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Auftaktveranstaltung des MRE-Netzwerks Ortenau

 

 

 

von links: Dr. Dieter Auer, Dr. Michael Elgas, Dr. Evelyn Kraus, Dr. Friederike Ley und Dezernent Franz Seiser

 

Am Mittwochabend, den 23.07.2014, trafen sich im Großen Sitzungssaal des Landratsamts über 100 Gäste, um an der Gründung des MRE-Netzwerkes Ortenau in Form einer Fortbildungsveranstaltung teilzunehmen.

Bereits Monate zuvor nahm das Gesundheitsamt Ortenaukreis unter der Leitung von Dr. Evelyn Kraus, Zahnärztin und Koordinatorin des Netzwerkes, die Arbeit auf.

Mit Hilfe einer Lenkungsgruppe wurde das Netzwerk aufgebaut.

Zu den Mitgliedern der Lenkungsgruppe gehören: Kliniken im Kreis, das Klinikum Ortenau, die Ärzteschaft im Ortenaukreis, die Arbeitsgemeinschaften Pflege im Ortenaukreis, die Transportdienste im Ortenaukreis, die Krankenkassen vertreten durch die AOK, Kliniken aus dem Reha-Bereich, Ambulante Pflegedienste und Alten- und Pflegeheime.

Erste Ergebnisse erzielte die Gruppe durch den Entwurf eines Überleitbogens. Dieser soll einen nahtlosen Übergang bei der Versorgung und Sanierung der Patienten gewährleisten, indem er die wichtigsten Daten und Informationen zum Erreger und die bereits erfolgten Maßnahmen erfasst. Der Überleitbogen soll beim Wechsel des Patienten, insbesondere von einer stationären zu einer ambulanten Versorgung, mitgegeben werden. Ziel ist es, den Überleitbogen im gesamten Ortenaukreis geltend zu machen, um einen einheitlichen Standard zwischen den medizinischen Einrichtungen zu gewährleisten.

Um dieses Dokument und die Idee des Netzwerkes vorzustellen, wurde zur Auftaktveranstaltung eingeladen.

Nach einem herzlichen Grußwort vom Gesundheitsdezernenten des Landratsamtes Franz Seiser, folgten drei außerordentlich lebendige Fachvorträge. Zunächst referierten Dr. Dieter Auer und Dr. Michael Elgas vom Klinikum Offenburg über zunehmende Antibiotikaresistenzen, multiresistente Erreger und deren Auswirkungen auf die Therapie.

Dr. Auer gab in seinem einleitenden Vortrag einen Überblick über Bakterien, deren Verbreitung und der daraus resultierenden Folgen. Durch eine Infektion mit Multiresistenten Erregern kann es zu Harnwegsinfektionen, Pneumonien, Wundinfektionen oder einer Sepsis kommen. Bakterielle Resistenzen sind  proportional zum Antibiotikaverbrauch.

Mit seiner abwechslungsreichen Präsentation, stellt er die Einhaltung von Hygienemaßnahmen, um Übertragungen von Keimen zu verhindern, in den Mittelpunkt seines Vortrags. Besondere Bedeutung kommt dabei den Händen zu, insbesondere der Händedesinfektion.

Dr. Michael Elgas informierte über die Wirkungsweisen von Antibiotika. Oftmals werden Breitbandantibiotika verschrieben, die nicht nur die krankheitsauslösenden Bakterien angreifen sondern auch die guten bzw. harmlosen. Jedes Antibiotikum führt damit auch zu einer Veränderung im menschlichen Mikrobiom. Durch die Antibiotikatherapie selbst können sich krankmachende Erreger ausbreiten.

Darüber hinaus erklärte er verschiedene Übertragungswege, wie ein Mensch Träger eines MRE Keims werden kann. Infektionsquelle kann der direkte Kontakt zu Tieren sein, aber auch indirekt über Dünger oder rohes Fleisch kann eine Übertragung stattfinden. Außerdem können gesunde Menschen die Keime aufgrund von fehlenden Hygienemaßnahmen übertragen. Multiresistente Erreger stellen im Gegensatz zu gesunden Menschen, besonders für chronisch Kranke oder immunschwache Personen, eine Gefahrenquelle dar. Eine dadurch hervorgerufene Infektion kann schwerwiegende Folgen haben. Der bekannteste Vertreter der multiresistenten Erreger ist der Methicillinresistente Staphyloccocus aureus (MRSA).

Den vorletzten Vortrag hielt Dr. Friederike Ley, Koordinatorin des MRE-Netzwerkes, vom Gesundheitsamt in Karlsruhe.

Sie bot den Zuhörerinnen und Zuhörern einen Einblick in die Struktur ihres Netzwerkes. Außerdem erläuterte sie die zu bewältigenden Aufgaben und die zukünftigen Ziele, die es zu erreichen gilt. Diese sind die Verringerung der Zahl von MRE Infektionen und dass alle Betroffenen den gleichen Zugang zu Anschlussheilbehandlungen erfahren.

Schließlich ergriff Dr. Kraus das Wort. Sie stellte die bereits erwähnten Lenkungsgruppenmitglieder namentlich vor, die als Entscheidungsorgan des Netzwerkes agieren. Neben diesen bilden die Arbeitsgruppen „Mindeststandards“ und „Informationsweitergabe“ das Kommunikationsforum des Netzwerkes.

Für weitere Fragen standen die Lenkungsgruppenmitglieder auch nach der Veranstaltung für die Anwesenden zur Verfügung.

Bevor Dr. Kraus alle Zuhörerinnen und Zuhörer zum anschließenden Sektempfang einlud, bedankte sie sich noch bei den Referenten und übergab ihnen Präsente.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und das MRE-Netzwerk freut sich auf weitere Mitglieder!