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Offenburg, 26. Februar 2009 - Im Ortenaukreis soll eine neue Selbsthilfegruppe für Essgestörte gegründet werden. Die Gruppe ist gedacht für Menschen, die bereits eine Therapie abgeschlossen haben oder sich noch in Psychotherapie befinden, teilt die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Landratsamt Ortenaukreis mit. Sie soll dabei helfen, die in der Therapie gewonnenen Erfahrungen in den Alltag umzusetzen. Die Gruppe, deren Gründung durch eine Betroffene initiiert wurde, soll offen sein für alle Formen von Essstörungen (Esssucht, Bulimie, Magersucht, Binge Eating). Betroffene, die bereits über therapeutische Vorerfahrungen verfügen und sich gerne an der neuen Selbsthilfegruppe beteiligen möchten, erhalten weitere Informationen bei der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Landratsamt Ortenaukreis, Telefon: 0781 805 9771. Die Initiatorin, die an Esssucht leidet, schildert, dass sie das Gefühl der Sättigung vollkommen verloren habe. Es komme zu Heißhungerattacken, bei denen ungewöhnlich große Mengen an Nahrung in kürzester Zeit konsumiert werden. Die übermäßige Nahrungsaufnahme ist eine Art des Umgangs mit Problemen, Ängsten, Überforderung und Trauer oder Wut. Dabei kann es durchaus wochenlange Phasen ohne Fressattacken geben, mit Sport und gesunder Ernährung. Dann kommt wieder das nur schwer kontrollierbare Verlangen nach Essen. Je nach Dauer ist die Störung so tief verwurzelt, dass sie sich nicht einfach abstreifen lässt, auch wenn der Kopf theoretisch weiß, dass das zwanghafte und übermäßige Essen keine Lösung ist und auch körperlich krank macht. Neben der seelischen Störung können die körperlichen Auswirkungen nämlich beträchtlich bis bedrohlich sein. Meist wird nicht nur sehr viel, sondern auch falsch gegessen, das heißt mit viel Fett und Zucker. Zu den Folgen gehören dann unter anderem Diabetes, Bluthochdruck, die Überlastung des Herzens und Probleme mit den Gelenken. Aber auch die Kontakte zu anderen Menschen sind oft schwierig: Menschen, die unter Esssucht und Übergewicht leiden, haben oft Probleme oder Angst im Umgang mit anderen Menschen. Sie grenzen sich ab, leiden häufig unter Depressionen und entwickeln darüber einen regelrechten Hass auf ihren eigenen Körper.