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Nach einer Umfrage an 22 Schulen des Ortenaukreises hatten fast 13 Prozent der 508 teilnehmenden Jugendlichen keinen aktuellen Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie. Bei 45 Prozent der Jugendlichen fehlte die Auffrischimpfung gegen Keuchhusten. Fast neun Prozent der Schülerinnen und Schüler sind unvollständig, 3,7 Prozent gar nicht gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft.Um die Impfsituation von Jugendlichen zu beurteilen, hatte das Gesundheitsamt im Landratsamt Ortenaukreis Ende des Schuljahrs 2011/2012 Schülerinnen und Schüler aus 7. Klassen gebeten, ihre Impfbücher in die Schule mitzubringen und durch das Gesundheitsamt kontrollieren zu lassen. 508 Jugendliche beteiligten sich freiwillig an dieser Aktion. „Auswahl und Anzahl der Schüler lassen keinen Rückschluss auf alle Jugendlichen im Kreis zu, geben jedoch einen Annäherungswert für die Impfsituation bei den Jugendlichen“, erläutert Dr. Evelyn Kraus vom Gesundheitsamt.Normalerweise sollte im Alter zwischen 12 und 14 Jahren eine Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Poliomyelitis und Hepatitis B vorhanden sein, außerdem mindestens eine Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, sowie zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln und eine Impfung gegen Meningokokken. Bei fehlenden Impfungen können diese Erkrankungen mit sehr ernsthaften Komplikationen einhergehen. Das WHO-Ziel der Masern- und Rötelnelimination in Europa bis zum Jahr 2015 kann nur mit einer Erhöhung der Impfquoten erreicht werden.Um etwa die Masern verschwinden zu lassen, wäre eine Impfquote von 95 Prozent nötig. Doch auch bei den Einschulungsuntersuchungen der letzten Jahre waren nur knapp 78 Prozent der Kinder zweimal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft.Seit 2006 empfiehlt die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (STIKO) die einmalige Impfung gegen Meningokokken C im zweiten Lebensjahr. Eine Erkrankung durch Meningokokken wird am häufigsten bei Kindern in den ersten beiden Lebensjahren beobachtet, außerdem besteht in Deutschland bei Jugendlichen ein zweiter Erkrankungsgipfel. Derzeit steht eine Impfung gegen die Serogruppe C zur Verfügung, ein Impfstoff gegen die bei uns häufiger vorkommende B-Gruppe soll bald zur Verfügung stehen. Die Impfung kann bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Über die Hälfte aller Schüler und Schülerinnen (65,4 Prozent) in der Stichprobe des Gesundheitsamts waren nicht gegen Meningokokken C geimpft. Wer in einem Risikogebiet wohnt und sich im Beruf oder in der Freizeit Zecken aussetzt, sollte sich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen. Bei der Umfrage des Gesundheitsamts waren 35 Prozent der Jugendlichen nicht oder nur unvollständig gegen FSME geimpft, dabei gehört die Ortenau zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland.Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten präventiven medizinischen Maßnahmen. Die STIKO empfiehlt, eine Grundimmunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern so früh wie möglich zu beginnen, diese ohne Verzögerung durchzuführen und vollständig abzuschließen. Nach einer Grundimmunisierung ist ein lebenslanger Impfschutz durch Auffrischimpfungen zu erreichen. Aus diesem Grund sind alle Arztbesuche von Kindern sowie Erwachsenen eine gute Gelegenheit, die Impfdokumentation zu kontrollieren und den Impfschutz bei Bedarf aufzufrischen. Jugendliche können ihren Impfschutz auf der Webseite: überprüfen.„Wir empfehlen jedem, egal ob jung, ob alt, die Internationale Impfwoche zum Anlass zu nehmen und den eigenen Impfschutz und den aller Familienmitglieder überprüfen zu lassen. Eine fehlende Grundimmunisierung sollte nachgeholt und unvollständige Impfserien komplettiert werden“, rät Angela Hübner, Kinderärztin beim Gesundheitsamt im Landratsamt Ortenaukreis.