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Der Kultur- und Bildungsausschuss (KBA) des Ortenaukreises hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Weiterentwicklung der beruflichen Schulen in Trägerschaft des Landkreises befasst.

Die Verwaltung erläuterte die Entwicklungen der vergangenen sechs Jahre und stellte die Prognosen bis zum Schuljahr 2020/21 vor. Davon ausgehend haben die Mitglieder des KBA die Verwaltung beauftragt, den Schulentwicklungsplan für den Ortenaukreis fortzuschreiben. Trotz weiterhin rückläufiger Schülerzahlen sollen die Ziele des ersten Schulentwicklungsplans von 2008, insbesondere der Erhalt aller Schulen und Schulstandorte und somit die Stärkung des ländlichen Raums, die Schaffung verlässlicher Ausbildungsangebote sowie die Sicherstellung bestmöglicher Ausbildungsqualität weiterverfolgt werden. Zudem hat das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, für Berufe mit geringer Nachfrage kreisübergreifend einen überregionalen Schulentwicklungsplan für die Landkreise entlang des Oberrheins beim Regierungspräsidium Freiburg anzuregen.

„Die Umsetzung des ersten Schulentwicklungsplans hat sich als erfolgreich erwiesen“, erklärte Landrat Frank Scherer. „Die Bildung von dezentralen Kompetenzzentren möchten wir daher auch in der Zukunft weiter verfolgen, um die beruflichen Schulen als wichtigen Standortfaktor in der Region zu erhalten.“ Der Ortenaukreis unterhält zwölf berufliche Schulen in Achern, Gengenbach, Hausach, Kehl, Lahr, Offenburg und Wolfach.

Auch wenn die Schülerzahlen an beruflichen Schulen sich nicht verlässlich vorausberechnen lassen, geht die Kreisverwaltung auf Basis der Entwicklung der Ausbildungszahlen der vergangenen Jahre und der bis 2020 absehbaren demografischen Schülerrückgänge davon aus, dass bis in sechs Jahren rund ein Viertel der Bildungsangebote in Frage gestellt werden müssen, da sie die erforderliche Mindestschülerzahl voraussichtlich nicht mehr erreichen werden.

Im Bereich der dualen Ausbildung gelten 26 der 108 derzeit angebotenen Berufe als gefährdet. Bei weniger als einem Drittel davon könnte der Kreis Klassen an verschiedenen Standorten zu Kompetenzzentren zusammenfassen, um ausreichend große Klassen bilden zu können. Bei mehr als zwei Drittel der in Zukunft unsicheren Ausbildungsberufe besteht diese Möglichkeit nicht, da diese Angebote aufgrund der Umstrukturierungen beim ersten Schulentwicklungsplan bereits nur noch einmal in der Ortenau vorhanden sind.

An den Berufsfachschulen, Berufskollegs, beruflichen Gymnasien sowie den Techniker- und Meisterschulen, die in Vollzeitunterricht an fünf Tagen pro Woche beschult werden, ist die Zukunft für 15 der derzeit 56 Angebote ungewiss. Hier könnte etwa die Hälfte durch Zusammenlegungen aus verschiedenen Standorten erhalten bleiben.

Hinsichtlich der gefährdeten Ausbildungsgänge, die nur einmal im Ortenaukreis angeboten werden, hat die Verwaltung vorgeschlagen, einen kreisübergreifenden Schulentwicklungsplan für die gesamte Oberrheinschiene beim Regierungspräsidium in Freiburg einzufordern. Unter Einbeziehung der Landkreise der Regierungsbezirke Freiburg und Karlsruhe könnten für in Frage kommende Mangelberufe sogenannte Bezirks- und Landesfachklassen gebildet und auf die Stadt- und Landkreise aufgeteilt werden. Dadurch könnte zumindest ein Teil der Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort gerettet und stabilisiert und damit auch der ländliche Raum gestärkt werden. Ein kontinuierliches Wegbrechen von Ausbildungsangeboten in der Ortenau verbunden mit einer gleichzeitigen Konzentration an den Großstandorten Freiburg und Karlsruhe soll verhindert werden.