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Mit dem ansteigenden Flüchtlingsstrom in Baden-Württemberg geht eine wachsende Anzahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge einher. „Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Jugendhilfe im Ortenaukreis sind sehr besorgniserregend“, meint Landrat Frank Scherer. In einem Brief macht er Integrationsministerin Bilkay Öney darauf aufmerksam und bittet um Unterstützung.Die Jugendämter sind aufgrund der bisher geltenden gesetzlichen Regelungen verpflichtet, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut zu nehmen und im Anschluss daran im Rahmen der Jugendhilfe unterzubringen. Scherer fordert, zumindest zur Anschlussunterbringung die Betroffenen auf alle Stadt- und Landkreise zu verteilen. Die Landesaufnahmeeinrichtung in Karlsruhe weist lediglich erwachsene Asylbewerber einem geeigneten Aufnahmekreis zu.In dem Schreiben vom 19. August erläutert der Landrat, dass im Ortenaukreis seit dem Jahr 2011 ein sprunghafter Anstieg der Inobhutnahmen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu verzeichnen sei. Während Scherer zufolge die Zahl in den Jahren 2002 bis 2010 zwischen vier und 21 Kindern und Jugendlichen schwankte, haben sich im Jahr 2013 haben die Inobhutnahmen in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, so dass bereits 47 unbegleitete Flüchtlinge in Obhut genommen werden mussten. Sowohl in den Inobhutnahemstellen als auch den Einrichtungen für die Anschlussunterbringung seien die Plätze belegt, die personellen Ressourcen ausgeschöpft. Hinzu kommen junge Menschen, die in der Regel bei Eintritt der Volljährigkeit zu einer eigenständigen Lebensführung noch nicht in der Lage sind und ebenfalls Leistungen der Jugendhilfe in Anspruch nehmen.Durch seine geographische Lage an der Rheinschiene, den ICE-Halt und die verstärkte Tätigkeit des Bundesgrenzschutzes in diesem Bereich ist der Ortenaukreis deutlich stärker betroffen, als die Mehrzahl der Baden-Württembergischen Landkreise.„Die Jugendhilfe hat weder das Instrumentarium noch die finanziellen Mittel, um auf die überproportionale Zunahme von Flüchtlingen unter 21 Jahren angemessen reagieren zu können“, so Landrat Frank Scherer weiter und nennt neben überfüllten Unterbringungsplätzen als weitere Beispiele einen erhöhten Personal- und Qualifizierungsbedarf, Einrichtungen, die in der Regel konzeptionell nicht auf diesen Personenkreis ausgerichtet seien, sowie zusätzliche Kosten etwa für die Altersbestimmung oder Dolmetscherleistungen.„Dies veranlasst mich, auf eine Modifizierung der gesetzlichen Regelungen zu drängen!“, schreibt er an die Ministerin. Im Sinne einer gerechten Lastenverteilung und zum Wohl der unbegleiteten Flüchtlingskinder bzw. -jugendlichen bittet Landrat Frank Scherer darum, seine Hinweise bei den Neuregelungen des Flüchtlingsaufnahmegesetzes, das sich zur Zeit im Anhörungsverfahren befindet, zu berücksichtigen.