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Am 26. März 2009 wurde das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen, kurz die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), in Deutschland geltendes Recht. „Zweck dieses Übereinkommens ist es, den vollen und gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten und die Achtung der ihnen innewohnenden Würde zu fördern“, informiert Artikel 1 der UN-BRK.Inklusion verändert den Blickwinkel In der Vergangenheit waren die Hilfen für Menschen mit Behinderungen zunächst vom Gedanken der Fürsorge geprägt, später entwickelte sich der Ansatz, sie möglichst gut in die Gesellschaft zu integrieren. „Beide Ansätze gingen davon aus, dass es eine Welt der »Normalen« gibt, die sich entweder hilfreich um die Schwachen kümmert oder versucht, diese so zu verändern, dass sie in der Gesellschaft klarkommen“, erläutert Frank Stefan, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Kork. Heute lautet der aus der UN-Konvention übernommene Leitbegriff „Inklusion“. Dabei verändert sich der Blickwinkel. „Ziel ist nicht mehr, Menschen mit Behinderungen an die Gesellschaft anzupassen, sondern eine Gesellschaft anzustreben, in der Menschen auch mit ihren Behinderungen ganz selbstverständlich dazugehören“, so Stefan. In so einer Gesellschaft wären idealerweise alle Wohnungen und Arztpraxen barrierefrei. Kinder mit Behinderungen würden ganz selbstverständlich in dieselben Kindergärten und Schulen gehen wie andere Kinder und dort die notwendige Unterstützung bekommen. Für erwachsene Menschen mit Behinderung wäre es normal, am ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten. Und beim Buchen einer Urlaubsreise müsste nicht extra gefragt werden, ob diese auch für Menschen mit Behinderung geeignet ist. Vieles davon ist heute noch immer kaum vorstellbar. Deshalb gehört zu den zentralen Punkten der Konvention auch, „in der gesamten Gesellschaft, einschließlich auf der Ebene der Familien, das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen zu schärfen und die Achtung ihrer Rechte und ihrer Würde zu fördern“ (Art 8 UN-BRK).Streben nach inklusiver Gesellschaft „Nicht der Mensch mit Behinderungen soll sich anpassen müssen, sondern die Gesellschaft soll so werden, dass alle darin ihren Platz haben. Deshalb ist Inklusion eine zentrale Aufgabe der Politik. So wie das Thema der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Politikfeldern seine Bedeutung hat, so ist das Streben nach einer inklusiven Gesellschaft bei der Stadtplanung ebenso wie bei der Wirtschaftsförderung, in Schule und Ausbildung genauso wie beim Verfassen von Informationsschriften immer mit zu bedenken“, fordert Stefan. „Es geht darum, Menschen mit Behinderungen möglichst umfassend an dem teilhaben zu lassen, was für andere Menschen ganz selbstverständlich ist: Bildung, Arbeit, Kultur, Freizeit, Gesundheit und Politik.“ „Viele Menschen mit Behinderung bekommen große Unterstützung und Förderung für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das garantieren die hohen Qualitätsstandards in unserer Behindertenhilfe“, weiß Sozialdezernent Georg Benz. „Der gesellschaftliche Wandel hin zur Inklusion erfordert viel Zeit, in der Menschen mit Behinderung auch weiterhin ausreichend Beistand benötigen, bis neue Wege der Unterstützung gegangen werden können.“Offenheit für UnterschiedlichkeitIm Ortenaukreis, so Benz, gibt es bereits jetzt zahlreiche Bestrebungen, Inklusion zu verwirklichen. Der Landkreis und die Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe im Ortenaukreis (AGBO) sind dabei Partner: Mehr Menschen mit Behinderungen können heute in eigenen Wohnungen leben und werden dort unterstützt. „Es gibt viele Anstrengungen, Menschen mit Behinderungen Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen. Kinder erfahren Unterstützung beim Besuch von Regelschulen und Regelkindergärten“, sagt Mirjam Schwab von der Sozialplanung des Ortenaukreises.„Diese Teilnahme von Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben wird das Zusammenleben in den Stadtquartieren und Gemeinden verändern. Menschen mit Behinderung gehören selbstverständlich dazu. Durch ihre Mitwirkung in Schulen und am Arbeitsleben werden sie mit ihren Fähigkeiten und nicht mehr nur mit ihren Einschränkungen wahrgenommen. Ein solches Zusammenleben erfordert Offenheit für Unterschiedlichkeit“, macht Sozialdezernent Benz geltend und Frank Stefan erwartet: „Bis wir jedoch von einer wirklich inklusiven Gesellschaft reden können, liegt noch ein langer Weg vor Gesellschaft und Politik.“Inklusive Veranstaltungen im Ortenaukreis: Kunstausstellung: Im Modegeschäft „Balu“ in Haslach stellen noch bis Mitte Oktober 13 Menschen mit Behinderungen von der Kunstgruppe der Lebenshilfe Haslach ihre Werke aus. Die Bilder der Lebenshilfe-Künstler zeugen von einem unbeschwerten Zugang zum künstlerischen Gestalten. Sie beindrucken durch ihre Kraft, Lebensfreude und Kreativität.Die Ausstellung ist zu den täglichen Öffnungszeiten im „Balu“, montags bis freitags von 9 -12:15 und 14 -18 Uhr sowie samstags von 9-13 Uhr geöffnet. Weitere Infos zum Kunstprojekt und zur Lebenshilfe im Kinzig- und Elztal unter: 6. Kinzigtallauf in Haslach am Samstag, 14. September 2013, ab 14 Uhr: Die Lebenshilfe Haslach ist mit dem „Club 82“ (Freizeitverein mit behinderten Menschen) vor Ort. Beim Firmenlauf wird eine gemischte Gruppe (Menschen mit Behinderung sowie Mitarbeiter der Lebenshilfe) antreten.Freie Plätze beim Integrativen Fußballcamp am 9./10. August in Seelbach:Der FSV Seelbach veranstaltet ein Integratives Fußballcamp für Menschen mit und ohne Behinderung. Zwei aufregende Tage auf dem Sportgelände des FSV mit Lagerfeuer, Zeltlager, „Champions-League-Turnier“, einem Überraschungsgast und viel Fairplay erwartet die Teilnehmer. Anmeldungen über Daniel Janka, Tel.: 07823 960 597.