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Besucher aus Japan konnte der Erste Landesbeamte des Ortenaukreises Dr. Nikolas Stoermer Anfang Februar im Landratsamt Ortenaukreis begrüßen. Auf Vermittlung des Ministeriums für Umwelt Baden-Württemberg informierten sich Beamten der japanischen Präfektur und Insel Okinawa sowie Vertreter von Baufirmen beim Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz (WBA) über die Altlastenbearbeitung auf den ehemaligen militärischen Liegenschaften, insbesondere dem ehemaligen NATO-Flugplatz Lahr.Okinawa erlebt eine der im Ortenaukreis vergleichbare Entwicklung: Auf der südjapanischen Insel sind seit Ende des 2. Weltkrieges amerikanische Streitkräfte auf einer großen Luftwaffenbasis stationiert. Diese sollen in den nächsten Jahren teilweise abgezogen und die frei werdenden militärischen Flächen einer zivilen Nutzung zugeführt werden. Nachdem sich die neunköpfige japanische Delegation zuvor auf der Fachmesse für Umwelttechnik Terra Tec in Leipzig über die technischen Möglichkeiten der Boden- und Grundwassersanierung informiert hatte, galt ihr Interesse nun auch der rechtlichen und organisatorischen Abwicklung bei der anstehenden Konversion.Bernhard Vetter, der Leiter WBA in Offenburg, berichtet von den Erfahrungen, die der Ortenaukreis in den rund 15 Jahren gemacht hat, seit die französischen und kanadischen Streitkräfte aus der Region abgezogen sind. Von den zahlreichen ehemaligen militärischen Liegenschaften, die das WBA in Offenburg bearbeitet hat, stellte Vetter insbesondere die Untersuchungen und Sanierungsmaßnahmen auf dem ehemaligen NATO-Flugplatz Lahr vor, die im sogenannten AVL-Verfahren durchgeführt werden. Hierbei ist das Landratsamt Ortenaukreis Auftraggeber für die Altlastenuntersuchungen und -sanierungen. Die Kosten tragen zu 75 Prozent als Verursacher die kanadischen und französischen Streitkräfte und zu 25 Prozent der Bund. Vertreter der Streitkräfte, des Bundes, der Stadt Lahr und des Airport & Business Parks Startklahr sind in die Planung und Durchführung der Maßnahmen eingebunden.Neben den rechtlichen und fachlichen Grundlagen der Altlastenbearbeitung in Deutschland und dem AVL-Verfahren erklärte Vetter, dass die bestehenden staatsvertraglichen Regelungen hinsichtlich der Kostenübernahme und die Anerkennung der bodenschutzrechtlichen Vorgaben durch die ausländischen Streitkräfte unabdingbare Voraussetzungen im AVL-Verfahren sind. Nach Auskunft des Delegationsleiters und Leiters der Abteilung Industrie der Präfektur, Tsukasa Uema, müssen diese Grundlagen zwischen Japan und den USA noch geschaffen werden.Auf großes Interesse stießen die vom Landratsamt beauftragten innovativen Verfahren zur mikrobiologischen Abreinigung von organischen Schadstoffen wie Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) direkt im Untergrund. Bei einer abschließenden Besichtigung des Flugplatzgeländes verschafften sich die japanischen Gäste einen Überblick über die Altlastenbearbeitung und über die Entwicklung von einer militärischen zu einer zivilen Nutzung.