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Die Anzahl der Asylbewerber in Deutschland steigt. Der Ortenaukreis braucht daher kurzfristig mehr Unterkünfte für Flüchtlinge. Das berichtete Dezernent Michael Loritz in der heutigen Sitzung des Verwaltungsausschusses des Ortenauer Kreistags. Aktuell stehen im Ortenaukreis 594 Unterkunftsplätze in zwölf Städten und Gemeinden zur Verfügung. Ende Mai waren laut Loritz die Unterkünfte zu 96 Prozent ausgelastet.Nach der Prognose des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Berechnung des Ministeriums für Integration muss der Ortenaukreis in diesem Jahr voraussichtlich rund 360 Personen neu aufnehmen. Die Verweildauer der untergebrachten Personen ist je nach Fall unterschiedlich. Daher ist der Ortenaukreis auf der Suche nach vorübergehenden Unterkünften und dabei auf die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden des Ortenaukreises sowie Investoren angewiesen. Ob ein Gebäude für eine Gemeinschaftsunterkunft geeignet ist, hänge davon ab, ob die nötige Infrastruktur wie etwa Einkaufsmöglichkeiten, öffentlicher Personennahverkehr, Kindergärten, Schulen, medizinische Versorgung vorhanden sei, erklärte der Dezernent.Nach einem für Herbst in Aussicht gestellten Gesetzesentwurf werde sich die Situation noch verschärfen, so Michael Loritz weiter. Im neuen Flüchtlingsaufnahmegesetz soll bis 2016 etwa die Wohn- und Schlaffläche von 4,5 auf 7 Quadratmeter pro Person erhöht werden, was einen größeren Raumbedarf zur Folge hätte. Zudem sollen die Flüchtlinge nur noch höchstens zwei Jahre in einer Gemeinschaftsunterkunft verweilen dürfen. Der Landkreis müsste dann auch für die Miete aufkommen, wenn Asylbewerber anschließend in eine teurere Wohnung umziehen.Darüber hinaus werden sich, weiß der Dezernent, auch die Anforderungen an die Betreuung ändern. Derzeit beschäftigt der Ortenaukreis drei Sozialarbeiterinnen, die die Flüchtlinge beraten und betreuen. Unterstützt werden sie von 40 Ehrenamtlichen, die sich von der Begleitung im Alltag, Gartenbauprojekten über Hausaufgabenhilfe und Chorprojekten bis hin zu sportlichen Angeboten und Sprachenvermittlung engagieren. „Die Ehrenamtlichen leisten eine wichtige Hilfe bei der Integration der Asylbewerber, und wir wollen dies weiter ausbauen“, sagte Loritz. Um ehrenamtlich tätige Personen weiter zu qualifizieren hat das Landratsamt sich mit einem Projekt um Förderung im Rahmen des europäischen Flüchtlingsfonds beworben. Letztlich müsse jedoch der Gesetzesentwurf abgewartet werden, um beurteilen zu können, wie sich das wohl 2014 in Kraft tretende neue Gesetz weiter auswirken werde, so Loritz abschließend.