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Der Kreistag des Ortenaukreises hat sich in seiner heutigen Sitzung für den Erhalt aller Standorte des Ortenau Klinikums ausgesprochen. Das Gremium folgte damit einstimmig den Empfehlungen eines Gutachtens, das der Krankenhausausschuss im Dezember 2012 bei der Beratungsfirma „Pro Klinik“ in Auftrag gegeben hatte. Der Kreistagsbeschluss sieht außerdem vor, die bisherige Zentren- und Schwerpunktbildung an den Häusern in Offenburg und Lahr zu belassen. Außerdem folgte das Gremium dem Gutachtervorschlag, die Thoraxchirurgie in Offenburg zu konzentrieren. Des Weiteren hat der Kreistag die Verwaltung beauftragt, bezüglich der Zusammenführung der Ortenau Kliniken Achern und Oberkirch zum Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch die dafür erforderliche Beratung und Beschlussfassung im Krankenhausausschuss/Kreistag in die Wege zu leiten.Der Kreistag hatte im Rahmen der Diskussion um die geburtshilflichen Abteiungen in Kehl und Oberkirch im vergangenen Jahr die Verwaltung beauftragt, Vorschläge zur Fortschreibung der Krankenhausstrukturen im Ortenaukreis in den nächsten Jahren mit Hilfe externer Gutachter zu erarbeiten. Ziel ist, die Zukunft des Ortenau Klinikums in öffentlicher Trägerschaft nachhaltig zu sichern. Eine flächendeckende kompetente Versorgung soll dabei erhalten bleiben. Seit ihrer Beauftragung haben die Gutachter alle Standorte besichtigt und umfangreiche Leistungsdaten aller Häuser der Jahre 2010 bis 2012 ausgewertet. Mit allen Krankenhausleitungen wurden Gespräche geführt. Die einzelnen Standorte konnten Vorschläge und Ideen einbringen. Die Beratungsfirma „Pro Klinik“ hat das Strukturgutachten in der heutigen Sitzung des Kreistages vorgelegt. Darin wird dem Gremium bestätigt, dass die schon bisher erfolgten Restrukturierungen und Strukturveränderungen folgerichtig waren und Anerkennung verdienen. Des Weiteren wurde festgestellt, dass in der Vergangenheit weitreichende Investitionsmaßnahmen an allen Standorten durchgeführt worden sind und somit kein wesentlicher Investitionsstau besteht. Hier seien durch die Kreisgremien die entscheidenden Voraussetzungen zum zukünftigen wirtschaftlichen Betrieb der Krankenhäuser gelegt worden. Die Berater haben auch betont, dass einzelne Strukturanpassungen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Steigerung der Attraktivität sinnvoll sind.Die Gutachter haben drei grundsätzliche Empfehlungen abgegeben: 1. Erhalt aller Standorte: Die Demographie, das Einzugsgebiet und die derzeitige Patientennachfrage des Ortenau Klinikums zeigen eindeutig die Konsequenz keine Klinik zu schließen. 2. Aufrechterhaltung der Zentren- und Schwerpunktbildung: Die derzeitige Zentren- und Schwerpunktbildung an den Häusern in Lahr und Offenburg ist sachgerecht. Lediglich im Bereich der Thoraxchirurgie wird eine Zentralisierung in Offenburg empfohlen. Letzteres ist unproblematisch, da bereits heute der absolute Schwerpunkt der Thoraxchirurgie in Offenburg ist. 3. Zusammenführung der Ortenau Kliniken Achern und Oberkirch zum Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch.Neben diesen drei grundsätzlichen Empfehlungen haben die Gutachter zu den einzelnen Standorten Strukturanpassungen vorgeschlagen. Diese befinden sich teilweise bereits in der Umsetzung. Dabei handelt es sich insbesondere um Hinweise zum Ausbau bzw. zur Weiterentwicklung bereits bestehender Fachgebiete. Die weit überwiegende Anzahl der Abteilungen an allen Standorten sollte jedoch unverändert weiterbetrieben werden. An den Standorten Achern, Oberkirch, Kehl und Wolfach sieht das Gutachten keine Veränderungen in der bestehenden Abteilungsstruktur vor.Nach den Vorschlägen der Gutachter sind größere Strukturanpassungen in den Kliniken Lahr-Ettenheim und Offenburg-Gengenbach sinnvoll. So wird empfohlen, die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie von Lahr nach Ettenheim zu verlegen und die Schmerztherapie in Ettenheim auszubauen. Darüber hinaus sollten nach den Vorstellungen der Gutachter alle ambulanten Operationen in Ettenheim konzentriert werden (ambulantes Operationszentrum mit Tagesklinik). Im Gegenzug sollten aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die stationären chirurgischen Eingriffe in Lahr konzentriert werden, wobei eine postoperative Betreuung von in Lahr operierten Patienten (z. B. im Bereich der Endoprothetik) nach wie vor in Ettenheim erfolgen könnte. Nach Auffassung der Geschäftsführung des Ortenau Klinikums ist eine endgültige Bewertung dieser Empfehlungen derzeit noch nicht möglich. Pro und Contra müssten zwischen Gutachter, Ärzten und Verwaltung ausführlich diskutiert werden, wobei die Entwicklung der nächsten 2 bis 3 Jahre abgewartet werden sollte.Am Standort Offenburg empfehlen die Gutachter zu überlegen, ob nicht die Neurologie vom Ebertplatz an die St. Josefsklinik und im Gegenzug die Kardiologie/Pneumologie von der St. Josefsklinik an den Ebertplatz verlegt werden sollte. Die Umsetzung des Vorschlags bietet einerseits medizinische Vorteile, verursacht jedoch unter Umständen höhere Infrastrukturkosten. Deshalb kann aus Sicht der Geschäftsführung diese Maßnahme nicht kurzfristig umgesetzt werden. Auch hier müssten Pro und Contra nochmals ausführlich diskutiert und bewertet werden.Des Weiteren empfehlen die Gutachter aus Kostengründen alle operativen Fächer am Ebertplatz zu vereinen. Diese Maßnahme könnte jedoch erst langfristig umgesetzt werden, da am Ebertplatz keine freien OP-Kapazitäten zur Verfügung stehen. Betroffen wäre hiervon die Augenklinik an der St. Josefsklinik. Die Geschäftsführung hat bezüglich dieses Vorschlags darauf hingewiesen, dass die Augenklinik mit einem hohen Anteil ambulanter Patienten derzeit in der St. Josefsklinik sehr gut untergebracht ist. Betroffen von diesem Vorschlag wäre des Weiteren die Orthopädie in Gengenbach. Dieser Umstrukturierung stehen die Geschäftsführung und die Krankenhausleitung positiv gegenüber. Aber auch diese Maßnahme ist nur langfristig umsetzbar. Der Standort Gengenbach würde im Gegenzug dadurch gestärkt, dass die ambulanten Operationen in Gengenbach ausgebaut werden und ein Zentrum für Altersmedizin neben der Inneren Medizin etabliert wird.Bezüglich der Vorschläge zu den Kliniken Offenburg-Gengenbach und Lahr-Ettenheim hat der Kreistag die Verwaltung beauftragt, die erforderlichen Beratungen und Beschlussfassungen im Krankenhausausschuss/Kreistag rechtzeitig in die Wege zu leiten und anschließend ein Gesamtkonzept zu erstellen.