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Landrat Frank Scherer hat heute das sogenannte Renchtalprojekt offiziell eingeweiht. Nach genau einem Jahr Bauzeit konnte er mit Vertretern der beteiligten Städte und Gemeinden, des Kreistags und des Regierungspräsidiums Freiburg auf neuen Radwegen entlang neu ausgebauter Kreisstraßen von Appenweier über Zusenhofen und Stadelhofen nach Ulm radeln.„Wir bringen das Radwegenetz des Ortenaukreises erfolgreich auf Touren! Denn Radwege schützen nicht nur die Schwächeren im Straßenverkehr, ein dichtes und attraktives Radwegenetz erhöht auch den Freizeit- und Erholungswert für alle Ortenauer – und den unserer Gäste“, sagte der Landrat. Mit drei neuen Radwegen zwischen Erlach - Ulm, Stadelhofen - Ulm und Zusenhofen - Appenweier, die insgesamt über fünf Kilometer lang sind, setze der Ortenaukreis sein Radwegeprogramm weiter konsequent um. Dies sieht vor, das Radwegenetz des Landkreises jährlich um sechs Kilometer zu erweitern. In den letzten sieben Jahren hat der Ortenaukreis durchschnittlich über sieben Kilometer Radwege im Jahr gebaut und weist aktuell rund 140 Kilometer Radwege auf. „Somit führen bereits an über einem Drittel aller Kreisstraßen Radwege entlang“, erklärte Frank Scherer. Ziehe man 103 Kilometer Ortsdurchfahrten und 77 Kilometer Kreisstraßen ohne Radwegebedarf ab, seien jetzt bereits über 60 Prozent mit Radwegen ausgestattet. „Die aktuelle Forderung der Landesregierung nach einem größeren Radverkehranteil setzen wir mit unserem Radwegeprogramm schon seit Jahren in die Tat um“, so Scherer weiter. Im Radwegebauprogramm des Ortenaukreises sind noch rund 80 weitere Kilometer Radwege für die nächsten Jahre geplant.Um die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer zu erhöhen wurden im Rahmen des Renchtalprojekts neben den neu geschaffenen Radwegen vier Straßenabschnitte ausgebaut und die Verkehrsführung insbesondere für den Schwerlastverkehr geändert. Über einen südlichen und nördlichen Ast der K 5304 zwischen Stadelhofen und Ulm werden die LKWs jeweils in eine Richtung gelenkt. Die Kreisstraße wurde zudem an die L 89 (Oberkirch - Renchen) über einen Kreisverkehr angebunden. Ein weiterer Kreisverkehr entstand an der L 88 (Oberkirch - Ulm – Achern) in Höhe des Ulmer Gewerbegebiets, wo das neu gebaute Straßenstück der Verbindung Stadelhofen - Ulm in die L 88 mündet. Damit konnte der Engpass am Knotenpunkt im Ortskern von Ulm, dem „Stiegler Eck“, entschärft werden.Die Gesamtkosten des Renchtal-Projekts betragen rund 4 Millionen Euro, von denen der Ortenaukreis über 1,3 Millionen Euro trägt. Oberkirch, Renchen und Appenweier beteiligen sich an den Gesamtausgaben mit rund 200.000 Euro. Darüber hinaus beteiligt sich die Stadt Oberkirch mit über 140.000 Euro für den Bau einer Stützmauer und eines Gehweges. Zuschüsse in Höhe von über 2,2 Millionen Euro fließen vom Land, das auch für die beiden Kreisverkehre an den Landesstraßen L 88 und L 89 weitere Mittel in Höhe von 510.000 Euro aus dem Landesetat für Straßenbau zugesichert hat. Zum Bau der neuen Radwege hat das Landratsamt Ortenaukreis von rund 370 Eigentümern Grundstücke erworben.Der Landrat drückte sein Bedauern aus, dass das Land seine Förderpraxis nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz 2012 wesentlich geändert habe. Straßen- und Radwegebau werden demzufolge getrennt gefördert. So wurden im vergangenen Jahr keine neuen Straßenbaumaßnahmen mehr bewilligt und von den neu beantragten 4,2 Kilometern Radwegen in 2013 nur 1,3 Kilometer mit 50 Prozent der Bau- und Grunderwerbskosten gefördert. Scherer begrüßte dies, doch reiche die Mittelausstattung bei Weitem nicht aus. Denn 2013 wurden landesweit nur etwa zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für 2014 sind vom Land insgesamt 15 Millionen Radwege-Fördermittel angekündigt. Im Straßenbau wolle der Ortenaukreis die nicht mehr gewährten Fördermittel durch eigene Mittel ausgleichen. „Jeden Euro, den wir in ein modernes Straßen- und Radwegenetz stecken, stärkt den ländlichen Raum und bringt den Standort Ortenau insgesamt voran. Das sind langfristige Investitionen, mit denen wir unsere Region auch touristisch noch attraktiver machen“, äußerte sich Scherer.