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Offenburg, 5. Februar 2009 – Landrat Frank Scherer hat ein positives Resumee seiner ersten 100 Tage im Amt gezogen: „Was und wie ich es erlebt habe, stimmt mich froh und zuversichtlich für den Ortenaukreis“, sagte Scherer heute bei einer Pressekonferenz im Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg. Bei seinen Terminen seit Amtsantritt am 3. November (es waren über 184) habe er überall viel Engagement und Motivation gespürt, den Standort Ortenau weiter zu entwickeln. „Der Ortenaukreis weist eine große Vielfalt und solide Basis in allen standortrelevanten Strukturen auf. Das ist eine gute Voraussetzung, um die schwierigen Herausforderungen der nächsten Monate zu meistern und gleichzeitig Konzepte zu erarbeiten, damit wir unsere Potentiale in Zukunft noch besser nutzen können!“ In den bei seinem Amtsantritt angekündigten Schwerpunkten seiner Arbeit, der Stärkung des ländlichen Raums, der Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Eurodistrikt Straßburg-Ortenau und einer nachhaltigen Haushaltsführung seien bereits erste wichtige Weichenstellungen gelungen. Standort Ortenau - Ländlicher Raum Übergeordnetes Ziel Scherers ist es, den Standort Ortenau unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raums den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen, zu stärken und nachhaltig weiterzuentwickeln. Landrat Frank Scherer: „Deshalb habe ich gleich in den ersten Wochen meiner Amtszeit einen Fahrplan zur Erarbeitung einer Gesamtstrategie für den ländlichen Raum aufgestellt und mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags abgestimmt. Schon am morgigen Freitag werde ich im Rahmen einer Klausurtagung zusammen mit der Führungsriege der Kreisverwaltung erste Grundlagen der Gesamtstrategie erarbeiten. Danach werde ich dem Kreistag die vorliegenden Arbeitsergebnisse für eine erste politische Erörterung und Überarbeitung vorstellen.“ Im Rahmen der weiteren Entwicklung der Strategie kommt es Scherer neben dem Kreistag auf eine frühzeitige und intensive Einbindung der wichtigen Akteure im ländlichen Raum an. Insoweit ist er bei Gesprächen mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband und dem Südbadischen Landfrauenverband bereits auf sehr positive Resonanz gestoßen: „Ich habe den Eindruck, dass die Akteure des ländlichen Raums nur darauf warten, ihr Know-how unmittelbar einzubringen.“ Möglichst schon Anfang 2010 soll die Gesamtstrategie stehen, die alle Maßnahmen und Aktivitäten des Kreises mit Auswirkungen auf den ländlichen Raum erfasst, systematisiert und Prioritäten festlegt. Außerdem sollen konkrete, zielorientierte Leitlinien erarbeitet werden, um unter Einbeziehung aller Zuständigkeiten des Landratsamts ein eng verzahntes und aufeinander abgestimmtes Agieren der einzelnen Ämter, Dezernate und Gremien des Kreises im Interesse des ländlichen Raumes sicherzustellen. „Der Landkreis wird dann, bei allem was er tut, den ländlichen Raum immer fest im Blick haben - wer den Standort Ortenau voran bringen will, der muss den ländlichen Raum voran bringen“, betonte Scherer. Ganz in diesem Sinne hatte Scherer bereits Anfang Dezember Teile der Kreisverwaltung neu organisiert und dabei insbesondere sein „Dezernat Ländlicher Raum“ gestärkt. So wurde das Amt für Vermessung und Geoinformation in das sogenannte grüne Dezernat integriert. Dadurch sollen vor allem Synergien mit dem Amt für Flurneuordnung geschaffen und Verfahren in diesem Bereich beschleunigt werden. Um die Kreisverwaltung in Sachen Tourismus, einem wichtigen Standortfaktor im ländlichen Raum, besser aufzustellen, hatte Scherer ebenfalls schon im Dezember die Geschäftsführerin des Eigenbetriebs Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauerhof, Margit Langer, als strategische Ansprechpartnerin des Kreises bei Fragen des Marketing und der Tourismusförderung benannt. „Alle Akteure im Tourismusbereich, mit denen ich sprechen konnte, sind aber mit mir der Meinung, dass die Ortenau sich darüber hinaus personell stärker im Tourismusbereich aufstellen muss, um ihre Interessen effizienter zu bündeln und vertreten zu können.