Hilfsnavigation

  • Tulpen
  • Straßenmeister des Ortenaukreises bei der Arbeit.
  • Fachkräfte helfen Ihnen bei privaten wie beruflichen Fragen.
  • Kulinarische Ortenau.
Offenburg, 27. November 2008. Kinderbetreuung und Familienbildung sind kommunale Standortfaktoren mit zunehmend wachsender Bedeutung. Damit befasste sich gestern das sechste Gemeinde- und Trägerforum Kinderbetreuung und Familienbildung im Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg. Die Veranstalter - das Jugendamt beim Landratsamt Ortenaukreis, das Ortenauer Bündnis für Familien, der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg und die FamilienForschung Baden-Württemberg informierten über einhundert Vertreter aus Gemeinden und Trägern von Kindertageseinrichtungen über den Stand der Kinderbetreuung im Ortenaukreis und die Planungen der Gemeinden bis 2010 . Zahlreiche Fachleute stellten Initiativen zur Familienbildung und Kinderbetreuung vor. Im Ortenaukreis werden derzeit rund 1700 Kinder unter drei Jahren in einer Betreuungseinrichtung oder in der Obhut einer Tagesmutter betreut. Das sind rund 15 Prozent aller unter Dreijährigen. Der Ortenaukreis liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt. Nahezu alle Gemeinden arbeiten an einem weiteren Ausbau der Betreuung. Bereits jetzt gibt es mehr Betreuungsplätze bei Tagesmüttern als tatsächlich nachgefragt werden. „Bis 2010 werden zu den bestehenden 2000 Betreuungsplätzen weitere 1200 Plätze hinzukommen“, weiß Jugendhilfeplaner Hans-Jürgen Lutz zu berichten. Den Ausführungen von Bernd Hausmann vom Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) zufolge können die Daten aller Gemeinden und Träger von Betreuungseinrichtungen künftig online erfasst werden. Somit können die Einrichtungen jederzeit die für ihre Planung notwendigen Fakten auch anderer Träger abrufen. Weiter biete der Kommunalverband ein Online-System an, das Eltern beispielsweise über die Homepage des Bündnisses für Familien einen Überblick über das örtliche Angebot zur Kinderbetreuung ermöglichen könnte. Als Fachberaterin beim Kommunalverband empfahl Chrsitel Bollinger Kindergärten räumlich so auszustatten, dass auch kleinere Gruppen zu speziellen Aktivitäten gebildet werden können. Ebenso forderte sie, Elterngesprächen mehr Zeit einzuräumen, um dem Auftrag von Bildung und Erziehung in höherem Maße gerecht zu werden. In ihren Kommentaren zum neuen Ortenauer Programm „Erziehung stärken - Familienbildung fördern“ unterstrich Dr. Stepahnie Saleth von der FamilienForschung Baden-Württemberg den Vorbildcharakter des Ortenaukreises. Moderne Familienbildung müsse Teil einer kommunalen Infrastruktur werden. Das Ortenauer Programm sei gut mit allen beteiligten Kommunen und Einrichtungen abgestimmt. Der Ortenaukreis verfüge über ein großes Spektrum von 425 Angeboten mit 145 Anbietern, die Familien im Alltag unterstützen - von Familienzentren über Freizeiteinrichtungen bis hin zu Nachbarschaftshilfen. So fasste Jugendhilfeplaner Hans-Jürgen Lutz die Ergebnisse einer Untersuchung zusammen, bei der der Ortenaukreis im Frühjahr 2008 die Gemeinden zu ihren Angeboten von Erziehung und Familienbildung befragt hatte. Michael Böse, der neue Fachberater für Kinderbetreuung im Landratsamt Ortenaukreis, nutzte das Forum, um sich den Gemeinden und Trägern von Betreuungseinrichtungen als Ansprechpartner vorzustellen. Am Ende der Veranstaltung zeigten zwei Projektbeispiele, wie Familienbildung auf neuen Wegen praktiziert werden kann. Den Geschmackssinn bei Kindern fördern und sie mit der Zubereitung von Nahrungsmitteln vertraut machen möchte der Kehler Koch Michael Braun. Er lädt Kinder zu sich ins Restaurant ein, um sie mit unterschiedenen Geschmackserlebnissen zu konfrontieren, und kocht mit ihnen unter kindgerechter Anleitung einfache Gerichte. Seine Idee würde er gerne über Multiplikatoren in vielen Kindergärten und Schulen verbreiten und umsetzen. Ein generationenverbindendes Singprojekt stellte Veronika Rauch-Klingmann aus Hausach vor. Singpaten, ältere Menschen, die Spaß am Singen haben, bringen Kindergartenkindern altes Liedgut nahe. Sie erhalten über den Verein Il Canto del Mondo, ein Internationales Netzwerk zur Förderung der Alltagskultur des Singens, eine Schulung. Über die Begegnung der Generationen hinaus, so Rauch-Klingmann, fördere das Singen die kognitive, körperliche, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern. Beide Projekte fanden bei den Zuhörern großen Beifall.