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Auf Einladung von Gouverneur Momchil Stankov besuchte eine von Landrat Frank Scherer angeführte Delegation des Ortenaukreises vom 1. bis 3. Juni die bulgarischen Partnerregion Vidin. Es war der dritte Besuch der im Nordwesten Bulgariens gelegenen Region. Im Fokus der diesjährigen Arbeitsreise standen wirtschaftliche Themen. Die 17-köpfige Delegation, darunter Kreisräte und Wirtschaftsvertreter aus der Ortenau, besuchten Betriebe der Textil- und holzverarbeitenden Industrie sowie Obst- und Gemüseproduzenten, kamen mit Unternehmern ins Gespräch und trafen Vertreter der Regionalverwaltung Vidin. „Gouverneur Stankov und seine Mitarbeiter haben ein umfang- und facettenreiches Programm für uns zusammengestellt. Ich freue mich, dass er meinem Wunsch gefolgt ist und den Schwerpunkt dabei auf den Bereich Wirtschaft gelegt hat. Der Austausch war für alle Mitreisenden sehr bereichernd und wird sicherlich neue Impulse in unserer Zusammenarbeit setzen“, zieht Landrat Scherer eine positive Bilanz der Reise. Welcher Bedeutung der Besuch der Ortenauer Delegation in Vidin beigemessen wurde, zeigte sich bereits darin, dass sie vom bulgarischen Vizeminister für Wirtschaft, Lyuben Petrov, begrüßt wurde.

Besichtigt wurde unter anderem das Textilunternehmen „BDINTEX“, das überwiegend für den deutschen Markt produziert. Firmengründer Plamen Kamenov, der als Mitglied der bulgarischen Delegation bereits mehrfach in der Ortenau zu Gast war, begrüßte die deutsche Delegation mit einer Folklore-Tanzgruppe aus Vidin und stellte anschließend seinen Betrieb vor.

Barbara Albermann, Referentin für grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Ortenaukreis, präsentierte im Konferenzraum der Regionalverwaltung Vidin vor rund 50 Schülern und in Anwesenheit der Schulleiter von vier Vidiner weiterführenden Schulen die neu konzipierte Webseite www.ortenau-vidin.com. Über diese Internetadresse soll das von Landrat Frank Scherer initiierte Qualifizierungsprogramm Ortenau-Vidin „Jugend ohne Grenzen – unsere gemeinsame Zukunft" unterstützt werden. „Wir bieten darauf verschiedene Praktikumsmöglichkeiten in der Ortenau an. Darüber sollen Jugendlichen aus Vidin die Chancen, die eine dualen Ausbildung in Deutschland bietet, näher gebracht werden“, sagte Albermann. Ziel des Qualifizierungsprogramms ist, neben der Bildungskooperation mit Schulen der Partnerregion, junge Vidiner Schulabsolventen, aber auch Arbeitskräfte, die aus der Region Vidin stammen, für eine Berufsausbildung oder Weiterqualifizierung bis hin zum Studium in der Ortenau zu gewinnen. „Über diese Initiative kann einerseits dem Fachkräftemangel in der Ortenau sowie der Arbeitslosigkeit junger Menschen in Vidin entgegengewirkt werden, andererseits aber auch ein Know-How-Transfer über Rückkehrer nach Vidin erfolgen“, betonte Landrat Scherer.

Auf dem Besuchsprogramm stand auch die Teilnahme an einer Sitzung für Tourismusentwicklung des „Regional Advisory Council for Tourism“. „Der Tourismus in Vidin ist im Kommen, die Felsen von Belogradchik zählen zu den Naturwundern Bulgariens. Die Region eignet sich hervorragend für Wander-, Rad- und Trekking-Touristen“, stellte Scherer fest. „Was noch fehlt, ist die Vermarktung über deutsche Reiseagenturen.“

Der Abschluss des deutsch-bulgarischen Zusammentreffens bildete ein Besuch in Chuprene. Im vergangenen Jahr, als eine Vertretung aus Vidin den Ortenaukreis besuchte, übergab Ohlsbach Bürgermeister Bernd Bruder ein ausgemustertes, aber voll funktionstüchtiges Feuerlöschfahrzeug Typ „TLF 16“ von Magirus-Deutz an die Gemeinde Chuprene. Als Dank begrüßte Bürgermeister Vanyo Kostin die Ortenauer Delegation in Anwesenheit zahlreicher Einwohner im festlich geschmückten Rathaus.