“ Für eine aktive Standortpolitik wichtig sei auch die Benennung eines Standortmanagers und Förderlotsen im Landratsamt gewesen, sagte Scherer. Mit der Neuorganisation hatte er dem Leiter seiner Stabsstelle, Günter Arbogast, diese Aufgabe übertragen. In engem Zusammenwirken mit der „Wirtschaftsregion Ortenau“ (WRO) öffnet Arbogast seitdem als erster Ansprechpartner im Landratsamt Wirtschaftsunternehmen und potentiellen Investoren die Türen und lotst sie ganz gezielt zu den zuständigen Bearbeitern. Zudem ist Arbogast erster Ansprechpartner, wenn Unternehmen, Städte und Gemeinden aus dem Ortenaukreis sich zu möglichen Förderprogrammen des Bundes, des Landes oder der Europäischen Union informieren möchten. Bei dem Thema ländlicher Raum kam auch der Stopp der Nachforderungen von Fleischhygienegebühren durch den Kreis zur Sprache. Hier machte Scherer nochmals deutlich, dass es sich nicht um eine politische, sondern um eine rein rechtlich begründete Entscheidung gehandelt habe. Es sei aber durchaus erfreulich, dass diese Entscheidung im Ergebnis dem ländlichen Raum zu Gute komme. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Bei der Weiterentwicklung des Eurodistrikts Straßburg-Ortenau sind laut Scherer in den vergangenen Wochen ganz wesentliche Fortschritte gemacht worden. „Ich bin sehr froh über die neue Dynamik in diesem Prozess, die in den am Dienstag im Begleitausschuss des Eurodistrikts beschlossenen Eckpunkten für eine Satzung einen weiteren Höhepunkt erreicht hat. Besonders wichtig war mir immer die Beitrittsoffenheit für weitere interessierte Kommunen beiderseits des Rheins, klare und schlanke Entscheidungsstrukturen, ein gut austariertes Finanzierungssystem und eine deutlich stärkere Einbeziehung der Bevölkerung. Insoweit sind wir auf sehr gutem Weg“. Doppelhaushalt 2009/10 Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit in den ersten 100 Tagen lag in den Arbeiten am Entwurf des Doppelhaushalts 2009/10. „Die Finanzdezernentin Jutta Gnädig und ich werden dem Kreistag einen Haushaltsentwurf vorlegen, der trotz der bevorstehenden Senkung der Kreisumlage die notwendigen Flexibilitäten schafft, um die Konjunkturprogramme optimal für den Kreis zu nutzen, die Schuldenlast durch Tilgungen weiter zu reduzieren, und der darüber hinaus allen Einsparauflagen Rechnung trägt. Klar sei aber auch, dass die Spielräume des Kreises immer enger würden. Deshalb müssen wir noch stärker zielorientiert denken und handeln. Dabei gilt es den Verwaltungsaufwand stets kritisch zu hinterfragen, überflüssige Doppelstrukturen und Bürokratie mutig abzubauen und so Handlungsspielräume zu gewinnen“, sagte Scherer. Neben diesen Schwerpunktthemen habe die Kreisverwaltung natürlich viele weitere kreispolitische Anliegen und Ziele weiterverfolgt. Scherer nannte etwa die Positionierung des Kreises zum Ausbau der Rheintalbahn, das Projekt „Frühe Hilfen“ sowie die Stärkung der Klinik- und Schulstandorte im Kreis. Große Freude bereite ihm dabei insbesondere die Zusammenarbeit mit seinen Kolleginnen und Kollegen im Landratsamt und mit den Mitgliedern des Kreistags, die er als sehr zielorientiert, konstruktiv und angenehm erlebe.