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Das Landratsamt Ortenaukreis saniert eine weitere Altlastfläche auf dem Flugplatz Lahr. Im Juni haben bereits die Vorarbeiten auf der 4000 Quadratmeter großen Fläche begonnen. Dort stand früher eine Tankstelle zur Betankung ziviler PKWs der in Lahr stationierten kanadischen Streitkräfte. Die Behörde rechnet damit, dass die Sanierung bis zum Jahresende abgeschlossen sein wird. Die Kosten für die Sanierung werden sich einschließlich der Planungs- und begleitenden Ingenieurleistungen auf rund 1,3 Millionen Euro belaufen.

Während heute Tankstellen durch undurchlässige Wannen gesichert werden, war die ehemalige Tankstelle in der Europastraße nur durch Knochenpflaster oberflächenbefestigt. Durch falsche Handhabung austretender Kraftstoff konnte somit nahezu ungehindert in den Untergrund gelangen. Darüber hinaus gehen Fachleute davon aus, dass die unterirdischen Leitungen zu den Kraftstofftanks im Untergrund und deren Anschlüsse mit zunehmendem Alter undicht wurden. Dadurch versickerten über viele Jahre weitere Mengen an Kraftstoffe. Unfälle oder sonstige Schäden sind hingegen nicht bekannt.

Die zu sanierende Fläche weist sowohl im Boden als auch im Grundwasser die für Tankstellen typischen Altlasten auf. Zu den sanierungsrelevanten Stoffen gehören Aromatische Kohlenwasserstoffen (AKW), Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) und untergeordnet Polycyklischen Aromatische Kohlenwasserstoffen (PAK). Der Schadstoffparameter MTBE (Methyl-tertiär-butylether), der als Klopfschutzmittel in Ottokraftstoffen zugesetzt wurde, tritt verstärkt auf.

Auf der Sanierungsfläche wurden im Boden bis zu 3.500 mg/kg MKW, maximal 350 mg/kg der leichtflüchtigen Aromatischen Kohlenwasserstoffe und lokal knapp 600 mg/kg PAK festgestellt. Im Grundwasser liegen bis zu 10.000 µg/l MKW und maximal über 350.000 µg/l AKW vor. Auch für den Schadstoff-Parameter MTBE wurden Gehalte von einigen Hundert bis 17.000 µg/l analysiert.

„MTBE ist der unbequemste der Parameter im vorgefundenen Schadstoff-Cocktail“, informiert Bernhard Vetter, Leiter des Amts für Wasserwirtschaft und Bodenschutz beim Landratsamt Ortenaukreis. Bei vielen Altlastensanierungen mache man sich die Arbeit von Bakterien zunutze, die im Untergrund wirksam und nachhaltig Mineralöl zehren. Vorversuche im Rahmen der Machbarkeitsstudien haben jedoch gezeigt, dass die eingesetzten Bakterien auf dem aktuellen Gelände das MTBE nicht abbauen.

Daher wird nun das kontaminierte Grundwasser aus den bis zu 7,5 Meter tief ausgehobenen Baugruben abgepumpt und über eine mehrstufige Grundwasseraufbereitungsanlage geführt. Bei dieser wirtschaftlich und technisch am besten geeigneten Methode werden auf Aktivkohleeinheiten das MTBE und auch die anderen Schadstoffe gebunden. Dieser Wasserkreislauf wird so lange weiterbetrieben, bis die von der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes festgelegten Sanierungsziele eingehalten werden. Die gesamte Baumaßnahme erfolgt im Schutze einer 15 Meter tief in den Untergrund gerammten Spundwand.

Mit umfangreiche Sicherungsmaßnahmen werden die Emissionen auf der Baustelle verringert: Die Erde wird segmentweise ausgehoben, abgedeckt und auch so abtransportiert. Die Hauptkontamination liegt zudem unterhalb der Grundwasseroberfläche, so dass Vetter kaum Geruchsbelästigungen erwartet.

Wenn die Sanierung erfolgreich beendet ist, wird die Baugrube mit sauberem und bautechnisch geeignetem Bodenmaterial wiederverfüllt, verdichtet und die Spundwände werden wieder gezogen. Anschließend steht die vormals nicht bebaubare Fläche der Stadt Lahr als Gewerbefläche uneingeschränkt zur Verfügung.

Auftraggeber für die Sanierung ist das Landratsamt Ortenaukreis. Die verursachenden Streitkräfte der Staaten Kanada und Frankreich tragen dabei 75 Prozent und die Bundesrepublik Deutschland 25 Prozent der Kosten. Die Stadt Lahr und der IGZ Raum Lahr GmbH sind in die Planung und Durchführung der Sanierung eingebunden.

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