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Ein Teil der ersten »Stella«-Sprachkursteilnehmer mit der Kursleiterin Svetla Yosifova

Das Landratsamt Ortenaukreis kann den erfolgreichen Start des ersten Sprachkurses des „StellA“-Projektes vermelden. Das gemeinsame Projekt der Arbeitsagentur und des Ortenaukreises hat eine schnelle Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern vor allem in den Arbeitsmarkt zum Ziel. Dafür ist in einem ersten Schritt der Erwerb der deutschen Sprache auf einem möglichst hohen Niveau geplant. Der Ortenaukreis ist dabei eine von vier Modellregionen in Baden-Württemberg, die am Projekt teilnehmen.

Nachdem im Februar 2015 die Kreisgremien grünes Licht für den Einstieg in das Projekt - vorerst für zwei Jahre - gegeben hatten, ist es dem Ortenaukreis gelungen, drei regionale Anbieter von Sprachkursen für insgesamt 45 Teilnehmer pro Jahr zu gewinnen. „Die Sprachkursanbieter haben bereits lange Wartelisten für die regulären Integrationskurse und einen Mangel an Lehrpersonal. Deshalb freue ich mich besonders, dass der erste Sprachkurs dennoch bereits Ende April beim Institut für deutsche Sprache (IDS) in Offenburg starten konnte“, sagt Michael Loritz, für Flüchtlingsfragen zuständiger Dezernent beim Landratsamt Ortenaukreis. Der Kurs wird rund acht Monate dauern. Ziel ist das Erreichen des Sprachniveaus B1, also eine selbstständige Sprachanwendung, des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens.

Bei der Auswahl der Kursteilnehmer nach Kriterien wie Vorbildung, Qualifikationen, Sprachkenntnisse, Motivation und Bleibewahrscheinlichkeit unterstützt künftig eine für die Dauer des Projekts neu eingestellte Sozialarbeiterin das bisherige Projektteam bei Arbeitsagentur und Kreis. „Uns und den Kollegen bei der Arbeitsagentur ist es wichtig, gerade den Asylbewerbern, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben dürfen, eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten und deren Potentiale zu nutzen“, so Landrat Frank Scherer. „Potenzielle Arbeitgeber im Ortenaukreis haben bereits Interesse bekundet und bieten für die Flüchtlinge teilweise Probearbeit oder Teilzeitarbeit außerhalb der Sprachkurszeiten an. Sollten die Flüchtlinge nach Absolvierung des Sprachkurses in Vollzeitjobs übernommen werden, würde auch die öffentliche Hand respektive der Kreishaushalt im Bereich der Flüchtlingssozialleistungen und bei den Kosten der Unterkunft direkt entlastet werden“. Nicht nur deswegen ist sich Landrat Scherer sicher, dass die Kreismittel für das Projekt StellA gut angelegt sind: „Das Projekt ist auch eine Investition in die Zukunft dieser Menschen und ein Mittel zur Beseitigung des Fachkräftemangels auch im Ortenaukreis.“ Den Projektverantwortlichen war es deshalb besonders wichtig, dass sich die Projektteilnehmer eindeutig zu einem Verbleib im Ortenaukreis auch nach ihrer Asylanerkennung ausgesprochen haben.

Da sich die Anerkennungsverfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge derzeit sehr lange hinziehen, beträgt die Zeit bis zum regulären Beginn eines Integrationskurses einige Monate, wenn nicht Jahre. Diese Wartezeit soll bei den Asylbewerbern mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit jedoch sinnvoll genutzt werden. Darum ermöglicht das Projekt diesen Menschen zunächst kurzfristig einen Sprachkurs, damit sie dann möglichst schnell dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

"Den 18 Teilnehmern des ersten Projektsprachkurses, die aus Syrien, Eritrea, Irak, Afghanistan, Nigeria und Äthiopien stammen, ist ihre Privilegierung durchaus bewusst. Sie sind mit Begeisterung bei der Sache und freuen sich, dass sie am Ende des Kurses mit dem Ablegen der Sprachprüfung B1 ihre Chancen auf die Vermittlung in eine qualifizierte Arbeit und Integration in die Gesellschaft entscheidend erhöht haben werden", so Loritz. Der Leiter von IDS Offenburg, Wolfgang Eberhardt, und der Projektverantwortliche beim Migrationsamt des Ortenaukreises, Ludwig Schuster, sind sich einig: "Die ersten Kursteilnehmer sind motiviert, pünktlich und von der Arbeitsagentur gut ausgesucht". Dies und die regelmäßige Kursteilnahme zeigten, dass das Projekt erfolgreich und vielversprechend gestartet ist. Eine erste Zwischenbilanz könne positiv ausfallen.

Weitere Projektsprachkurse in diesem Jahr sind für Juni bei der VHS Lahr und im September bei der VHS Ortenau geplant. Auch der Bund bzw. das Land Baden-Württemberg wollen noch in diesem Jahr Integrationsprogramme für Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit auflegen. Solange wollte der Ortenaukreis die beruflichen Potentiale der Flüchtlinge jedoch nicht ungenutzt lassen. Sollten auf diesem Gebiet weitere Programme folgen, sieht sich der Kreis gut gerüstet, da dann ohne weitere Zeitverzögerung auf bereits bestehende Strukturen mit entsprechenden Erfahrungswerten zurückgegriffen werden kann.

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