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Über 20 Vertreterinnen und Vertreter von 17 Ortenauer Städten und Gemeinden diskutierten im Landratsamt Ortenaukreis Fragen rund um die Förderung von Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement in der Kommune. In seinen einführenden Worten hob Sozialdezernent Georg Benz hervor, dass bürgerschaftliches Engagement Voraussetzung ist für eine lebendige und vielfältige Gesellschaft. Demografischer und gesellschaftlicher Wandel verlangen von Städten, Gemeinden und Landkreis neue kreative Wege. Ehrenamtliches Engagement gewinne zunehmend an Bedeutung für die Gestaltung kommunaler Entwicklungsaufgaben, so Benz. Es werde allerdings in der Öffentlichkeit nur ernst genommen, wenn es nicht als Ausfallbürge für Aufgaben der Kommunen gesehen werde, sondern vielmehr als Bereicherung für das soziale Miteinander.Dr. Angela Postel, stellvertretende Referatsleiterin im Sozialministerium informierte über neue Formen der Bürgerbeteiligung, im Speziellen über den BürgerInnenrat, der seit einiger Zeit in verschiedenen Kommunen Baden-Württembergs erfolgreich umgesetzt wird. Im Juli fand – erstmalig im Ortenaukreis – ein solcher BürgerInnenrat in Steinach/Kinzigtal statt. Der Moderator dieses Prozesses, Dr. Thomas Uhlendahl berichtete von den durchweg positiven Erfahrungen, die man in Steinach damit gemacht habe.In zwei Arbeitsgruppen wurde anschließend daran gearbeitet, wie die Förderung bürgerschaftlichen Engagements in der Gemeinde am besten angestoßen werden kann. In einer Gruppe berichteten die Bürgermeister Carsten Gabbert aus Schuttertal und Toni Vetrano aus Durbach – beide schon lange aktiv in Sachen Bürgerengagement – von ihren Erfahrungen. Ihr Fazit: Bürgerengagement müsse von der Verwaltungsspitze gewollt und aktiv unterstützt werden, man dürfe sich als Bürgermeister aber andererseits nicht zu stark in inhaltliche Diskussionen der Engagierten einmischen und müsse darauf vertrauen, dass die Bürgerinnen und Bürger sehr realistisch Machbares von Utopien unterscheiden können.Unter dem Stichwort „Willkommenskultur“ beschäftigte sich die zweite Arbeitsgruppe damit, wie man seitens der Gemeinde aktiver auf Neubürger zugehen, sie für eine bessere Identifikation mit der neuen Wohngemeinde und damit vielleicht auch dafür gewinnen kann, sich in der Gemeinde zu engagieren. Beispiele präsentierten Christine Weygoldt-Barth vom Gengenbacher Familien- und Seniorenbüro und Thies Champion, Projektleiter des LEADER-Projektes in Biberach. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, dass Neubürger in einer Gemeinde persönlich angesprochen werden müssen, möchte man sie in das Gemeindeleben gut einbinden.Organisiert wurde der Austausch von der Vernetzungsstelle Bürgerschaftliches Engagement des Landratsamts Ortenaukreis. Auf Beschluss des Kreistages wurde sie Anfang des Jahres 2013 eingerichtet, um die ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Aktivitäten im Ortenaukreis besser zu vernetzen und in ihrer Arbeit zu unterstützen. So sollen demnächst außerdem ein Internetportal zum Bürgerengagement im Ortenaukreis eingerichtet und ein Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche zusammengestellt werden. Die Vernetzungsstelle geht zurück auf ein Projekt des Unterausschusses Gesamtstrategie ländlicher Raum des Kreistages. Dort wurden Ideen entwickelt, wie in Zeiten grundlegender struktureller Veränderungen das soziale Miteinander in den Gemeinden verbessert werden kann.