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Der Sozialausschuss des Ortenaukreises hat in seiner heutigen Sitzung ein Konzept zu Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit Behinderung im Alter verabschiedet. Ende 2012 hatte der Ausschuss die Verwaltung beauftragt, auf der Grundlage bereits erarbeiteter Eckpunkte konzeptionelle Handlungsgrundsätze zu erstellen, wie ältere Menschen mit Behinderung im Ortenaukreis in Zukunft wohnen und betreut werden können.

Aufgrund der Ermordung vieler Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus hat es kaum ältere Menschen mit wesentlicher Behinderung gegeben. Heute erreicht jedoch die erste Nachkriegsgeneration ihr Rentenalter oder hat es zum Teil schon erreicht. Zugleich ist in den letzten Jahrzehnten die Lebenserwartung der Menschen mit wesentlicher Behinderung deutlich angestiegen und gleicht sich zunehmend derjenigen der Menschen ohne Behinderung an.

Vor diesem Hintergrund reichen die vorhandenen Unterstützungsangebote für ältere Menschen mit wesentlicher Behinderung in quantitativer und qualitativer Hinsicht nicht aus. Im Ortenaukreis sind schon rund 30 Prozent der Beschäftigten in den Werkstätten für behinderte Menschen zwischen 50 und 60 Jahre alt und rund 5 Prozent 60 Jahre und älter. Die Nicht-Erwerbsfähigen, die tagsüber in Förder- und Betreuungsgruppen beschäftigt werden, weisen eine ähnliche Entwicklung auf. Dort ist ein Viertel zwischen 50 und 60 Jahre alt, nahezu jeder Zehnte über 60 Jahre alt. Insgesamt müssen für rund 550 Personen rechtzeitig geeignete Seniorenangebote zur Verfügung stehen.

Drei Arbeitsgruppen, bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderungen sowie der Kreisverwaltung, haben nun Vorschläge zur Weiterentwicklung ambulanter und stationärer Wohnangebote erarbeitet.

„Unser Ziel ist es, dass Menschen mit wesentlicher Behinderung auch im Alter ein menschenwürdiges Leben führen und möglichst selbst bestimmt am Leben in der Gesellschaft teilhaben können“, erklärte der Sozialdezernent des Ortenaukreises, Georg Benz. Es gehe darum, stationäres Wohnen möglichst zu vermeiden und sogenanntes ambulant betreutes Wohnen zu fördern. Im Rahmen ambulanter Wohnangebote werden Menschen mit wesentlicher Behinderung nicht rund um die Uhr, sondern zeitweise unterstützt und betreut. Dieses bisherige Angebot soll um ein „ambulant betreutes Wohnen für Menschen erhöhtem Hilfebedarf“ erweitert werden. Durch ein neues zusätzliches Angebot „Familienbegleitung mit Wohntraining“ sollen diejenigen Menschen mit Behinderung, die in einem gemeinsamen Haushalt mit Angehörigen leben, darauf vorbereitet werden, ambulante Betreuung in Anspruch zu nehmen für den Fall, dass die Familie nicht mehr für sie sorgen kann.

„Mit diesen Hilfen sollen Menschen mit Behinderung weiterhin weitestgehend selbständig leben können. Zudem müssen sich die stationären Wohn- und Pflegeeinrichtungen stärker auf diese Zielgruppe einstellen“, so Benz weiter. Nach wie vor sollen die herkömmlichen Wohnheime für Menschen mit Behinderung auch ältere Menschen mit höherem Pflegebedarf und fortgeschrittenen gerontopsychiatrischen Erkrankungen wie etwa Demenz betreuen. Bei hohem Pflege- und Betreuungsbedarf könne aber ein Umzug in ein Pflegheim sinnvoll und notwendig werden. Darüber hinaus sollen zusätzliche Heime entstehen, die Pflege und Betreuung für bedürftige Menschen mit Behinderung kombiniert anbieten oder die jeweils über Abteilungen zur Pflege bzw. zur Betreuung von Menschen mit Behinderung verfügen. „Schließlich sollen auch die Menschen mit wesentlicher Behinderung, die Beiträge zur Pflegeversicherung entrichtet haben, von den Leistungen nicht ausgeschlossen bleiben“, erläutert der Sozialdezernent.

Das Konzept beschäftigt sich zudem damit, wie behinderte Menschen, wenn sie aus Altersgründen etwa aus ihrer Behinderten-Werkstatt oder ihrer Förder- und Betreuungsgruppe ausscheiden, beschäftigt werden können. Hierzu sollen vermehrt Seniorenbetreuungsgruppen angeboten und der Besuch von Seniorentagesstätten ermöglicht werden.

Diesen Vorschlägen hatte bereits im Dezember 2014 der Behindertenhilfeausschuss zugestimmt, ein beratender Unterausschuss des Sozialausschuss, dem neben Kreisräten auch Fachleute aus sozialen Einrichtungen angehören.

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