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Die Preisträger des diesjährigen »Integrationspreises Ortenau«, ausgelobt vom Landratsamt Ortenaukreis und der Sparkasse Offenburg/Ortenau. 2. von rechts: Landrat Frank Scherer.

In einer Feierstunde im Großen Sitzungssaal im Landratsamt in Offenburg hat Landrat Frank Scherer heute rund 120 neu eingebürgerte deutsche Staatsbürger in der Ortenau begrüßt. Insgesamt haben 342 Menschen aus 56 Nationen 2014 den deutschen Pass erhalten. Im Rahmen der Feier wurde der vom Landratsamt und der Sparkasse Offenburg/Ortenau zum zweiten Mal ausgelobte „Integrationspreis Ortenau“ verliehen.

Landrat Frank Scherer betonte, wie wertvoll die Kenntnisse und Kompetenzen der neuen Mitbürger für die Wirtschaft und Gesellschaft seien. „Kulturelle Vielfalt in unserem Land ist nicht nur ein zu schützendes Gut, sie ist auch ein Potenzial von dem unsere Gesellschaft profitieren kann und wird – wenn wir es richtig anstellen“, so der Landrat. Dazu gehöre unter anderem auch mehr Offenheit bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen und dem Zugang für Migranten zum öffentlichen Dienst, bekräftigte Scherer. „Der Ortenaukreis ist mit seiner Integrationsarbeit auf einem guten Weg.“ Seit 10 Jahren gibt es Integrationskurse, die neben Sprachkursen auch die landeskundliche Bildung der Neuankömmlinge umfassen. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und im Zuge des Fachkräftemangels erweitert das Landratsamt die Sprachförderung soweit, dass Zuwanderer zukünftig ihre Deutschkenntnisse bis zum fortgeschrittenen Sprachniveau „B2“ ausbauen können. Bereits seit vergangenem Herbst wird die Arbeit der Integrationsbeauftragen der großen Kreisstädte und der ehrenamtlichen Integrationshelfer in den Kommunen durch das vom Migrationsamt initiierte „Kommunale Netzwerk Integration im Ortenaukreis“ unterstützt.

Integrationspreis 2015 – die Preisträger

Um das große ehrenamtliche Engagement zu würdigen, haben das Landratsamt Ortenaukreis und die Sparkasse Offenburg/Ortenau den im letzten Jahr neu aufgelegten „Integrationspreis Ortenau“ abermalig ausgeschrieben. Innovative Ideen, Engagement und gelungene Integrationskonzepte werden durch den Preis anerkannt und prämiert. Landrat Scherer lobte die zahlreichen Integrations- und Flüchtlingsinitiativen im Ortenaukreis und die vielen Menschen, die sich „in hohem Maße ehrenamtlich engagieren und glänzende Vorbilder einer weltoffenen, aufgeschlossenen und hilfsbereiten Gesellschaft sind.“ Eine Jury, besetzt aus Mitarbeitern des Migrationsamtes und der Sparkasse Offenburg/Ortenau, entschied über die Preisvergabe. Aus 23 eingereichten Integrationskonzepten wurden heute die drei besten mit einem Preisgeld von insgesamt 3000 Euro honoriert.

Platz eins ging an das Projekt „Integration durch Fußball – ein guter Doppelpass!“ des Initiators Stefan Wölfle vom Sportclub Lahr. In den 24 Jugendmannschaften des Sportclubs spielen über 350 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 18 Jahren. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) von ihnen hat einen Migrationshintergrund. Der Verein legt viel Wert darauf, dass die Eltern bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen aktiv eingebunden werden, wie etwa bei der Lahrer Jugend-Stadtmeisterschaft. Zur Förderung der Integration werden zudem Hüttenwochenende, Grillfeste und Fahrradtouren veranstaltet oder Turniere im In- und Ausland besucht. „Das Engagement des SC Lahr ist Vorbild für alle anderen Sportvereine, neu zugewanderte Mitbürgerinnen und Mitbürger in die örtliche Gesellschaft zu integrieren“, so die Begründung der Jury.

