „Baden-Württemberg in Europa“ und beleuchtete dabei die „Zusammenarbeit an den Grenzen und entlang der Donau“.Landrat Frank Scherer erinnerte zu Beginn seiner Ansprache an den Traum des französischen Schriftstellers Victor Hugo nach den „Vereinigten Staaten von Europa“, der heute, 165 Jahre nach Hugos Rede auf dem Pariser Friedenskongress, zum großen Teil wahr geworden sei. „Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe von berechtigten Kritikpunkten an Europa, an seiner Verfassung, seiner Organisation, seiner demokratischen Legitimation und auch an seiner ganz konkreten Politik“, so Scherer. Deshalb sei es gut und richtig, wenn der europäische Integrationsprozess auf allen Ebenen kritisch begleitet werde. „Wer ihn aber grundsätzlich in Frage stellt, der hat nicht verstanden, was er den Menschen in Europa gebracht hat und weiter bringen wird: nämlich in einem nie zuvor bekannten Maße Freiheit, Wohlstand und vor allem Frieden“, betonte der Landrat. Diese europäischen Ideale seien auch für den Ortenaukreis prägend, deswegen bezeichne er ihn auch gerne als „grenzenlos europäisch“, sagte Scherer.In der aktuellen Zuwanderungsdebatte teilt Scherer die Ergebnisse der an diesem Montag veröffentlichten Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, nach der Zuwanderung Deutschland nütze, insbesondere profitiere die Wirtschaft und der Bundeshaushalt von den Einwanderern. Der Zustrom könne helfen, die Konjunktur anzuschieben und die öffentlichen Haushalte zu stabilisieren. „Das gelingt jedoch nur“, machte der Landrat deutlich, „wenn Deutschland dieses Mal die Chance ergreift und die europäischen Mitbürger, die hier arbeiten und leben wollen, richtig willkommen heißt.“ Dies bedeute, dass man die Zuwanderer - soweit erforderlich - fachlich und sprachlich rasch qualifizieren müsse und sie so, insbesondere auch durch Arbeit, schnell zu integrieren. „So könnte Deutschland dem Fach- und Arbeitskräftemangel und der demografischen Entwicklung höchst effizient begegnen.“Scherer nahm auch den Gedanken von Bundespräsident Joachim Gauck auf, der in seiner Europarede vom 22. Februar 2013 davon sprach, dass „Europa zu viele Bürger mit einem Gefühl der Macht- und Einflusslosigkeit“ zurückließe. „Deshalb müssen in Europa mehr Zuständigkeiten nach unten verlagert werden, beispielsweise auch auf den Eurodistrikt, also dahin wo konkrete Fragen entstehen und spezifische Lösungen gefragt sind“, riet Scherer.Als Präsident des Eurodistrikts Strasbourg–Ortenau und Mitglied des Oberrheinrates warb der Landrat außerdem dafür, die politischen und administrativen Strukturen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit kritisch zu überprüfen und mit der Entbürokratisierung ernst zu machen, untermauerte Scherer. „Sonst wird sich das Akzeptanzproblem europäischer Institutionen, von der Kommission bis hin zu unserem kleinen Eurodistrikt, weiter verschärfen. Außerdem gelte es, die Bevölkerung mehr einzubeziehen und ihr fortlaufend spürbare Ergebnisse grenzüberschreitender Aktivitäten zu präsentieren, die mit Steuergeldern finanziert werden“, bekräftigte der Landrat und schloss mit dem Versprechen, dass „die Politik und Verwaltung im Eurodistrikt und am ganzen Oberrhein in diesem Sinne weiter konsequent daran arbeiten wird, für unsere Bevölkerung einen möglichst hindernisfreien, noch attraktiveren Grenzraum zu schaffen.“Der Vorsitzende der Bäckerinnung Ortenau, Obermeister Heinrich Schulz, überreichte die traditionelle Neujahrsbrezel, die Landrat Frank Scherer und Minister Peter Friedrich gemeinsam anschnitten und an die Gäste verteilten.Das musikalische Programm des Abends gestalteten der Kinderchor der deutsch-französischen Falkenhausengrundschule Kehl sowie das deutsch-französische Hip-Hop-Duo „Zweierpasch“ mit ihrer Live-Band „Khándroma“.Die Rede von Landrat Frank Scherer im Wortlaut finden Sie .