Hilfsnavigation

  • Forstwirte des Ortenaukreises bei der Arbeit.
  • Wir beraten Sie gerne.
  • Winter in Offenburg.
  • Kulinarische Ortenau.

Das Atelier Lahr, ein Selbsthilfeprojekt von Menschen mit und ohne Psychiatrie-Erfahrung, feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einer Ausstellung im Landratsamt Ortenaukreis.

Die Ausstellung mit dem Titel „Ars viribus coniunctis floret (Die Kunst erblüht durch gemeinsame Kraft)“ zeigt neuere Werke der Projektmitglieder und ist vom 23. Oktober 2014 bis zum 28. Januar 2015 zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes Ortenaukreis in der Badstraße 20 in Offenburg zu besichtigen. Die Vernissage findet am Donnerstag, 23. Oktober, um 17:30 Uhr im Foyer des Landratsamtes, Badstraße 20 in Offenburg statt. Thorsten Kappenberg, Kunsthistoriker am Museum Sammlung Prinzhorn in Heidelberg, führt in die Ausstellung ein.

Der Sozialpsychiatrische Dienst Lahr des Ortenaukreises hat das Atelier Lahr 2004 ins Leben gerufen. Es bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit zu malen, zu zeichnen, zu sprühen, zu töpfern, mit Holz und anderen Materialien zu arbeiten. Nach der Erfahrung der professionell psychiatrisch Tätigen nutzen Menschen mit psychischen Handicaps oft künstlerische Medien, um ihren eigenen Lebenswelten Ausdruck zu verleihen. Deshalb werde schöpferisches Schaffen auch als Therapie angeboten, um mit den Betroffenen an ihren Lebensgeschichten zu arbeiten, erklärt Héctor Sala von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Landratsamt Ortenaukreis. Mit diesem Projekt werde jedoch kein ausgesprochen therapeutisches Konzept verfolgt, vielmehr sollen über das Angebot eines offenen Ateliers die Selbstorganisations- und Selbsthilfepotenziale der Nutzerinnen und Nutzer gefördert werden, so Sala weiter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernahmen von Beginn an selbst die Verantwortung für das Projekt. Dieses bietet ihnen Räume für freies künstlerisches Schaffen sowie die Möglichkeit, die Kunstwerke zu präsentieren und zu vermarkten (www.dasatelier-lahr.de). Das Atelier dient jedoch nicht nur der künstlerischen Arbeit, es ist auch ein Treffpunkt zum Austausch oder gemeinsamen Kaffeetrinken. „Schöpferische Tätigkeit und die Entwicklung von Kontakten, sozialen Beziehungen und Netzwerken haben den gleichen Stellenwert. Beide ermöglichen neue Erfahrungen und helfen, teilweise verlorenes Selbstvertrauen zu erlangen. Insofern hat dieses Projekt, ohne als Therapie definiert zu sein, dennoch therapeutische Wirkungen.

Gefördert und unterstützt wird das Atelier von der „Brücke, Hilfsgemeinschaft für Menschen in psychischer Not, Lahr e.V.“. Der Verein übernimmt die Kosten für das Ateliermaterial sowie für die Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise die Organisation von Ausstellungen. Die Psychologische Beratungsstelle Lahr überlässt dem Projekt zudem kostenlos Kellerräume und stellt einen Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes in der Funktion als Supervisor für das Projekt zur Verfügung.