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Eine neue Broschüre für Privatwaldbesitzer zum Thema Edelkastanienpflege hat das Amt für Waldwirtschaft beim Landratsamt Ortenaukreis herausgegeben. „ Wir mussten noch einige Informationen zu einem neu aufgetauchten Schädling, der Edelkastaniengallwespe, einarbeiten. Jetzt liegt die Broschüre aber druckfrisch und topaktuell vor“, freut sich der Kastanienexperte und Leiter des Forstbezirks Oberkirch Bernhard Mettendorf vom Amt für Waldwirtschaft.

Die 28-seitige, farbig illustrierte Broschüre stellt sechs waldbauliche Behandlungsvarianten der Edelkastanienkultur vor, so wie sie auch in der Praxis vorkommen. Bei den Zielsetzungen werden alle Hauptprodukte abgedeckt vom Brennholz/Energieholz über Palisaden/Pfahlholz, bis hin zum Stammholz einschließlich einer „Wertholzvariante“. Die erheblichen Unterschiede in der Wertleistung je nach Produktionsziel werden mit Hilfe einer detaillierten Gegenüberstellung von Kosten und Erlösen dargestellt. Der Rahmen der nachhaltig erzielbaren Nettoerlöse pro Hektar Edelkastanienfläche liegt dabei zwischen 230 Euro für Brennholz und 830 Euro für Wertholz pro Jahr.

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Broschüre dem aktuellen Thema „Gefährdung durch Erkrankungen“ und den standörtlichen Voraussetzungen für den Kastanienwaldbau. Biologische Eigenschaften der Baumart werden ebenso beschrieben wie die Hauptverwendungsmöglichkeiten für das Holz.

Die Initiative zur Erstellung der Broschüre war von den ehemaligen Projektpartnern im INTERREG-Kastanienprojekt Elsass-Pfalz-Baden (vertreten durch die Ortenau) ausgegangen. Das durch die Europäische Union geförderte Projekt befasste sich von 2010 bis 2012 im Oberrheingebiet länderübergreifend mit dem Thema Kastanienbewirtschaftung, deren Forstschutz und Ökologie. Das Druckwerk, das grenzüberschreitend erarbeitet wurde und auch auf französisch vorliegt, fasst vor allem die waldbaulichen und betriebswirtschaftlichen Hauptergebnisse dieses INTERREG-Projekts zusammen.

Die Broschüre kann kostenlos bestellt oder abgeholt werden beim Amt für Waldwirtschaft in der Prinz-Eugen-Straße 2 in Offenburg und bei den Forstrevieren. Bei den nächsten Waldbesitzerversammlungen liegt die Broschüre ebenfalls aus.

Hintergrundinformation: Bedeutung der Edelkastanie im Ortenaukreis:

Die Edelkastanie, ursprünglich von den Römern zur Produktion von Rebpfählen ins Rheintal eingeführt, besitzt in der Ortenau mit einem Anteil von rund 1700 Hektar ziemlich genau die Hälfte ihrer Fläche in ganz Baden-Württemberg. Vor allem in den Privatwaldungen der unteren Vorbergzone des Schwarzwaldes nördlich Offenburg zwischen 200 und 500 Metern Höhenlage ist sie die wichtigste Laubbaumart überhaupt. Lange Zeit wenig beachtet und oft durch Nadelbaumarten ersetzt, erlebt sie in den letzten Jahren eine Renaissance. Klimatisch begünstigt durch die steigenden Temperaturen des Klimawandels und die Kahlflächen des Orkans „Lothar“, breitet sie sich nicht nur natürlich weiter aus, sondern wird von den Waldbesitzern aktiv gefördert und bewirtschaftet. Vorteile der Baumart, die dabei eine Rolle spielen sind ihre hohe Zuwachsleistung für die Energieholzproduktion jeder Art, zunehmende Nachfrage als Pfahl- und Wertholz aber auch die hohe Wertschätzung in der Landschaftspflege, der Imkerei, ihre Früchte und ihr hoher Wert für den Artenschutz.