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Einstimmig haben die Ortenauer Kreistagsmitglieder in ihrer heutigen Sitzung auf Anregung der CDU-Kreistagsfraktion eine Resolution zur Lärmreduzierung im Schienen-Güterverkehr verabschiedet. Darin spricht sich der Kreistag dafür aus, dass die seit 2011 geltenden Grenzwerte der „Technischen Spezifikation Interoperabilität (TSI) Lärm“ über neue beziehungsweise umgebaute oder modernisierte Güterwagen hinaus durch die Änderung des aktuell geltenden Kommissions-Beschlusses auf alle vorhanden Güterwagen ausgedehnt wird. Dies würde bedeuten, dass alle in Europa verkehrenden älteren Güterzüge von Graugussbremssohlen auf Verbundstoffbremssohlen („K-Sohle“ bzw. „LL-Sohle“) umgerüstet werden müssten. Mit diesen Bremssohlen reduzieren sich die Rollgeräusche um etwa 10 Dezibel dB(A), was das menschliche Ohr als eine Halbierung des Lärms wahrnimmt.

„Die Menschen in Offenburg und den südlichen Gemeinden leiden schon heute unter dem Güterzuglärm. Im Jahr 2025, mit mindestens 320 Güterzügen pro Tag, wird das erst recht der Fall sein. Deswegen müssen schnell Maßnahmen ergriffen werden, um die Menschen zeitnah vor den Gefahren des Schienenlärms zu schützen“, machte Landrat Frank Scherer geltend. Bereits seit 2010 fordert Scherer die europaweite Umrüstung auf die sogenannten „Flüsterbremsen“. Dazu hat er sich unter anderem an den damaligen Vizepräsidenten der Europäischen Kommission und Kommissar für Verkehr, Herrn Siim Kallas, die Mitglieder des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr des Europäischen Parlaments und die baden-württembergischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments gewandt.

Die Kosten für die Umrüstung auf die LL-Sohle liegen bei einem vierachsigen Güterwagen bei 1668 Euro. Das heißt, für rund 675 Millionen Euro könnten europaweit alle Güterwagen (rund 400.000) umgerüstet werden. „Das entspricht ungefähr den Mehrkosten, die allein am Oberrhein für zusätzlichen Lärmschutz aufgewendet werden müssen, würde aber europaweit den Lärm für alle Menschen reduzieren. Deshalb würde hier eine strikte europäische Regulierung wirklich Sinn machen“, erklärte Scherer.

„Diese Resolution ist sehr wichtig, denn wir müssen alle Möglichkeiten prüfen, mit denen wir die Bevölkerung vor Schienenlärm schützen können“, bekräftigte Klaus Muttach, Vorsitzender der CDU-Fraktionsvorsitzender.
Jürgen Nowak, Kreisvorsitzender der Freien Wähler, betonte, dass „mit der Verringerung des Lärms die Lebensqualität steigt“ während der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Günter Gorecky, auf eine aktuelle Untersuchung des Bremer Professors Eberhard Greiser verwies, nach der jährlich 75.000 Menschen am Krach des Bahnlärms an der Strecke entlang des Mittelrheins erkranken. „Diese Zahlen sprechen für sich, deswegen begrüßen wir die Resolution“, so Gorecky.

Der Fraktionschef der Grünen im Kreistag, Alfred Baum, machte auf mögliche Risiken durch eine Sanktionierung von nicht umgebauten Güterwaggons aufmerksam, was zur Folge hätte, "dass der Güterverkehr zurück auf die Straße geleitet werde".

„Mit diesen Maßnahmen können wir den Menschen helfen, den krankmachenden Lärm zu verbannen“, stimmte Carsten Erhardt, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, für die Resolution.

Der Kreistag hat sich in der Debatte um den Ausbau der Rheintalbahn am 3. März 2015 für eine autobahnparallele Güterzugtrasse zwischen Hohberg und Riegel ausgesprochen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Diskussion war die Frage der Lärmbelastung.

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