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Landratsamt und Polizei gemeinsam gegen Raser auf zwei Rädern. Als Auftakt der verkehrspräventiven Maßnahmen des Landes Baden-Württemberg fand am 14. Juli 2013 zwischen 9.30 Uhr und 14.30 Uhr eine gemeinsame Kontrolle der Autobahn und Verkehrspolizei Offenburg und des Landratsamts Ortenaukreis auf der B 415 in Seelbach-Schönberg statt. Bei diesen Kontrollen arbeiten Polizei und Landratsamt eng zusammen, um in gemeinsamen Aktionen einer der Hauptunfallursachen entgegen zu wirken – der nicht angepassten Geschwindigkeit.Diese Kontrollmaßnahmen haben insbesondere zum Ziel, die zahlreichen Motorradfahrer auf diesen beliebten, aber bei überhöhter Geschwindigkeit als besonders gefahrenträchtig bekannten Streckenabschnitten zu sensibilisieren. Hintergrund ist die aktuelle Entwicklung der Unfallzahlen bei den Motorradfahrern in der Ortenau. Insgesamt 83 Verkehrsunfälle registrierte die Polizeidirektion Offenburg bereits im ersten Halbjahr 2013. Und in den ersten beiden Wochen des Julis kamen gleich nochmal zehn Unfälle hinzu. Dabei stieg die Zahl der Unfälle, die von den Motorradfahrern selbst verursacht wurden, um mehr als 17 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres an.Der Rückgang bei den leicht verletzten Zweiradfahrern um rund zehn Prozent kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der schwer Verletzten um sieben Prozent anstieg und drei Menschen ihr Leben verloren haben. Wenn man noch genauer hinsieht, stellt man schnell fest, dass die Zahl der schwer verletzten Motorradfahrer, die den Unfall selbst verursacht haben, im Vergleich zu 2012 um 25 Prozent zugenommen hat. Das ist alarmierend: Bei modernen Motorrädern mit einer Leistung von einem PS pro Kilo Eigengewicht sind die Fahrer oft überfordert. Nicht nur die jungen Motorradfahrer, auch die sogenannten Wiedereinsteiger jenseits der 40 gehören hier zu dem gefährdeten Personenkreis.Zwischenzeitlich sind die Kontrollergebnisse des vergangenen Wochenendes ausgewertet: Insgesamt hat das Landratsamt Ortenaukreis bei 1.057 erfassten PKW und Motorrädern 159 Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit festgestellt. Die erlaubten 50 km/h sind von gleich vier Motorradfahrern um mehr als 20 km/h überschritten worden. Ein Motorradfahrer war sogar mit 81 km/h unterwegs und damit 31 km/h schneller als zulässig. Insgesamt werden sechs Motorradfahrer Punkte beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg erhalten. Mit einem Fahrverbot muss keiner der Fahrer rechnen. Einer der wesentlichen Vorteile der Zusammenarbeit von Polizei und Landratsamt: Nach der Messung werden die ertappten Raser gleich angehalten – Gelegenheit also nicht nur für den eigentlichen Vorwurf, sondern für ein Grundsatzgespräch in Sachen Verkehrsdisziplin. Dass sich dies oft nicht ganz unkompliziert gestaltet zeigte an diesem Tag eine parallel laufende Kontrolle mit einem zivilen Video-Motorrad der Polizei. Der Streife war eine große Suzuki-Maschine aufgefallen, die auf der B 33 im Kinzigtal erheblich zu schnell war. Als sich die Polizei-Motorradfahrer zu erkennen gaben, suchte der 30-jährige Schweizer sein Heil in der Flucht - konnte schließlich aber in Offenburg-Elgersweier gestoppt werden. Auf ihn wartet nun ein Fahrverbot für Deutschland - eine Kaution in Höhe von 900 Euro musste er an Ort und Stelle hinterlegen.Reinhard Renter, Leiter der Polizeidirektion Offenburg, macht deutlich: „Jeder Verkehrstote, jeder Verletzte ist einer zu viel. Wir werden die Kontrollaktionen fortsetzen, mit Video-Motorrädern und Geschwindigkeitsmessungen, sieben Tage in der Woche in der ganzen Ortenau.“