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Wenn Eltern psychisch krank sind, sind von den Auswirkungen der Krankheit immer auch die Kinder betroffen. Wie kann man diese Familien unterstützen? Dieser Frage gingen anlässlich des Welttags für seelische Gesundheit rund 170 pädagogische, psychologische und therapeutische Fachkräfte bei einem Fachtag im Landratsamt Ortenaukreis nach.

„Da psychische Erkrankungen medizinische aber auch soziale Ursachen haben können, ist es wichtig, dass die betroffenen Familien von medizinischem, therapeutischem und pädagogischem Fachpersonal betreut werden. Deshalb haben wir für unseren Fachtag einen interdisziplinären Ansatz gewählt, das heißt, wir haben Referenten und Teilnehmer aus allen drei Bereichen eingeladen“, so Ullrich Böttinger, Leiter des Amtes für Soziale und Psychologische Dienste. „So kamen Vertreter aller Disziplinen miteinander in Kontakt und konnten sich vernetzen.“

Knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung leidet im Verlauf eines Jahres an einer psychischen Erkrankung wie etwa Depressionen, Angst und Suchterkrankungen, so die Bundeskammer der Psychotherapeuten. Erfahrungen zeigen, dass die Kinder psychisch kranker Eltern sehr häufig selbst psychische Auffälligkeiten zeigen. Dies lässt sich unter anderem auch darauf zurückführen, dass es für betroffene Eltern durch ihre Krankheit häufig schwierig ist, stabile Bindungen zu ihren Kindern aufzubauen und ihren Erziehungsaufgaben nachzukommen.

„Wir haben diese kreisweite Veranstaltung dem Thema „Eltern mit psychischen Erkrankungen und ihre Kinder“ gewidmet, da das Thema wegen der Mitbetroffenheit der Kinder auch in Zukunft Relevanz haben wird“, führt die Sozialplanerin für psychiatrische Versorgung im Landratsamt Mirjam Schwab aus. „Der Fachtag brachte viele neue Impulse. So wurde etwa angeregt, dass bereits bestehende Netzwerke der Erwachsenen- und der Kinder-und Jugendpsychiatrie enger kooperieren. Das ist wichtig, da wir bei der Unterstützung betroffener Familien beide Kompetenzen brauchen. Die in den Workshops vorgestellten guten Erfahrungen anderer Landkreise können uns beim Ausbau der Zusammenarbeit helfen.“

Das Landratsamt Ortenaukreis macht zur Unterstützung betroffener Familien unterschiedliche Angebote. Bei schweren und dauerhaften psychischen Beeinträchtigungen unterstützt die Eingliederungshilfe erwachsene Personen, die Jugendhilfe setzt mit ihrer Hilfe dagegen bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Belastungen an. Die Frühen Hilfen im Ortenaukreis bieten eine offene Beratung für Eltern, die sich bei Fragen zur Entwicklung ihres Kleinkindes Unterstützung suchen. Aber auch Wohlfahrtverbände und Krankenkassen bieten Hilfen an.

Den Internationalen Aktionstag zur seelischen Gesundheit am 10. Oktober gibt es seit 1992. Er wurde von der World Federation for Mental Health eingeführt, um über psychische Erkrankungen zu informieren und Stigmatisierungen psychisch erkrankter Menschen abzubauen.

Im Rahmen des Welttags seelischer Gesundheit bietet auch die „Brücke“, Hilfsgemeinschaft für Menschen in psychischer Not Lahr e.V., zusammen mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Landratsamts Ortenaukreis und der Volkshochschule Lahr einen Abend zum Thema „Trialog“. Der Trialog ist der gleichberechtigte Austausch von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und psychiatrisch Tätigen. Eingeleitet wird der Abend von der Theatergruppe der „Brücke“ mit dem Stück „Dr. Allwissend“. Danach gibt es einen Vortrag zum trialogischen Ansatz und einen exemplarisch durchgeführten Trialog. Der Vortrag findet am Dienstag, 13. Oktober 2015, um 19 Uhr im Vortragsraum der VHS Lahr statt. Der Eintritt ist frei.

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