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Genussgläschen, Dämmer- und Frühschoppen, ein leckeres Schlückchen in geselliger Runde, Medikamente, die über Monate eingenommen werden, wer denkt da bei älteren Menschen schon an eine Abhängigkeit? Praktiker aus Medizin, Beratungsstellen, Pflegedienste und Altenhilfeeinrichtungen wissen jedoch, welche vielfältigen Probleme dabei eine Rolle spielen. Ein Fachtag „Sucht im Alter – die stille Katastrophe?“ mit dem Untertitel „Erkennen, reagieren und helfen“ am 12. Februar 2013 greift das Thema auf. Der Suchtbeauftragte des Landratsamts Ortenaukreis, Thomas Schoen-Blum mit seinen Kooperationspartnern lädt hierzu Ärzte, Pflegekräfte, Helfer, Betreuer, medizinisches Personal in das Landratsamt in Offenburg, Badstraße 20 ein. Sie sollen für das Thema „Sucht im Alter“ sensibilisiert werden, um eine Abhängigkeit frühzeitig zu erkennen, und um geeignete Hilfsmaßnahmen einleiten zu können. In einem gemeinsamen Austausch sollen diese Themen genauer beleuchtet werden.„Bei übermäßigem Konsum von Alkohol oder Medikamenten kommt es zu unvorhergesehenen Stürzen, zu Magen- und Leberproblemen“, erklärt Ulrich Geiger, Allgemeinmediziner und Vorsitzender Kreisärzteschaft Ortenau. Verwahrlosung und starke Aggressivität seien dabei keine Seltenheit. Ärzte sind beim Thema „Sucht im Alter“ als Verordner der Medikamente zentral mitbeteiligt. Oft sind sie dabei laut Geiger mit einem großen Druck von Seiten der Pflegeeinrichtungen konfrontiert, die wegen Personal- und Zeitmangel unauffällige Bewohner wünschen. Auch zuhause sollen Tabletten für Ruhe sorgen. Aber schnelle Abhilfe zu schaffen gehe, so der Mediziner weiter, oft nur mit dem großen „Medikamentenhammer“. Über Monate hindurch werden Arzneimittel eingenommen, die nur für bestimmte außergewöhnliche Situationen verordnet worden seien. Keiner der Helfer frage konsequent die bestehenden Medikamenten und deren Abgabe ab.Auch in der stationären Einrichtung der Altenhilfe werde das Thema Sucht oft nicht berücksichtigt, sagt Richard Gross, Pflegedirektor im Vinzentiushaus Offenburg. Bei neu aufgenommenen Bewohnern zeigen sich Gross zufolge in vielen Fällen schon Abhängigkeiten, die nach einem schleichenden Beginn oft schon lange vor dem Einzug in eine stationäre Einrichtung vorhanden sind. „Die Helfer sind dabei oft mit jahrelang eingespielten Ritualen im Umgang mit Medikamenten, Alkohol und anderen abhängig machenden Mitteln konfrontiert. So werden in Gesprächen Lebensverläufe sichtbar, die unter Umständen tiefe Einblicke in die Lebensgewohnheiten der zurückliegenden Jahre zulässt. Aber eingeübte Verhaltensweisen können bei älteren Menschen kaum von heute auf morgen geändert werden“, erläutert der Pflegedirektor .Unter dem Dach des Ortenauer Suchthilfeverbundes fanden sich Fachkräfte aus Medizin, der Altenhilfe und der Suchthilfe zusammen, um diesen Fachtag vorzubereiten. Hoffnung der Vorbereitungsgruppe ist dabei, auch neue Wege zu gehen, Ideen zu finden für eine gesunde ambulante und stationäre Altenpflege, die Patienten, Bewohnern und älteren Menschen ein gesundes, genussvolles Leben sichert.Interessierte Fachkräfte können sich zu dem Fachtag bis Ende Januar unter anmelden. Für Rückfragen steht Thomas Schoen-Blum, Tel. 0781 805 1376 zur Verfügung.