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Der beim Landratsamt Ortenaukreis eingerichtete Fachdienst für Kinder und Jugendliche mit einer seelischen Behinderung soll seine Arbeit dauerhaft und mit personeller Verstärkung fortführen können. Dies beschloss der Jugendhilfeausschuss des Ortenaukreises in seiner heutigen Sitzung.

„Immer mehr Kinder und Jugendliche mit einer seelischen Behinderung machen einen Anspruch auf ambulante Eingliederungshilfe, insbesondere in Form einer Schulbegleitung geltend“, erklärt Georg Benz, Sozialdezernent des Ortenaukreises. Und er nennt die Gründe: „Einerseits haben die Eltern seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im März 2009 ein Wahlrecht, ob sie ihr behindertes Kind auf eine Sonderschule oder auf eine Regelschule mit Begleitung durch eine Betreuungskraft schicken wollen. Andererseits gibt es heute bessere Möglichkeiten, eine seelische Behinderung, wie etwa das Asperger-Syndrom, zu diagnostizieren.“ Letztlich sei das Regelschulsystem noch nicht auf diese Situation eingerichtet. Die Schulbegleitungen hätten sich so im Zeitraum von 2012 bis 2014 fast verdoppelt. Der Landkreis müsse 2014 voraussichtlich 5,5 Millionen Euro für die Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche mit seelischer Behinderung aufwenden, so der Sozialdezernent.

„Um Kindern und Jugendlichen mit einer seelischen Behinderung besser zu helfen, haben wir im Juni 2013 den Fachdienst für ambulante Leistungen der Eingliederungshilfe mit 1,5 Stellen eingerichtet“, so Heiko Faller, Leiter des Jugendamtes. „Der Fachdienst prüft, ob eine seelische Behinderung vorliegt oder droht und das Kind deswegen an der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Liegen diese Voraussetzungen vor, hat das Kind Anspruch auf Eingliederungshilfe. Der Fachdienst stellt die Erforderlichkeit, die Geeignetheit und den Umfang der zu erbringenden Leistung fest, entscheidet über die Dauer der Leistung und überprüft diese Entscheidungen regelmäßig in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.“

Die Prüfung durch den Fachdienst habe einige Vorteile: Die Mitarbeiterinnen hätten sich inzwischen spezielle medizinische, psychiatrische und psychologische Fachkenntnisse angeeignet und sich auch gut in die komplexe Rechtsmaterie eingearbeitet. Durch die Bündelung der Fälle auf den Fachdienst könnten die Kolleginnen sie sehr genau und im Vergleich mit allen anderen Fällen beurteilen. Die Fälle könnten so effektiver bearbeitet werden und auch die Finanzen wären besser im Blick, ergänzt Andreas Linse, Leiter des Bereichs Sozialarbeit beim Jugendamt.

„Wegen der enormen Fallzuwächse stößt der Fachdienst mit der vorhandenen personellen Ausstattung an seine Grenzen. Besonders die zwingend notwendigen Vor-Ort-Begutachtungen in Kindergärten oder Schulen sind fast nicht mehr möglich Deshalb werden wir – wenn der Kreistag zustimmt - den Fachdienst um eine Personalstelle ergänzen und aus den während der Erprobungsphase befristeten Arbeitsverträgen unbefristete machen“, so Benz.