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Verein zur Hagelabwehr in der Ortenau gegründet.

Experten aus Weinbau, Obstbau und Landwirtschaft haben am Dienstag, 9. September, im Landratsamt Ortenaukreis den Verein „Hagelabwehr Ortenau“ gegründet. Der Verein, dessen Vorstand mit fünf Vertretern besetzt ist, soll ab 2015 den Einsatz von Kleinflugzeugen finanzieren und organisieren. Um Hagelschäden zu verhindern oder minimieren, wird Silberjodid in Gewitterwolken gesprüht. Dadurch bilden sich in der Wolke viele kleine, anstatt großer Hagelkörner. Diese schmelzen in der Regel, bevor sie den Boden erreicht haben zu Regen, Graupel oder deutlich kleinerem Hagel. In zahlreichen Regionen wie beispielsweise dem Rems-Murr-Kreis, Schwarzwald-Baar-Kreis, in der Südpfalz sowie in den USA und China wird dies seit Jahren erfolgreich praktiziert. Erst im Juni gründete sich im Landkreis Reutlingen ein Verein.

„Auch in der Ortenau beobachten wir eine Zunahme von Unwettern mit Hagelschauern, der für manche landwirtschaftliche Kultur ein Totalausfall bedeutet. Hagelschäden sind aber nicht nur ein landwirtschaftliches Problem“, betont der frisch gewählte Vereinsvorsitzende Franz Benz. „Gebäude- und Kfz-Eigentümer, Unternehmen und Versicherungen, letztendlich alle Einwohner im Schutzgebiet profitieren von einer effektiven Hagelabwehr. Denn es ist volkswirtschaftlich vernünftiger, einen Schaden zu vermeiden oder zu minimieren als ihn nachträglich zu beheben.“

Ein Hagelflieger kostet ca. 120.000 Euro pro Jahr, ein Einsatz von zwei Flugzeugen wird wegen der Gebietsgröße, die auch Teile des Kreises Rastatt umfasst, angestrebt. Der Unterausschuss Gesamtstrategie Ländlicher Raum des Ortenaukreises hat das Vorhaben als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet.

„Ich freue mich, dass sich viele Partner zu diesem Projekt zusammengefunden haben und dieses tragen“, betonte Dr. Rainer Moritz, Leiter des Amtes für Landwirtschaft, in seinem Grußwort und wünschte dem Verein gutes Gelingen.

Der Verein möchte weitere Unternehmen, Privatpersonen und Kommunen für eine Mitgliedschaft gewinnen. Diese kostet für Privatpersonen 20 Euro pro Jahr, Unternehmen ohne landwirtschaftliche Fläche zahlen mindestens 500 Euro. Für Unternehmen und Verbände mit landwirtschaftlichen Flächen wird der Mitgliedsbeitrag nach Kulturarten und der Flächengröße bemessen. Weitere Informationen gibt die Geschäftsstelle des Vereins, Manfred Bannwarth, unter Tel-Nr. 07852 – 1578 oder E-Mail: hagelflieger@mr-ortenau.de.

Der Vorstand setzt sich aus Franz Benz, stellv. Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Wendelin Obrecht, Vorstandsvorsitzender OGM Obstgroßmarkt Mittelbaden eG, Stefan Huschle, Weingut von Franckenstein, Manfred Bannwarth, Geschäftsführer der Maschinenring und Betriebhilfsdienst Ortenau Service GmbH, Jochen Adam, Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württembergischer Tabakpflanzer e.V. zusammen.

Dem beratenden Beirat gehören an: Erich Kiefer, Vorstandsmitglied im OGM, Franz-Josef Müller, Präsident des Landesverbandes Erwerbsobstbau Baden-Württemberg e. V. und Vorsitzender des BLHV-Kreisverbandes Offenburg, Manfred Musger, Steuerberatungsgesellschaft Musger & Partner, Dr. Rainer Moritz, Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Ninja von Rudloff, AG-Sprecherin des Unterausschusses Ländlicher Raum.