Landrat Scherer und Gouverneur Stankov kündigten dabei an, die Partnerschaft weiterhin intensiv zu pflegen. Im Frühjahr 2016 möchte Stankov mit Vertretern aus Vidin den Ortenaukreis erneut besuchen. Das Schwerpunktthema steht auch schon fest: Waldwirtschaft.

Der Delegation gehörten neben Landrat Frank Scherer und Barbara Albermann, die Kreisräte und Vidin-Kenner Bernd Bruder (CDU), Hans-Peter Heizmann (CDU), Dr. Christoph Jopen (SPD) und die Kreisräte a. D. Karlheinz Axt (FDP) und Gerd Baumer (Bündnis 90/Die Grünen) an. Zum ersten Mal dabei war Eberhard Roth (Freie Wähler) sowie die neu gewählten Kreistagsmitglieder Sabine Dogor-Franz (Freie Wähler), Elvira Walter-Schmidt und Renate Kohlund (beide Bündnis 90/Die Grünen) sowie Florence Wetzel (Ortenauer Liste). Aus dem Bereich Wirtschaft waren dabei: Paul Baier, (Fa. Baier-GmbH, Renchen-Ulm), ehemalige Präsident der Handwerkskammer Freiburg; die Geschäftsführer Eckehard Ficht (Areal Industriehof GmbH & Co.KG, Lahr), Helmut Hilzinger (Hilzinger Fensterbau, Willstätt), Juan LLombart (Llombart Handels- und Treuhandgesellschaft mbH, Lahr) sowie Ralf Müller (Dorotheenhütte, Wolfach).

Stimmen aus der Delegation zum Vidin-Besuch:

Kreisrat Christoph Jopen (SPD): „Der Schwerpunkt dieser Reise lag im Austausch über die berufliche Gegenwart und Zukunft. Ich bin überzeugt, dass die Ortenau mit dem Qualifizierungsprogramm Ortenau-Vidin konkrete Anregungen für Ausbildungsperspektiven dort und engagierten Nachwuchs hier geben kann. Es lohnt sich, sich für Vidin zu engagieren. Das ist praktische Arbeit für europäische Verständigung.“

Kreisrat Eberhardt Roth (Freie Wähler): „Die Reise hat ganz klar verdeutlicht, dass es große Entwicklungsunterschiede in Europa gibt, jedoch muss immer die erste Priorität sein, dass diese Länder mit hohem Entwicklungsbedarf mit unserer Unterstützung sich aus den eigenen Potentialen heraus entwickeln. Dazu ist ein langer Atem erforderlich.

Kreisrätin Elvira Walter-Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen): „Ich bin sehr berührt von der Gastfreundschaft und der Freundlichkeit der bulgarischen Gastgeber und bisweilen hatte ich den Eindruck, sie sind dankbar dafür, dass wir uns für die Menschen und das Land interessieren. Auch ich bin dankbar, dass ich wunderbare Menschen in einem schönen Land kennenlernen durfte. Mein erster Eindruck ist, dass es hier echte Aufbauarbeit zu leisten gilt und man gar nicht weiß, wo am meisten Handlungsbedarf besteht. Alles was wir von Seiten des Ortenaukreises tun, ist ein kleiner Baustein im großen Ganzen. Aber die Menschen dort hoffen auf uns und diese Hoffnung dürfen wir nicht enttäuschen.“

Paul Baier, ehemaliger Präsident der Handwerkskammer Freiburg und Seniorchef der Firma Baier-GmbH in Renchen-Ulm: „Bei unserer Anfahrt von Sofia nach Vidin war klar das Gefälle zwischen den beiden Gegenden zu erkennen. Bei der strukturellen Entwicklung der Region Vidin besteht hoher Nachholbedarf. Allerdings sieht man auch, dass bei einer funktionierenden Infrastruktur, Wirtschaftswachstum möglich ist. Die verschiedenen Betriebsbesichtigungen haben gezeigt, dass ein Unternehmen nur erfolgreich sein kann, wenn es in Produktionsprozesse und damit in Qualitätssicherung investiert.“

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