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Der Kinder-und Jugendärztliche Dienst im Landratsamt Ortenaukreis hat rund 3650 Kinder, die 2015 eingeschult werden sollen, untersucht.

Das Gesundheitsamt beanstandete mangelnden Impfschutz. Bei rund einem Drittel der Vorschulkinder stellte das Amt in mindestens einem getesteten Bereich einen Förderbedarf fest. Manche Entwicklungsverzögerungen könnten daran liegen, dass viele Kinder zu lange vor dem Fernseher sitzen und sich zu wenig bewegen, so das Fazit des Gesundheitsdienstes.

Beim Impfschutz waren bis zum Zeitpunkt dieser Basisuntersuchung 78 Prozent der Kinder im vorletzten Kindergartenjahr ausreichend gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft, während in Baden-Württemberg der Durchschnitt bei 89 Prozent liegt. Dr. Katrin Nagel, Kinderärztin beim Gesundheitsamt, betont, dass Impfungen ein wichtiger präventiver Bestandteil in der Kinderheilkunde seien, und empfiehlt den Eltern, ihre Kinder nachimpfen zu lassen. Die Erhebungen zeigten zudem, dass zwei Prozent der Kinder im Untersuchungsjahrgang keinen Schutz vor einer Polioerkrankung aufweisen, „obwohl ein vollständiger Impfschutz angesichts wieder aufgetretener Fälle beispielsweise in Syrien unerlässlich ist“, so die Kinderärztin.

Bei den Untersuchungen der Vier-bis Fünfjährigen prüfen Assistentinnen des Gesundheitsamts neben dem Impfstatus insbesondere den Entwicklungsstand der Kinder, um frühzeitig einen Förderbedarf zu erkennen und besprechen die Befunde mit einer Ärztin des Kinder-und Jugendärztlichen Dienstes. Die Eltern werden über die Förderbedarfe informiert, um in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und falls erforderlich mit dem Kinderarzt die notwendigen Fördermaßnahmen einzuleiten. Nach der Auswertung der Daten der letzten Jahre haben viele Vorschulkinder insbesondere Schwierigkeiten in der Motorik. Ein Drittel erreicht zum Beispiel nicht die altersentsprechende Norm beim Hüpfen auf einem Bein. Kinderärzte empfehlen Eltern ihre Kinder regelmäßig an der frischen Luft spielen zu lassen, da beim Hüpfen, Klettern, Springen und Balancieren Körpergeschicklichkeit und Gleichgewichtssinn trainiert werden.

In engem Zusammenhang mit Entwicklungsverzögerungen steht nach Experteneinschätzung unter anderem der zunehmende Gebrauch von neuen Medien. Fachleute raten davon ab, Kinder zu früh an Fernsehen und Computer heranzuführen. Dr. Evelyn Kraus vom Gesundheitsamt Ortenaukreis erklärt, dass Kleinkinder nicht in der Lage seien, Geräusche und Bilder wie Erwachsene zu verarbeiten. Vielmehr erfahren Kinder unter drei Jahren ihre Welt durch Tasten und Ergreifen. Daher sollten Kinder in diesem Alter „bildschirmfrei“ aufwachsen und Kinder im Vorschulalter insgesamt maximal 30 Minuten pro Tag vor dem Fernseher oder dem Computer verbringen. Fernsehen trägt Kinderärzten zufolge nicht zur Sprachentwicklung bei, da kleine Kinder vorrangig visuelle Eindrücke aufnehmen. Um zu lernen brauchen Kinder die Interaktion mit anderen Menschen, was ein Bildschirm nicht ersetzen kann. Damit Kinder die optischen Eindrücke leichter verarbeiten können, sollte das Gesehene gemeinsam mit ihnen besprochen werden. Da Vorschulkinder Fiktion und Wirklichkeit noch nicht unterscheiden können, sollten sie auch nicht alleine fernsehen. „Kinder brauchen bis zu einer Stunde, um das Gesehene zu verarbeiten. Fernsehen kurz vor dem Zubettgehen ist daher keine gute Idee,“ erläutert Dr. Kraus.

Darüber hinaus rät sie beispielsweise zum Besuch eines Sportvereins. „Das stärkt nicht nur das Körpergefühl und die Fitness, es eröffnet auch die Möglichkeit für neue Freundschaften“, ergänzt Dr. Nagel. Zudem würden Malen, Basteln und Zeichnen die Kreativität und Feinmotorik der Kinder fördern.