Als zweiter Preisträger wurde das Projekt „Mama lernt Deutsch“ der Grundschule des August-Ruf-Bildungszentrums Ettenheim ausgezeichnet. Dabei werden Migrantinnen in Deutsch unterrichtet und erhalten Unterstützung im Alltag, wie bei Begleitungen zu Elternsprechtagen und Arztbesuchen, der Kontoeröffnung oder bei der Arbeitssuche. 26 Ehrenamtliche engagieren sich in diesem Projekt, das ein gutes nachbarschaftliches Miteinander in der Stadt und das Knüpfen von Kontakten zwischen Bürgern und neu zugewanderten Familien zum Ziel hat.

Die Initiative des „Freundeskreis Asyl im Familien- und Seniorenbüro Gengenbach“ um Koordinatorin Christine Weygoldt-Barth wurde mit dem dritten Preis gewürdigt. Ehrenamtliche unterstützen dabei sowohl neu ankommende Asylbewerber in der schwierigen ersten Zeit in Deutschland als auch anerkannte Flüchtlinge bei der dauerhaften Integration in Gengenbach und der näheren Umgebung. Angeboten werden u.a. Spracharbeit im Kindergarten, Hausaufgabenbetreuung, Deutschunterricht für Erwachsene. Daneben gibt es ein Mutter-Kind-Projekt, Bastel- und Spielstunden, das Angebot einer Kleiderkammer und Familienpatenschaften und die Integration in die Gengenbacher Vereine.

Ein Sonderehrenpreis in Höhe von 250 Euro gab es für Calvin und Robin Früh, Klara Schöttgen, Kim Kadow, Carina Meier und Ronja Oechsle. Sie sind Schüler der Klasse „10d“ der Heimschule Lender in Sasbach. Die Jugendlichen unterstützen Kindern aus Flüchtlingsfamilien im Grundschulalter durch Hausaufgabenbetreuung und Spiele. „Aus einem Schulprojekt im Rahmen eines Politikwettbewerbes ist ein dauerhafter Kontakt der Schüler zu den Flüchtlingskindern entstanden. Sie organisieren die Hausaufgabenbetreuung völlig selbständig und diese Engagement in jungen Jahren ist vorbildlich für Jugendliche und daher einen Sonderehrenpreis wert“, honorierte die Jury.

Ein multikulturelles Programm mit Beiträgen des Jugendmusikwerks Baden aus Lahr, des Artisten Jonas von der brasilianischen Künstlergruppe „Up-Leon“ und des Zauberers Oguz Engin vom Europa-Park Rust sowie von „Murat Bay, Carmen Börsig and friends“ mit Baðlama (türkische Laute) und Zither rundete die Feier ab. Stellvertretend für die Eingebürgerten sprach die aus Syrien stammende Frau Mariam Chamoun zu den Neubürgern.

Hintergrundinformationen:

Im Kalenderjahr 2014 haben im Ortenaukreis 436 Ausländer einen Neuantrag auf Einbürgerung gestellt. Von ihnen haben 342 Menschen den deutschen Pass erhalten. Das ist die höchste Einbürgerungszahl innerhalb der vergangen 10 Jahre. Während dieser Zeit hatte die Zahl der Einbürgerungen zwischen 211 (2007) und maximal 335 (2012) pro Jahr gelegen.

169 Menschen wurden unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit eingebürgert. 114 Personen wurden bereits in Deutschland geboren.

Die neuen Staatsbürger stammen aus insgesamt 56 verschiedenen Nationen. Bei 91 handelt es sich um EU-Bürger. Mit 49 Prozent stammt die Mehrheit der neu eingebürgerten Ortenauer aus der Türkei gefolgt von dem Irak (24 Prozent) und Serbien (19 Prozent). Unter den Top Ten der Herkunftsnationen sind außerdem Polen, der Kongo, Frankreich, Kasachstan, der Kosovo, die Ukraine und Rumänien.

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