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Amtsleiter Ullrich Böttinger dankte Schwester Frumentia und den zahlreichen Ehrenamtlichen sowie Andrea Blaser, Amt für Soziale und Psychologische Dienste beim Landratsamt Ortenaukreis, (rechts neben Schwester Frumentia) für ihr Engagement im Moses Projekt

Das Moses-Projekt Ortenau für Schwangere in Not wird nach acht Jahren Laufzeit durch die bundesweit eingerichtete Hotline „Vertrauliche Geburt“ abgelöst. Bei einer Abschiedsfeier am vergangenen Mittwoch würdigte Ullrich Böttinger, Leiter des Amtes für Soziale und Psychologische Dienste beim Landratsamt Ortenaukreis, die Erfolge des Projekts und überreichte den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zum Dank ein kleines Präsent sowie ein Dankesschreiben des Landrats Frank Scherer. „Allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen gebührt großer Dank und Respekt für ihr Engagement, denn ohne sie wäre diese niederschwellige Hilfe für Schwangere in Not nicht zu leisten gewesen“, sagte Böttinger.

Der Amtsleiter dankte auch den Kooperationspartnern, seiner Mitarbeiterin Andrea Blaser für die Projektorganisation und insbesondere Schwester Frumentia, der ehemaligen Leiterin des „Haus des Lebens“ für ihren Einsatz. Er bezeichnete Schwester Frumentia als „Pionierin auf diesem Feld“, denn sie hatte sich für die Gründung des Moses Projektes Ortenau eingesetzt. Bis zu ihrem Ruhestand 2013 hatte sie ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im Haus des Lebens geschult und betreut. „Das Besondere am Mosesprojekt war das gute Miteinander von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen“, betonte Schwester Frumentia bei ihrer Abschiedsrede vor den Ehrenamtlichen. „Die anfängliche Skepsis bei den hauptamtlichen Beraterinnen, ob die anspruchsvolle Telefonberatung auch von Ehrenamtlichen bewältigt werden kann, hat sich sehr schnell in gegenseitige Achtung und Respekt gewandelt“, berichtete die Schwester.

Das im Jahre 2006 gestartete Moses Projekt Ortenau hat schwangeren Frauen in Not rund um die Uhr anonym und kostenlos Hilfe über ein Telefon-Notrufnetz angeboten. Im Auftrag und mit Unterstützung der Schwangerschaftsberatungsstelle des Landratsamtes haben 33 speziell geschulte Mitarbeiterinnen Tag und Nacht und an den Wochenenden in diesen acht Jahren ehrenamtlich über 50.000 Stunden Telefonbereitschaft geleistet. Weiter unterstützt wurden sie von Mitarbeiterinnen der Schwangerschaftsberatungsstellen des Diakonischen Werkes im Ortenaukreis, der Caritasverbände Achern und Lahr, des Sozialdienstes katholischer Frauen Offenburg.

Rund 340 Anrufe sind von Dezember 2006 bis August 2014 beim Moses-Notruf eingegangen. Schwangere Mädchen und Frauen unterschiedlichen Alters, die sich in einer für sie scheinbar ausweglosen Situation befanden, deren Partner und Familienangehörige haben unter der Moses-Rufnummer Beratung und Hilfe gefunden. Neben dieser telefonischen Beratung wurden den schwangeren Frauen in Not auch weitergehende Hilfen angeboten, wie z.B. eine Wohnmöglichkeit im Haus des Lebens. In extremen Fällen vermittelten die Moses-Beraterinnen auch eine vertrauliche oder anonyme Geburt in einem Krankenhaus und eine Inobhutnahme des Kindes.

Das Moses Projekt Ortenau ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Kooperationspartner. Zu dem Ortenauer Netzwerk für Schwangere in Not gehören neben den Trägern der Schwangerschaftsberatungsstellen und dem Haus des Lebens das Landratsamt Ortenaukreis mit dem Ortenau Klinikum in Achern, Offenburg und Lahr sowie die Adoptionsberatung des Landratsamtes. Für das Projekt engagiert haben sich auch Hebammen und Ärzte sowie Ortenauer Bürgerinnen und Bürgern, die Geld für das Moses Projekt spendeten. „Dank der Spendengelder konnten wir unbürokratisch helfen“, so Andrea Blaser. Sie dankte der Vorsitzenden des Sozialdienstes Katholischer Frauen Offenburg Magdalena Czibulinski für die ehrenamtliche Führung des Spendenkontos sowie auch Andrea Hesch, der Nachfolgerin von Schwester Frumentia.

„Als das Moses Projekt 2006 startete, gab es nichts Vergleichbares“, erläuterte Böttinger. „Ich freue mich, dass durch die bundesweite Entwicklung unsere erfolgreiche regionale Hilfe für Schwangere in Not letztlich Einzug in die Gesetzgebung gefunden hat und weitergeführt wird. Damit ist das Ziel des Moses Projektes Ortenau erreicht.“

Das der bundesweiten Hotline zu Grunde liegende Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt war zum 1. Mai 2014 in Kraft getreten. Die Nummer des neuen bundesweiten Hilfetelefons "Schwangere in Not - anonym und sicher" lautet: 0800 40 40 0 20. Dort erhalten Schwangere in Not rund um die Uhr anonym und kostenlos Beratung. Beratung und Hilfe im Internet unter: www.geburt-vertraulich.de.