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Was haben die Eiszeit, die Arbeit des Försters oder der joggende Waldbesucher mit der Lebensgemeinschaft Wald zu tun? Mit diesen Fragen rund um den heimischen Wald beschäftigt sich die Waldpädagogik des Amtes für Waldwirtschaft beim Landratsamt Ortenaukreis. Hierzu unternahm eine sechste Klasse der Klosterschule Offenburg einen Waldlerngang.„Wir freuen uns, wenn Schulen unsere Angebote zur Umweltpädagogik im Wald nachfragen“, begrüßte Landrat Frank Scherer die Sechstklassschülerinnen im Wald von Rammersweier. „Mit unseren waldpädagogischen Aktivitäten wollen wir bei den Schülern die Sinne für den Wald schärfen, es gibt so vieles zu entdecken und zu bestaunen.“ Walter Voß, Förster und Fachmann für Erlebnis- und Waldpädagogik beim Amt für Waldwirtschaft in Offenburg, weckte mit Fragen zum Waldökosystem die Neugier bei den Schülerinnen der Klosterschule und brachte sie ins Staunen: „Wie viel Zucker kann ein Baum im Sommer herstellen? Wie gelangt eine Badewanne voll Wasser jeden Tag aus dem Boden bis in die Baumkrone?“ Nur wenige junge Menschen könnten darauf antworten, so Walter Voß.Ziel der modernen Waldpädagogik sei es, Schülern die vielfältigen Waldfunktionen erlebbar zu machen. Neben der Nutz- und Erholungsfunktion leiste der Wald Schutzfunktionen wie beispielsweise Hochwasser, Lärm-, Boden-, oder Artenschutz. Dies berge in einigen Fällen ein Konfliktpotenzial, das Voß mit den Schülerinnen am Beispiel Rammersweierer Wald, der sehr vielfältig genutzt wird, diskutierte. Dort suchen Spaziergänger, Jogger, Hundeausführer und auch Mountainbiker Erholung, was mit den Schutzfunktionen in Einklang gebracht werden muss, ohne dass die Lebensgemeinschaft Wald leidet. Ein gelungenes Beispiel sei die kürzliche Aktion der Waldjugendgruppe von Kappelrodeck, die in unmittelbarer Nähe zur Weltcup-Strecke der Mountainbiker ein Waldbiotop von abgelagerten Gartenabfällen gereinigt und dessen Wasserzufluss verbessert habe, lobte Landrat Frank Scherer.Das Amt für Waldwirtschaft hat im letzten Jahr über 200 Kindergartengruppen und Schulklassen mit über 4.000 Teilnehmern in den Erlebnisraum Wald geführt. Die Ortenau bietet von der Rheinebene bis zur Schwarzwaldhochstraße vielfältige Waldlandschaften und Lebensräume. Somit sei sie ein ideales „Frischluft- Klassenzimmer“. Auch die Inhalte der Lerngänge seien daher höchst unterschiedlich und werden an die Wünsche und Bildungspläne der Schulen angepasst, sagte Voß. Fachübergreifende Themen vom Wachstum der Bäume, der Bodenlebewelt, den Tieren im Winter oder dem Umgang mit regenerativer Energie und Klimawandel seien im Wald vor Ort erlebbar. Seit geraumer Zeit ist dieser Bildungsauftrag ins Landeswaldgesetz aufgenommen worden.Das Amt für Waldwirtschaft ist Mitbegründer der ‚Naturschule Ortenau‘ – ein Bildungsnetzwerk für außerschulische Lernangebote, das bereits dreimal in Folge als Dekadeprojekt der Vereinten Nationen ausgezeichnet wurde. Im letzten Jahr haben über 17.000 Teilnehmer die Veranstaltungen und Fortbildungen im Ortenaukreis besucht.